Dies ist Artikel 8 von 11 der Serie Risiken im Projekt

Risiken können nie komplett ausgeschaltet werden. Und trotzdem versuchen wir, sie zu identifizieren und gegenzusteuern.

Nach einer Serie mit einigen Artikeln, die die Wichtigkeit von Risikomanagement predigen, stellt dieser Artikel mal eine provokative Frage:

Macht Risikomanagement überhaupt Sinn?

Der Standard-Risikoprozess

In der Risikoanalyse analysieren wir die Faktoren, die das Projekt potenziell gefährden können.

Wir legen Strategien fest und ergreifen Maßnahmen, um den Schaden zu minimieren. Das gibt uns das Gefühl, gewappnet zu sein.

Doch sind die ermittelten Risiken wirkliche Risiken? Oder sind es einfach übliche Begleiterscheinungen, die in komplexen Vorhaben auftreten können?

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Die wahren Gefahren

Was Projekte und Projektleiter oft völlig aus der Bahn wirft, sind jedoch die komplett unvorhergesehen eintretenden Risiken, die niemand vorhersehen konnte. Die wirklichen Unbekannten, die ein Gegensteuern nicht ermöglichen.

Risikoanalysen werden auf der Basis von vergangenen Erfahrungen durchgeführt. Wirklich bedrohliche Risiken sind aber eben oft die Punkte, die aus bisherigen Erfahrungen nicht abgeleitet werden können.

Wenn ein Risikomanagement wirklich immer erfolgreich wäre, so wären es doch vermutlich auch alle Projekte, oder? Offensichtlich sind sie es aber nicht. Macht es dann überhaupt Sinn, den Aufwand zu betreiben?

Der Umgang mit Unsicherheiten

Ein guter Ansatz zum Umgang mit den unvorhersehbaren Faktoren besteht aus zwei Punkten:

  1. Akzeptieren, dass unvorhergesehene Ereignisse eintreten
  2. Einplanen von Aufwänden zum Umgang mit diesen Ereignissen

Jede noch so gute Risikoanalyse wird nicht verhindern, dass weitere negative Ereignisse eintreten. Das von Vornherein zu akzeptieren, verhilft zu einer gewissen Gelassenheit im Umgang mit ihnen.

Statt panisch zu reagieren, sollte von Vornherein bewusst sein, dass diese Situationen eintreten werden und Aufwand zur Lösung und zum Gegensteuern betrieben werden muss.

Alles nach dem Motto: Irgendetwas geht sowieso schief.

Zurück zur ursprünglichen Risikoanalyse

Der vorige Abschnitt beschäftigt sich mit dem Umgang mit völlig unvorhergesehenen Ereignissen.

Das Eintreten dieser ist jedoch noch kein Hinweis darauf, dass die traditionelle Risikoanalyse versagt hat. Selbst wenn unvorhergesehene Ereignisse eintreten, kann ein sorgfältig aufgesetztes Risikomanagement verschiedene andere Risiken bereits komplett minimiert haben.

Da es beim Risikomanagement nie möglich ist, alle negativen Aspekte auszuschalten, geht es ohnehin immer nur um das Minimieren. Und das kann mit traditionellem Risikomanagement erreicht werden.

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Fazit

Ja. Risikomanagement macht Sinn.

Es können nicht alle Risiken vermieden werden. Allerdings können für bekannte Probleme frühzeitig Maßnahmen zum Gegensteuern ergriffen werden. Wenn diese zu einer geringeren Gefährdung des Projektes beitragen, dann ist der Sinn definitiv gegeben.

Zusätzlich sind alternative Strategien für wirklich unvorhergesehene Risiken und Unsicherheiten notwendig.

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