12 Königswege, die dein Projekt garantiert (nicht?) zum Erfolg bringen

12-gruende-scheiternDiese ganzen Projektmanagement-Tipps sind vollkommener Blödsinn. In dieser Woche ist Klartext angesagt. Willst du wissen, wie du dein Projekt zum Erfolg bringen kannst? Ohne die vielen theoretischen Konzepte, die dir sonst immer untergejubelt werden?

Dann schau dir die folgende Liste an:

(Vorsicht: Satire)

1. Fang einfach an

Besonders zu Beginn eines Projektes ist es enorm wichtig, sofort mit der Umsetzung zu starten. Analysen und Planungen klingen zwar in der Theorie gut, kosten jedoch erfahrungsgemäß nur Zeit. Der Erfolg eines Projektes kann nur dann gewährleistet werden, wenn so früh wie möglich Ergebnisse vorgewiesen werden können. Mit Risiken oder Stakeholdern kannst du dich dann beschäftigen, wenn tatsächlich Probleme auftreten.

2. Formuliere vage Ziele

SMARTe Ziele werden völlig überbewertet. Es weiß doch jeder genau, was im Projekt erreicht werden soll – wozu der Zusatzaufwand? Du kannst sicher gehen, dass dein Auftraggeber dir genau sagt, was in seinem Kopf vorgeht. Da Missverständnisse in der Praxis so gut wie nie auftreten, kannst du dich darauf verlassen, die Aussagen richtig zu interpretieren.

3. Kommuniziere möglichst wenig

Was zählt, ist der Inhalt! Zu viel Kommunikation nach außen lenkt nur von den eigentlichen Aufgaben ab und lässt die Konzentration leiden. Ganz davon abgesehen, dass Kommunikation meist auch Feedback mit sich bringt, mit dem du dich beschäftigen musst. Im schlimmsten Fall äußert jemand Einwände gegen dein Vorgehen und bringt dich von deinem Weg ab. Es ist unbedingt anzuraten, das Maß an Kommunikation auf ein absolutes Minimum zu beschränken.

4. Delegiere nicht

Seien wir doch mal ehrlich: Du als Projektleiter kennst dich am besten aus und weißt genau, was wie zu tun ist. Deine Mitarbeiter sollen dir zwar eine Hilfe sein, doch im Grunde kannst du ihnen nicht vertrauen. Achte also darauf, dass du möglichst viele Aufgaben auf deinem Schreibtisch behältst. Falls du doch in die Verlegenheit kommen solltest, Tasks an Mitarbeiter delegieren zu müssen, dann kontrolliere den Fortschritt sehr genau. Prüfe das Ergebnis am Ende, indem du jeden Schritt noch einmal im Detail durchspielst.

5. Sieh dein Team als Werkzeug an

Dieses ganze Gerede von wegen Wertschätzung, Teamzusammenhalt und Kommunikation wird vollkommen überbewertet. Deine Mitarbeiter sind dafür da, dich zu unterstützen. Du bist ihnen nicht zu Dank verpflichtet – hier geht es ausschließlich um die Erledigung eines Jobs. Bei dir bedankt sich schließlich auch keiner.

6. Priorisiere alles hoch

Dieser Punkt gilt sowohl bei mehreren parallel laufenden Projekten als auch bei Tasks, die du an deine Mitarbeiter verteilst: Es ist besonders wichtig, allen Aufgaben eine hohe Priorität zu verleihen. Nur auf diese Weise gelingt es dir, die Wichtigkeit dieser Aufgaben zu verdeutlichen und die Mitarbeiter zu motivieren, alles mit gleichem Fokus zu bearbeiten.

7. Ignoriere den Kunden/Markt/Endnutzer

Klar: Das Ergebnis des Projektes wird am Ende von irgendjemandem genutzt werden. Sei es die innovative Kaffeemaschine für den Endkunden oder das neue CRM-System für die Vertriebsabteilung.

Die Theorie verlangt eine möglichst frühe Einbeziehung dieser Beteiligten. Doch in der Realität sieht es anders aus: Dieses Einbeziehen kostete Unmengen an Zeit und zahlt sich kaum aus. Die Kunden können kaum einschätzen, welche großen Vorteile dein Projekt ihnen bringen wird. Es ist daher viel besser, ihnen die fertige Lösung vorzusetzen und sie dann davon zu überzeugen.

8. Sei vorsichtig bei der Teamzusammenstellung

Mitarbeiter, die auf irgendeinem Gebiet über mehr Wissen als du verfügen, solltest du meiden wie ein Pinguin die Sahara. Diese Mitarbeiter sind ein Garant für schlechte Stimmungen im Projekt und werden alles daran setzen, dir deine Position streitig zu machen. Da du ihnen fachlich nichts entgegensetzen kannst, wirst du von Anfang an Probleme haben, sie zu steuern.

