Stakeholder-Analyse, Teil 3: Wir analysieren Stakeholder

Dieser Artikel ist Teil 8 von 11 der Serie Stakeholder

stakeholder-massnahmenDu weißt nun schon, um welche Stakeholder du dich besonders intensiv kümmert musst. Wenn nicht, dann schau noch einmal in den vorigen Teil der Serie.

Diese wichtigen Stakeholder kauen wir jetzt noch einmal so richtig intensiv durch. Und dafür gibt es zwei Schritte:

  • Ziele und Interessen hinterfragen
  • Maßnahmen ableiten

Dieser Schritt kann je nach Anzahl der Stakeholder durchaus etwas zeitaufwändig werden. Umso wichtiger ist es, im Schritt zuvor die für dich wichtigen Stakeholder identifiziert zu haben.

1. Welche Ziele und Interessen gibt es?

Wir stellen uns folgende Fragen:

  • Was wollen die Stakeholder vom Projekt, welche Erwartungen haben sie?
  • Und was wollen wir von denen?

Wir schauen uns das am Beispiel des digitalen Zeiterfassungssystems in einem Unternehmen an:

StakeholderWas wollen die?Was wollen wir?
Vorsitzender Betriebsratklare Regelungen zum Datenschutz werden vereinbartUnterstützung des Projektes
Mitarbeiter Personalabteilungkeinen Zusatzaufwand, ArbeitserleichterungUnterstützung bei Anforderungen und Test
Verantwortlicher ITfrühzeitige Einbindung, um Technologiefragen zu klärenUnterstützung bei IT-Auswahl, Sicherstellen des Go-Live und Live-Betriebs

Dieser Schritt hilft häufig sehr dabei, die Projektbrille abzusetzen, und das Thema von einem anderen Standpunkt aus zu betrachten.

2. Was können wir tun, um die Interessen zu befriedigen?

Das Wissen über die Ziele und Interessen der Stakeholder reicht noch nicht aus. Der wirklich wichtige Schritt für das Projekt liegt darin, auch Maßnahmen abzuleiten. Diese können vielfältig sein, zum Beispiel:

  • Ziele der Stakeholder werden in die Projektziele mit aufgenommen
  • Stakeholder werden ins Projekt eingebunden
  • Stakeholder werden regelmäßig informiert

Auch hier machen wir es konkret:

StakeholderZiele im ProjektMaßnahmen
Vorsitzender BetriebsratDatenschutzregelungen werden im Betriebsrat abgesegnetErarbeitung von Datenschutzregelungen, 2-wöchentliche Statusmeldungen
Mitarbeiter PersonalabteilungMitarbeiter arbeiten eigenständig mit dem neuen SystemEinbinden eines Mitarbeiters in Projektteam
Verantwortlicher ITSystem passt in die Technologielandschaft des Unternehmensfrühzeitige Einbindung, wöchentliche Statusmeldungen

Was machen wir nun damit?

Die letzte Tabelle ist wirklich wichtig. Denn hier stecken gleich drei wichtige Punkte drin:

  1. Wir haben zusätzliche Projektziele identifiziert, die konform zu den Stakeholder-Zielen sind. Das schafft Akzeptanz und kann das Konfliktpotenzial verringern.
  2. Wir haben erste Maßnahmen beschlossen, die später in die Projektplanung eingehen.
  3. Und wir haben einen ersten Entwurf für Kommunikationsmaßnahmen erstellt.

Gar nicht so schwierig, oder? Und hilft ungemein, das Projekt über den rein fachlichen Inhalt hinaus zu betrachten.

Die initiale Stakeholderanalyse ist damit beendet. Und trotzdem geht sie weiter. Mehr dazu im nächsten Artikel.

Andrea Windolph ist als freiberufliche Autorin und Trainerin tätig, konzipiert Online-Trainings und unterstützt Unternehmen bei der Planung und Umsetzung von Projekten. Seit 2014 betreibt sie das Portal „Projekte leicht gemacht“, auf dem sie PM-Wissen vermittelt, das sowohl fundiert als auch leicht verständlich ist.
Andrea Windolph ist studierte Betriebswirtin und verfügt über langjährige Erfahrung in der IT-Branche und der Software-Entwicklung.
Weitere Artikel der Serie:<< Stakeholder-Analyse, Teil 2: Wir bewerten StakeholderWie funktioniert Stakeholder-Monitoring? >>
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