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Management Summary mit KI erstellen

Wenn die KI zusammenfasst: Was Projektmanager trotzdem noch können müssen

Für Eilige: Alles Wichtige auf einen Blick

Warum ist das Thema wichtig?
Weil dir KI das Zusammenfassen von Texten stark erleichtern kann, du aber trotzdem selbst beurteilen musst, ob die Inhalte wirklich relevant und schlüssig sind.
Die wichtigsten Learnings:
➜ KI kann dir beim Kürzen, Strukturieren und Formulieren viel Arbeit abnehmen.
➜ Du kannst KI-Ausgaben nur gut bewerten, wenn du selbst weißt, worauf es ankommt.
➜ Je stärker es um Relevanz und Konsequenzen geht, desto wichtiger bleibt dein eigenes Urteil.

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Du hast einen 30-seitigen Projektbericht vor dir und brauchst für den nächsten Lenkungsausschuss eine knappe Management Summary. Also fragst du die KI und hast wenige Sekunden später einen sauber formulierten Text vor dir liegen. Ist das nicht unglaublich praktisch? Absolut! Wer lässt sich nicht gern Arbeit abnehmen? Trotzdem bleibt eine wichtige Frage:

Wenn die KI die Management Summary schreibt, wirst du an dieser Stelle überhaupt noch gebraucht?

Doch ganz so einfach ist es nicht: Ja, KI kann dir beim Schreiben und Strukturieren viel Arbeit abnehmen – aber das ist nur ein Teil der Aufgabe.

Früher lautete die Aufgabe:
„Kann ich aus diesen Informationen eine gute Management Summary erstellen?“
Heute kommt hinzu:
„Kann ich beurteilen, ob die KI eine gute Management Summary erstellt hat?“
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Eine Management Summary zu schreiben ist mehr als Schreiben

Beim Schreiben von Texten denken wir oft an konkrete Formulierungen: Sind die Sätze verständlich, prägnant und schlüssig formuliert? Keine Frage: All diese Punkte sind wichtig – allerdings beginnt die Arbeit beim Zusammenfassen von Texten viel früher. Es geht nämlich nicht darum, aus einem langen Projektbericht einfach „weniger Text“ zu machen. Stattdessen musst du herausarbeiten, was die jeweilige Zielgruppe wissen muss und warum. Dafür brauchst du mehrere Fähigkeiten:

Kurzcheck

Für das Erstellen einer guten Management Summary braucht es mehrere Fähigkeiten. Es geht nicht nur ums Kürzen von Texten, sondern du musst:

◻️ Informationen verstehen
◻️ Relevantes auswählen
◻️ Wichtiges priorisieren
◻️ Die Perspektive des Empfängers einnehmen
◻️ Zusammenhänge erkennen
◻️ Schlussfolgerungen ableiten
◻️ Verständlich formulieren

Bei fast all diesen Punkten kann KI unterstützen – das ist allerdings etwas anderes als ein „auf Knopfdruck eine Zusammenfassung erstellen“. Schauen wir mal, welche Bereiche sich gut delegieren lassen und wo du besser selbst am Steuer bleibst.

Was du an KI delegieren kannst – und was besser bei dir bleibt

Was also kann KI guten Gewissens übernehmen, und wo solltest du selbst den Hut aufbehalten? Hier hilft eine einfache Faustregel:

Je stärker eine Aufgabe mit Formulieren und Verdichten zu tun hat, desto besser lässt sie sich an KI delegieren. Je stärker es um Bewertung, Kontext und Empfehlungen geht, desto wichtiger wird dein eigenes Urteil.
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Generell kann die KI bei all diesen Aufgaben hilfreich sein. Sie kann beispielsweise Vorschläge machen oder Gegenargumente liefern. Aber: Die endgültige Entscheidung sollte immer bei dir bleiben.

AufgabeIm LeadWarum?Beispiel
Text kürzenKIKürzen ist eine klar umrissene Aufgabe. KI kann sehr gut Wiederholungen entfernen und Inhalte verdichten.Aus 600 Wörtern werden 250, ohne dass die Kernaussage verändert wird.
Verständlicher formulierenKIBei sprachlicher Klarheit, Satzbau und Lesbarkeit spielt KI ihre Stärke aus.Aus „Die Ressourcenallokation stellt sich als kritisch dar“ wird „Für die nächsten Projektphasen fehlen Ressourcen.“
Strukturvorschläge erstellenKIBesonders bei umfangreichen Informationen kann KI schnell Muster erkennen und Inhalte sinnvoll gruppieren.Status, Risiken, Entscheidungsbedarf und nächste Schritte werden in vier Blöcke sortiert.
Varianten für unterschiedliche Zielgruppen erstellenKI + MenschKI kann denselben Inhalt unterschiedlich aufbereiten. Du musst allerdings festlegen, was die jeweilige Zielgruppe tatsächlich wissen muss.Eine operative Version fürs Projektteam und eine stark verdichtete Version für den Lenkungsausschuss.
Informationen priorisierenMenschDu musst wissen, welche Auswirkungen eine Information hat und was für den Empfänger besonders relevant ist.Das leicht überschrittene Teilbudget ist weniger kritisch als die fehlende Freigabe, die den Go-live blockiert.
Zusammenhänge und Ursachen bewertenMensch + KIKI kann mögliche Zusammenhänge aufzeigen. Ob Ursache und Wirkung tatsächlich so zusammenhängen, musst du allerdings prüfen.Führt die verspätete Schnittstelle wirklich zur Verschiebung des Rollouts oder existiert noch ein Puffer?
Schlussfolgerungen und Empfehlungen ableitenMenschUm aus einer Zusammenfassung eine Entscheidungsgrundlage zu machen, braucht es eine fachliche sowie organisatorische Einordnung.„Wir benötigen zwei zusätzliche Entwickler“ ist eine eine konkrete Handlungsempfehlung und mehr als eine sprachliche Zusammenfassung.
Politische Zwischentöne berücksichtigenMenschVorgeschichte, Interessen, Konflikte oder sensible Themen kennt die KI möglicherweise gar nicht.Ein vermeintlich geringes Risiko ist für den Vorstand besonders relevant, weil das Thema beim wichtigsten Kunden bereits eskaliert ist.
Finale Aussage verantwortenMenschEgal, wer den Text formuliert hat: Du schickst ihn ab. Deshalb musst du hinter den Aussagen, Bewertungen und Empfehlungen stehen können.Wenn der Lenkungsausschuss nachfragt, solltest du erklären können, warum genau diese drei Punkte oben stehen.
Egal, wer den Text formuliert hat: Du schickst ihn ab. Deshalb musst du hinter den Aussagen, Bewertungen und Empfehlungen stehen können.
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Der wichtigste Unterschied: Helfen lassen oder Urteil abgeben?

