Lean Management, Lean Factory, Lean Supply Chain, Lean Enterprise …

Lean ist angesagt!

Und das nicht erst seit gestern. Ansätze der schlanken Produktion gibt es schon seit vielen Jahrzehnten. Doch der Begriff „lean“ ist aktuell besonders sehr in Mode: Lean gilt als schlank, modern und trendy – es verspricht weniger Aufwand und Bürokratie. Vom „Ballast abwerfen“ ist die Rede.

Und nun auch noch „Lean Project Management“. Was bedeutet dieser Begriff? Und wie steht es in Zusammenhang mit dem traditionellen Projektmanagement?

Gleich vorab: Die Antworten sind nicht ganz einfach. Ursprünglich wollte ich einen kleinen Artikel über das Thema schreiben – herausgekommen sind gleich mehrere. Wenn, dann richtig.

Sieh diesen Artikel als einen Einführungsartikel an. So richtig ans Eingemachte geht es erst in den folgenden Artikeln der Serie.

Teil 1: Was ist „Lean“ überhaupt?
Teil 2: Die 5 Prinzipien des Lean Thinking und ihre Anwendung auf das Projektmanagement
Teil 3: Strategien im Lean Project Management
Teil 4: Methoden und Tools im Lean Management
Teil 5: Ein kleines Fazit

Irrglaube

„Wir machen jetzt alles lean und stecken weniger Zeit in die Planung.“

Solche Aussagen habe ich tatsächlich schon gehört. Wenn „Verschlankung“ in Spiel kommt, denken tatsächlich viele Leute daran, die ungeliebte Planung über den Haufen zu werfen.

Ganz klar: Dem ist nicht so. Stattdessen wird je nach Umsetzung der Lean-Ansätze sogar besonders detailliert geplant, um den wirklich überflüssigen Ballast zu identifizieren.

Wie viel Planung am Ende wirklich nötig ist und was weggelassen werden kann, das ist wie so oft individuell verschieden. Näher gehe ich auf dieses Thema im letzten Artikel dieser Serie ein.

Ansätze und Ziele von Lean Management

Lean Management an sich ist keine Methode, sondern ein Überbegriff für viele Methoden und gleicht eher einer Denkweise, einem ganzheitlichen Ansatz.

Es gilt das Grundprinzip: Mehr Werte (Value) schaffen mit weniger Verschwendung (Waste).

Ausführlicher: Es gilt, kontinuierlich Mehrwerte für den Kunden zu schaffen, überflüssige Aufwände zu vermeiden und die ständig an der Verbesserung der Qualität zu arbeiten – und das von allen Beteiligten im Unternehmen und bei allen Aktivitäten.

Das sind große Worte!

Noch einmal etwas vereinfacht:

Mit Lean Management soll erreicht werden, dass der Kunde bessere Ergebnisse mit höherer Qualität bekommt – und alles Überflüssige auf dem Weg dahin wird einfach weggelassen.

Na dann. Und was heißt das nun für Lean Project Management?

Lean Project Management

Die Ziele des Lean Project Management sind recht einfach zusammengefasst:

  • Erhöhung der Qualität
  • Vermeidung von Verschwendung
  • Reduzierung der Gesamtkosten
  • und das obligatorische pünktliche Beenden des Projektes innerhalb des Budgets und mit der Erfüllung der Anforderungen.

Beim Lean Project Management werden

  • Methoden und Instrumente vom Lean Management mit
  • traditionellen Projektmanagement-Ansätzen

verbunden.

Der Fokus liegt stärker auf die Erhöhung der Qualität für den Kunden und der Vermeidung von Verschwendungen, als bei traditionellen Ansätzen.

Betrachte es als einen etwas optimierten Ansatz zum Projektmanagement:

Unproduktive Zeiten (z.B. für die Erledigung Aufgaben, die nicht wichtig für den Projekterfolg sind) werden eliminiert. Wird dieser Ansatz konsequent verfolgt, so besteht das Projekt aus vielen kleinen Häppchen von Dingen, die kontinuierlich Mehrwert für den Kunden/Auftraggeber schaffen. Im Optimalfall werden durch dieses Weglassen quasi nebenbei die Kosten minimiert und die Ressourcen optimal eingesetzt.

Klingt einerseits logisch, und doch beinahe etwas bilderbuchartig – ganz so einfach ist es ganz sicher nicht.

Lean Project Management ist besonders im ersten Moment schlecht greifbar, weil es keine allgemeine Schablone gibt, die auf alle Projekte angewendet werden kann. Stattdessen geht es verschiedene Prinzipien, Strategien und Methoden, die je nach Projekt zum Einsatz kommen können.

Fazit

Der Fokus von „Lean“ Management liegt sehr stark auf der Erzeugung von Werten für den Kunden und das Verschlanken der Prozesse durch das Weglassen von Ballast.

Wie das am besten umgesetzt wird, geben die 5 Prinzipien des Lean Thinking vor – die im nächsten Artikel der Serie behandelt werden.

Weitere Artikel der Serie:Lean Projekt Management, Teil 2: Die 5 Prinzipien des Lean Thinking >>