7 Wege, um deine Mitarbeiter am Projektende glücklich zu machen

erfolge-feiern-1Das Projekt ist beendet – auf in das nächste?

Bitte nicht!

Ein ganz wesentlicher Punkt würde dann nämlich einfach wegfallen: das Feiern und das Wertschätzen der erbrachten Leistungen des Teams.

Ist das überhaupt nötig? Muss man ein Team belohnen, weil es seinen Job macht? Sollte das nicht selbstverständlich sein?

Sicher – so kann man es sehen. Allerdings kann ein Mitarbeiter seinen Job aber auch so oder so erledigen: Gehst du zum Friseur, so kann dieser dir mit minimalem Aufwand einen schnellen Schnitt verpassen, oder aber dich gut beraten und mit sehr viel Herzblut eine Frisur kreieren, die sehr gut sitzt, wenig Pflege benötigt und alle Kollegen staunen lässt. Und das für das gleiche Geld.

Worin liegt der Unterschied? Der liegt in der Motivation des Einzelnen, seine Arbeit gut zu machen. Und die kann von außen beeinflusst werden.

Warum also sollten Projekterfolge gefeiert werden?

  • Die Motivation für kommende Projekte wird gesteigert.
  • Die Leistung des Teams und/oder des Einzelnen wird wertgeschätzt.
  • Es wird signalisiert, dass es nicht nur um den Job geht, sondern dass der Mensch die Hauptrolle spielt.
  • Weil es Spaß macht!

Wie also kannst du deine Projektmitarbeiter belohnen und glücklich machen?

1. Danke sagen

Fangen wir am besten ganz klein an: Ein ehrlich gemeintes „Danke“ allein haben viele Projektmitarbeiter noch nie gehört. Die Betonung liegt auf „ehrlich gemeint“. Wird am Ende des Projektes einfach eine Standard-Dankesmail an alle Beteiligten gesendet, wird sie wohl kaum Motivation beim einzelnen Teammitglied hervorrufen.

Ein Danke sollte also immer ehrlich und vor allem persönlich sein. Und wenn es nur eine kleine Karte auf dem Schreibtisch ist – die kann viel bewirken.

2. Feiern

Wie feiert man den Projekterfolg: mit einer Feier. Diese Variante ist wenig überraschend.

Je nach Budget kann dieses Feiern sehr unterschiedlich ausfallen. Wichtig ist nur: Die Feier sollte etwas Besonderes darstellen. Werden alle Mitarbeiter in die Kantine eingeladen, in der sie ohnehin jeden Tag ihr Schnitzel essen, wird sich die Freude in Grenzen halten.

Wie wäre es mit einem Restaurant, das sich die Mitarbeiter sonst nicht leisten? Ein kleiner Ausflug? Gemeinsames Bowling?

Oft vergessen: Nicht jeder hat Lust, die kostbare Freizeit mit Kollegen zu verbringen. Nicht selten ist ein Mitarbeiter frustriert, weil er für drei Stunden an der Stechuhr ausstechen musste, um eine Feier zu besuchen. Ziel verfehlt!

Keiner sagt, dass es teuer sein muss. Es geht darum, dass das Bemühen des Projektleiters sichtbar wird, dem Team etwas Gutes zu tun. Auch eine Einladung zum Minigolf ergänzt mit einer Kugel Eis zeigt Wertschätzung – und kostet nicht die Welt.

3. Rituale

Einer meiner früheren Arbeitgeber erhob das abschließende „Projekteis“ zum Höchsten der Gefühle. Nach kurzer Zeit wurde dieser Besuch in einem Eiscafé zu einer festen Tradition. Solche Rituale können die Teammitglieder zusammenschweißen – und ganz einfach Spaß machen.

4. Das Werk in den Himmel heben

Diese Variante des Feierns ist so mächtig, dass es Verschwendung wäre, sie nur zum Projektabschluss einzusetzen:

Die Mitarbeiter sollten das Gefühl haben, dass sie an einem Projekt arbeiten, das die Welt verändern wird!

Das mag bei der Entwicklung eines neuen Raketenantriebs leichter fallen als bei der Konzeption eines neuen Versicherungstarifes.

Trotzdem lohnt die Frage: Was bringt unser Projekt dem Auftraggeber? Dem Endkunden? Welchen Nutzen zieht er daraus? Wie machen wir ihm mit unserer Arbeit das Leben leichter?

