Gelesen: Scrum in der Praxis

Bücher zum ProjektmanagementHeute schreibe ich etwas über das Buch Scrum in der Praxis: Erfahrungen, Problemfelder und Erfolgsfaktoren von Sven Röpstorff und Robert Wiechmann.

Warum lese ich dieses Buch?

Eigentlich per Zufall. Das Buch lag auf dem Wohnzimmertisch einer Freundin. Und wollte gelesen werden.

Scrum war bisher für mich immer ein Schlagwort. Ich hatte auch eine grobe Vorstellung: „Irgendwas mit agil“. So kam mir das Buch gerade Recht.

Das Buch

Mit knapp über 300 Seiten ist Scrum in der Praxis kein dicker Wälzer. Ebenso wenig ist es ein kleines Heftchen, was man mal eben im Vorbeigehen liest.

Ganz klar – sagt ja auch schon der Name: Es ist ein Praxisbuch. Und der Inhalt hält, was der Titel verspricht.

Anhand eines durchgängigen praktischen Beispiels wird sowohl auf die Scrum-Theorie, als auch Best Practices und Hindernisse in der Praxis eingegangen.

Die Zielgruppe

Man sollte schon ein wenig Einblick in die Software-Entwicklung haben. Auch als völlig Außenstehender kann man das Buch natürlich lesen. Für viele der sehr konkreten Beispiele könnte aber dann etwas der Bezug fehlen.

Auf dem Einband von Scrum in der Praxis finden sich folgende Zielgruppen:

  • Scrum Master
  • Software-Entwickler
  • Projektleiter
  • Produktmanager

Inhalt

Was mir richtig gut gefällt:

  • Die Rubrik „Häufige Probleme“ ist mein Lieblingsteil eines jeden Kapitels.
  • Die Relevanz des praktischen Lebens von Scrum wird immer wieder verdeutlicht.
  • Auch als Scrum-Einsteiger habe ich jetzt das Gefühl, die Grundprinzipien verstanden zu haben.
  • Neben reinen Erläuterungen gibt es pro Thema umfangreiche Frage- und Checklisten.
  • Der menschliche Aspekt steht nicht nur bei Scrum an sich, sondern auch bei Scrum in der Praxis im Mittelpunkt. Methoden und deren Wichtigkeit werden angesprochen; der Umgang im Team jedoch wird als eigentlicher Erfolgsfaktor bewertet.
  • Das durchgängige Praxisbeispiel und die beschriebenen Charaktere sind wirklich aus dem Leben gegriffen. Es macht Spaß, den Projektverlauf zu begleiten.

Was sehe ich als neutral:

  • Vorwissen im Software-Entwicklungsbereich ist von Vorteil.
  • Die beschriebenen Beispiele haben teilweise einen leichten „heile Welt“-Anstrich. Die Rubrik „Häufige Probleme“ bringt aber wieder die Realität ins Spiel.

Schreibstil und Gestaltung

Ich mag den Stil. Sehr einfach zu lesen, und trotzdem fundiert.

Die Textabschnitte haben meist eine angenehme Länge. Die große Anzahl von Boxen für Praxistipps lockert den Seitenaufbau sehr schön auf.

Einige Methoden, wie der Aufbau eines Scrum-Boards, werden mit sehr anschaulichen Grafiken visualisiert.

Fazit

Ich kann Scrum in der Praxis sehr empfehlen. Auf eine recht lockere Art wird Grundlagenwissen zu Scrum vermittelt. Gleichzeitig ist es sehr praxisnah und eignet sich sogar als Nachschlagewerk.

Für vertiefende Informationen enthält Scrum in der Praxis eine ausführliche Literaturliste.

Du bist entweder Scrum-Einsteiger oder suchst praxisnahe Literatur zum Thema? Scrum in der Praxis ist das richtige Buch für dich.

Andrea Windolph ist als freiberufliche Autorin und Trainerin tätig, konzipiert Online-Trainings und unterstützt Unternehmen bei der Planung und Umsetzung von Projekten. Seit 2014 betreibt sie das Portal „Projekte leicht gemacht“, auf dem sie PM-Wissen vermittelt, das sowohl fundiert als auch leicht verständlich ist.
Andrea Windolph ist studierte Betriebswirtin und verfügt über langjährige Erfahrung in der IT-Branche und der Software-Entwicklung.
2 Kommentare
  1. Gustav
    Gustav says:

    Hallo Andrea, schön, dass Sie dieses Buch so empfehlen. In der Praxis allerdings ist die Umsetzung der Möglichkeiten sehr schwierig. Es gibt Studien, die sich mit dem Thema auseinandergesetzt haben. In diesen wurde u.a. die Machbarkeit in einem mittelständischen Software- und Systemhaus überprüft. Es sind viele Voraussetzungen zur erfolgreichen Einführung von Scrum zu berücksichtigen. Ja, und dann kommen die ersten Versuche :). Aber, Übung macht ja den Meister. Wer nicht damit beginnt, kann auch keine vorhandenen und teilweise eingefahrenen Wege verlassen. Ich selber habe in Entwicklungsprojekten eine abgewandelte Form des Scrum entwickelt. Das war von Nöten, wenn Standard-Software eingeführt werden soll und der Kunde Angst um seine Investitionen hat. Wem das Buch vielleicht doch zu schwer ist, dem empfehle ich dieses Buch hier: „Die Kraft von Scrum“.

    Antworten
  2. Andrea
    Andrea says:

    Vielen Dank für den Buchtipp, den werde ich mir auch zu Gemüte führen!

    Es ist tatsächlich so, dass Scrum nicht „mal eben so“ eingeführt werden kann. Ich finde die agilen Konzepte jedoch generell sehr spannend. In der Praxis habe ich bisher sowohl negative als auch positive Beispiele erlebt. Ganz wichtig ist einfach wie so häufig der „Faktor Mensch“: Einstellung und Kultur müssen einfach passen, damit es erfolgreich ist.

    Antworten

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