Ist dein Projekt nur fertig, oder auch erfolgreich?

A: „Das Projekt wurde abgeschlossen!“

B: „Wurde es erfolgreich abgeschlossen?“

A: „Ja, natürlich!“

B: „Woran erkennst du das?“

A: „Wir sind fertig, das Programm läuft.“

Ist ein Projekt schon erfolgreich, nur weil es fertig ist? Und wo wir schon dabei sind: Was heißt eigentlich „fertig“? Wenn der Projektleiter das Gefühl hat, alle Tasks durchgeführt zu haben?

Leider, leider … so einfach können wir es uns nicht machen.

Erfolg ist messbar

Um herauszufinden, ob die durchgeführten Handlungen wirklich zum Erfolg geführt haben, müssen Parameter definiert werden. Im Projektmanagement sind dies üblicherweise Ziele. Diese werden zu Beginn eines Projektes definiert.

Eine wichtige Rolle spielt hier das „Magische Dreieck“: Ein Großteil der Ziele bezieht sich meist auf die Faktoren Kosten (Wie viel Geld habe ich?), Zeit (Bis wann muss ich fertig werden?) und Leistung (Was soll in welcher Qualität entstehen?).

Merke: Ein Projekt kann nur erfolgreich sein, wenn die vorher definierten Ziele auch erreicht wurden.

Es gibt nicht nur harte Faktoren

Das magische Dreieck hat nicht umsonst die weitere Dimension „Kundenzufriedenheit“ aufgedrückt bekommen.

Was, wenn alle messbaren Faktoren erfüllt wurden, der Auftraggeber aber dennoch nicht glücklich ist, weil er sich etwas „anders vorgestellt“ hat?

Merke: Ein Projekt ist also nur dann wirklich erfolgreich, wenn die erreichten Ergebnisse auch von Auftraggeber, Kunden, und anderen Projektbeteiligten akzeptiert werden.

A: „Habt ihr im Projekt eure Ziele erreicht?“

B: „Das Programm erfüllt alle im Lastenheft definierten Anforderungen und ist pünktlich fertig geworden. Wir lagen jedoch leicht über dem vereinbarten Budget.“

A: „Wie zufrieden ist der Auftraggeber?“

B: „Trotz Budgetüberschreitung glücklich, da ein nützliches Zusatzfeature dabei ist.“

Die wichtigen Fragen zum Projektende

  • Wurden die definierten Ziele erreicht?
  • Ist der Auftraggeber bzw. Kunde zufrieden?
  • Ist auch das Projektteam zufrieden?

Frage dich am Ende eines Projektes also immer, ob dein Projekt auch wirklich erfolgreich war. Wenn ja – dann verkaufe es auch entsprechend. Nichts ist besser, als den Erfolg anhand von Fakten belegen zu können.

Zusammenfassung

Ein Projekt kann dann als erfolgreich abgeschlossen gewertet werden, wenn sowohl die definierten Ziele erreicht wurden, als auch die Projektergebnisse von den Stakeholdern akzeptiert werden.

Andrea Windolph ist als freiberufliche Autorin und Trainerin tätig, konzipiert Online-Trainings und unterstützt Unternehmen bei der Planung und Umsetzung von Projekten. Seit 2014 betreibt sie das Portal „Projekte leicht gemacht“, auf dem sie PM-Wissen vermittelt, das sowohl fundiert als auch leicht verständlich ist.
Andrea Windolph ist studierte Betriebswirtin und verfügt über langjährige Erfahrung in der IT-Branche und der Software-Entwicklung.
1 Antwort
  1. Gustav
    Gustav says:

    Wichtig ist, dass mit dem Kunden ein stets interaktives Verhältnis gepflegt wird. Zuhören, was nicht jedem Berater leicht fällt, ist schon mal ein guter Anfang. Jedes Projekt braucht eine PMO, eine Projektmanagement Organisation. Interaktiv sind hier die Kommunikationswege und -formen zuvor gemeinsam vereinbart. Es ist wichtig, dass auch mit dem Kunden über Etappenziele innerhalb des Projektes gesprochen wird und schon erste Erfolge aufgezeigt werden. Dadurch entsteht auch eine gewisse Verbindlichkeit, denn durch Aufzeigen des Zwischenergebnis kommt ja auch dabei raus, wie gut das Ergebnis erreicht wurde. Nachbesserungen oder Erweiterungen sind möglich und werden mit dem Kunden besprochen und vereinbart. An diesem Punkt sollte unbedingt eine Aktenlage aufgesetzt werden, die z.B. durch ein Projektprotokoll den oder die nächsten Schritt(e) aufzeigt. Damit möchte ich sagen, dass alles Gezeigtes, Verinbartes immer sofort – in einer angenehmen Art und Weise – protokolliert und dem Kunden gezeigt wird. Dieses kleine Steuerungsmedium Protokoll sichert die Zielerreichung und die Kundenzufriedenheit erheblich ab. Beide Komponenten Zielerreichung und Kundenzufriedenheit machen auch die Projektmitarbeiter zufrieden, schon allein deshalb, weil unangenehme Überraschungen ausbleiben. Ganz nebenbei: Das Aufzeigen von schnell erreichten Projektzielen ist auch einer der Ansätze gewesen, um nach der SCRUM-Methode zu arbeiten.

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