Die Motivation des Projektteams ist eine der wichtigsten Aufgaben eines Projektleiters. Beim Team Enthusiasmus und Begeisterung zu wecken, ist immer ein guter Ansatz. Und das nicht nur am Projektende, wenn ein „Wir haben etwas Großartiges erreicht!“-Gefühl geschaffen werden soll.

5. Besondere Belohnungen

Besonders wertvoll sind vollkommen überraschende Dinge, mit denen das Team oder der Mitarbeiter niemals gerechnet hätte. Nur ein paar Vorschläge:

  • Wie wäre es mit einem Geschenkgutschein für ein besonderes Restaurant? Oder ein Sportevent? Alles natürlich toll verpackt, in einem schicken Umschlag oder anders hochwertig präsentiert.
  • Wertschätzende Aufmerksamkeiten erwartet der Mitarbeiter am Arbeitsplatz – aber nicht zu Hause. Ein Dankeschön an die private Adresse zu senden, kann also ganz besonders gut ankommen.
  • Kürzlich habe ich von einem Unternehmen gelesen, dass seinen besonders gestressten Projektmitarbeitern eine persönliche Massage geschenkt hat. Übertrieben? Zumindest auffällig – und das bleibt in Erinnerung.

Immer daran denken: Es geht nicht darum, die allerteuersten und ganz besonders ausgefallenen Aufmerksamkeiten zu verteilen. Viel wichtiger ist: Beim Mitarbeiter sollte das Gefühl entstehen, dass sich der Projektleiter wirklich Gedanken bzw. Mühe gemacht hat. Und das geht auch mit einer kleinen handgeschriebenen Karte, die morgens auf dem Schreibtisch steht.

6. Öffentliches Lob

Mitarbeiter zu loben, kann nie schaden. Außer natürlich, es werden immer die gleichen Beteiligten in den Himmel gelobt und alle anderen vergessen.

Besonders wertvoll wird das Lob oftmals angesehen, wenn es nicht im stillen Kämmerlein, sondern öffentlich verteilt wird. Das kann auf zwei Arten geschehen:

  1. Der Mitarbeiter wird öffentlich in seiner Anwesenheit gelobt, z.B. in der Projektabschlussbesprechung.
  2. Der Mitarbeiter wird gegenüber seinen Vorgesetzten oder dem Auftraggeber gelobt, obwohl er selbst gerade nicht anwesend ist.

Welche Variante auch immer gerade die günstigere ist: Gute Leistungen sollten hervorgehoben werden. Egal wie.

7. Gegenseitige Wertschätzung

Eine sehr schöne Möglichkeit, gute Leistungen am Ende eines Projektes zu belohnen, ist die Wertschätzung der Teammitglieder untereinander. Lob vom Chef ist schön – das eines Kollegen kann aber manchmal viel mehr wert sein.

Einige Unternehmen bieten die Möglichkeit, dass sich Mitarbeiter untereinander mit kleinen Aufmerksamkeiten bedanken. Da gibt es Geschenkgutscheine oder nett gestaltete Zertifikate, die ein Kollege einem anderen Kollegen überreichen kann – einfach als kleines Dankeschön.

Wenn der brummige Programmierer von einem Kollegen aus der Logistik plötzlich ein kleines Dankeschön bekommt – das bleibt in Erinnerung!

Fazit

Bei allen Maßnahmen zur Belohnung zum Projektabschluss gilt: Versetze dich in die Lage des Mitarbeiters. Egal wie groß oder klein die Belohnung ist: Würdest du dich angemessen gewertschätzt fühlen? Hättest du das Gefühl, dass dich jemand ehrlich und angemessen belohnen möchte?

Wenn ja, dann bist du auf dem richtigen Weg.

In der nächsten Woche schauen wir uns an, wie man es besser nicht machen sollte.


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Andrea Windolph ist als freiberufliche Autorin und Trainerin tätig, konzipiert Online-Trainings und unterstützt Unternehmen bei der Planung und Umsetzung von Projekten. Seit 2014 betreibt sie das Portal „Projekte leicht gemacht“, auf dem sie PM-Wissen vermittelt, das sowohl fundiert als auch leicht verständlich ist.
Andrea Windolph ist studierte Betriebswirtin und verfügt über langjährige Erfahrung in der IT-Branche und der Software-Entwicklung.
1 Antwort
  1. Lea
    Lea says:

    Das sind wirklich sehr schöne Ideen für einen Projektabschluss! Eine solche Wertschätzung kommt leider viel zu oft viel zu kurz!

    Antworten

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