9. Verweigere den Einsatz von Projektmanagement-Werkzeugen

Diese ganze Theorie in den Schulungen klingt zwar gut und schön, hat aber rein gar nichts mit der Praxis zu tun. Aus eigener Erfahrung kannst du sagen: Projektmanagement-Werkzeuge helfen kaum, aber kosten vor allem Zeit. Zeit, die du für die inhaltlichen Fragen benötigst. Soll etwa wirklich jemand von dir verlangen, ab nun nur noch Tabellen und Vorlagen auszufüllen? Jeder Anfänger sieht, dass es wichtigere Dinge zu erledigen gibt.

10. Arbeite im stillen Kämmerlein

Besonders in Unternehmen mit vielen parallelen Projekten solltest du darauf achten, nicht zu viel von deinem Projekt preiszugeben. Jeder halbwegs intelligente Mensch wird auch ohne dein Zutun erkennen, welchen enormen Nutzen dein Projekt mit sich bringt und dir entsprechende Aufmerksamkeit und Ressourcen zukommen lassen. Alle Anstrengungen, dein Projekt nach außen zu vermarkten sind überflüssig und lenken nur von den Inhalten ab. Die oberen Leitungsebenen sind schlau genug, den Wert deines Projektes zu erkennen, auch ohne dass du auf die Pauke hauen musst.

11. Definiere besonders ambitionierte Vorgaben

Jeder Mitarbeiter empfindet es als besonders motivierend, Vorgaben zu erhalten, die zeitlich oder technisch nicht oder nur mit äußerster Anstrengung schaffbar sind. Realistische Vorgaben hingegen sorgen nur dafür, dass dein Team sich ausruht und nicht mit Feuereifer an die Sache herangeht. Prüfe alle Vorgaben daher darauf, ob sie unrealistisch sind. Diese Vorgehensweise stellt die Motivation und das Engagement im Team sicher.

12. Hüte dich vor Entscheidungen

Jede falsch gefällte Entscheidung wird irgendwann auf dich zurückfallen. Achte daher darauf, dich möglichst gut abzusichern, Alternativen mehrfach zu prüfen und die Entscheidung möglichst so lange hinauszuzögern, bis sich die Frage erledigt hat. Dieses Vorgehen führt dazu, dass du von deinen Vorgesetzten und deinem Team als besonders sorgfältig angesehen wirst.

12 gute Gründe, die ein Projekt (nicht) zum Erfolg bringen. Bei twago.de findest du noch ein paar weitere Gründe, die Projekten nicht gut tun. Fallen dir noch mehr ein?

Andrea Windolph ist als freiberufliche Autorin und Trainerin tätig, konzipiert Online-Trainings und unterstützt Unternehmen bei der Planung und Umsetzung von Projekten. Seit 2014 betreibt sie das Portal „Projekte leicht gemacht“, auf dem sie PM-Wissen vermittelt, das sowohl fundiert als auch leicht verständlich ist.
Andrea Windolph ist studierte Betriebswirtin und verfügt über langjährige Erfahrung in der IT-Branche und der Software-Entwicklung.

5 Kommentare
  1. Georg Angermeier
    Georg Angermeier says:

    Hallo Andrea,
    vielen Dank dafür, dass Du endlich mal sagst, wie es wirklich geht! Ich mache es schon seit vielen Jahren genau so und bin immer bestens damit gefahren!

    Weiter so!

    Herzliche Grüße

    Georg

    Antworten
    • Alexander
      Alexander says:

      Ja, ich denke, hier findet jeder auch irgendwo sich selbst wieder … und so manch einen Kollegen aus den letzten Jahren. Allerdings werde ich keine Namen nennen.

      Ich wünsche schöne Osterfeiertage,

      Alexander

      Antworten
  2. Meike Kranz
    Meike Kranz says:

    Hallo Andrea,

    ich habe auch noch einen Tipp aus eigener Erfahrung: eine neue Software sollte man als Abteilungsleiter alleine in seiner Abteilung einführen. Das Hinzuziehen der IT-Abteilung und der Prozessorganisation macht das Alles nur komplizierter. Die stellen so blöde Fragen, behaupten, dass die Software nichts ins IT-Konzept passt und fragen nach dem Nutzen. Dabei wurde die Software doch in der Computer-Bild empfohlen!

    Weiter so!
    Grüße aus Hannover,
    Meike

    Antworten

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