Risiken minimieren durch geeignete Maßnahmen

Dieser Artikel ist Teil 7 von 11 der Serie Risiken

In den vorigen Teilen der Serie zum Thema Risikomanagement haben wir uns mit dem Sammeln und Bewerten sowie verschiedenen Risikostrategien auseinandergesetzt.

Nun geht es darum, aktiv zu werden! Um die Auswirkungen beim Eintritt von Risiken möglichst gering zu halten, können Maßnahmen ergriffen werden. Maßnahmen werden in zwei Kategorien eingeteilt: präventive und korrektive Maßnahmen:

Präventive Maßnahmen

Präventive Maßnahmen wirken vorbeugend und sollen dafür sorgen, dass das Risiko gar nicht erst eintritt. Um als präventiv zu gelten, muss sich die Maßnahme somit auf die Ursache des Risikos beziehen.

Präventive Maßnahmen senken die Eintrittswahrscheinlichkeit eines Risikos und können unter Umständen auch die Auswirkung / den Schaden reduzieren.

Korrektive Maßnahmen

Korrektive Maßnahmen werden dann ergriffen, wenn das Risiko bereits eingetreten ist. Statt die Ursache zu bekämpfen, soll eine korrektive Maßnahme somit den Schaden reduzieren.

Die Eintrittswahrscheinlichkeit bleibt bei der Auswahl dieser Maßnahme gleich, da die Ursache unverändert bestehen bleibt.

Beispiele

RisikoDas Kind fällt in den Brunnen.Abmahnung durch die Konkurrenz
UrsacheDer Brunnen ist nicht abgedeckt.Wettbewerbs- und Patentrichtlinien werden nicht beachtet.
AuswirkungDas Kind wird schwer verletzt.Imageschaden, Anwaltskosten, Zeitverzug
Präventive Maßnahme (wirkt auf die Ursache, senkt die Eintrittswahrscheinlichkeit)Der Brunnen wird abgedeckt.Frühzeitige Evaluierung der Wettbewerbs- und Patentrichtlinien und Berücksichtigung im Projekt.
Korrektive Maßnahme (wirkt auf die Auswirkung)Das Kind wird schnellstmöglich gerettet und bekommt sofortige ärztliche Hilfe. Verhandlung und Einigung mit der Konkurrenz

Ein häufig falsch eingestuftes Beispiel ist der Abschluss einer Versicherung. Diese Maßnahme zählt nämlich nicht zu den präventiven Maßnahmen (weil sie im Vorhinein abgeschlossen wird), sondern ganz klar zu den korrektiven Maßnahmen. Eine Versicherung reduziert nämlich nicht die Eintrittswahrscheinlichkeit eines Risiko, sondern sorgt dafür, dass der Schaden nach Eintritt eines Risikos möglichst gering ausfällt.

Die Wahl der richtigen Maßnahme

Sollte man nicht immer die Ursache bekämpfen und präventive Maßnahmen wählen? Das scheint zunächst sinnvoll, muss aber nicht immer der Fall sein.

Korrektive Maßnahmen machen zum Beispiel dann Sinn, wenn

  • Aufwand und Kosten der präventiven Maßnahmen sehr hoch sind
  • das Risiko eine geringe Eintrittswahrscheinlichkeit hat.

Fazit

Hat man die Risiken einmal identifiziert, Ursache und Auswirkung korrekt ermittelt, so können geeignete Maßnahmen erarbeitet werden. Diese können sich sowohl auf die Ursache beziehen als auch den Schaden minimieren. Es ist von Fall zu Fall zu entscheiden, welche Maßnahme die geeignetere ist – oder ob beide eingeplant werden.

Andrea Windolph ist als freiberufliche Autorin und Trainerin tätig, konzipiert Online-Trainings und unterstützt Unternehmen bei der Planung und Umsetzung von Projekten. Seit 2014 betreibt sie das Portal „Projekte leicht gemacht“, auf dem sie PM-Wissen vermittelt, das sowohl fundiert als auch leicht verständlich ist.
Andrea Windolph ist studierte Betriebswirtin und verfügt über langjährige Erfahrung in der IT-Branche und der Software-Entwicklung.
Weitere Artikel der Serie:<< Mit diesen Strategien kannst du Projektrisiken managenMacht Risikomanagement überhaupt Sinn? >>
2 Kommentare
    • Andrea
      Andrea says:

      Hallo Milla,

      wichtig ist es, die Maßnahmenkosten bei der Kostenplanung nicht zu vergessen. Weiterhin arbeiten viele Projekte mit einem pauschalen Risikobudget, das sich aus der Bewertung der Risiken ergibt, und das im Rahmen der Kostenplanung aufgeschlagen wird.

      Viele Grüße
      Andrea

      Antworten

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