Nutze die KI gern zum Formulieren, als Sparringspartner oder kritischen Gegenleser. Aber: Behalte immer dort das letzte Wort, wo es um Prioritäten und Entscheidungen geht:

„Welche fünf Informationen in diesem Bericht dürften für einen Lenkungsausschuss besonders relevant sein? Begründe deine Auswahl.“
Das kann ein richtig guter Ausgangspunkt für deine Arbeit sein. Problematisch wird es erst, wenn daraus automatisch wird:
„Die KI hat diese fünf Punkte ausgewählt, also werden es schon die richtigen sein.“

Aus Schreibkompetenz wird Urteilskompetenz

Wenn KI einen Großteil des Formulierens übernimmt, verändert sich zwangsläufig die Rolle des Menschen. Du musst nicht mehr jeden Satz selbst schreiben, musst dafür aber umso besser beurteilen können, ob das Ergebnis stimmig ist: Sind die Kernausssagen enthalten, richtig gewichtet und durch Fakten belegbar? Damit verschiebt sich ein Teil der Kompetenz:

Weniger „Wie formuliere ich das?“
Mehr „Ist das inhaltlich die richtige Aussage?“
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Das klingt zunächst komfortabel, schließlich geht Überprüfen schneller, als alles selbst schreiben zu müssen – oder? Ganz so einfach ist es leider mal wieder nicht. Denn: Du kannst nur gut prüfen, wenn du weißt, worauf du achten musst.

Beispiel 1: Eine plausible, aber ungesicherte Aussage

Die KI formuliert: „Der geplante Go-live ist trotz der Verzögerungen weiterhin realistisch.“ Die Aussage klingt klar und überzeugend. Ob sie stimmt, kannst du aber nur beurteilen, wenn du die Abhängigkeiten, Zeitpuffer und bereits eingetretenen Risiken kennst. Außerdem musst du prüfen, ob die zugrunde liegenden Informationen vollständig und aktuell sind.

Beispiel 2: Eine unpassende Priorisierung

Die KI erstellt eine gut strukturierte Summary, stellt aber einen technischen Nebenaspekt an den Anfang. Die eigentliche Entscheidungsempfehlung steht erst im dritten Absatz. Wenn du selbst nie darüber nachdenkst, welche Information für den Empfänger am wichtigsten ist, wirst du diesen Fehler womöglich nicht erkennen. Merke: Eine formal gute Struktur ist nicht automatisch eine inhaltlich gute Struktur.

Prüfen ist keine passive Tätigkeit.
Eine gute Prüfinstanz braucht ein eigenes Verständnis davon, wie ein gutes Ergebnis aussieht.
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Muss ich also doch jede Summary selbst schreiben?

Nicht zwingend: Warum solltest du ein Werkzeug vermeiden, das bestimmte Aufgaben schneller und teilweise sogar besser erledigt? Auch Management Summaries musst du also nicht von Hand schreiben, nur um „in Übung zu bleiben“.

Was allerdings wichtig ist: Delegiere nicht die komplette Aufgabe und bilde dir immer dein eigenes Urteil. Denke zurück an deine Schulzeit: Nur weil du bei jemandem abgeschrieben hast, hast du noch lange nicht die Zusammenhänge verstanden – doch genau für diese Zusammenhänge musst du im Arbeitsleben stehen.

Problematisch wird es immer dann, wenn du verlernst, Informationen selbst zu durchdringen, zu bewerten und daraus eine Empfehlung abzuleiten. Genau diese Fähigkeiten solltest du bewusst weiterhin trainieren, auch wenn KI im Alltag einen großen Teil der eigentlichen Schreibarbeit übernimmt.

5 Gewohnheiten, mit denen du dein eigenes Denken trainierst

  1. Erst kurz selbst denken, dann prompten: Notiere vor dem KI-Einsatz deine wichtigsten Punkte und Erkenntnisse. Zwei Minuten reichen oft schon. So hast du eine eigene Meinung, mit der du das KI-Ergebnis vergleichen kannst. Achtung, die Reihenfolge ist hier entscheidend: zuerst selbst denken, dann prompten! So verhinderst du, dass die KI dich perfekt formuliert auf die falsche Fährte lockt.
  2. Lass dir Entscheidungen begründen: Statt nur „Fasse das zusammen“ zu schreiben, frage zusätzlich: „Warum hältst du diese Punkte für besonders relevant?“ So kannst du die Auswahl besser nachvollziehen und hinterfragen.
  3. Nutze KI auch als Gegenstimme: Frage zum Beispiel: „Welche wichtige Information könnte fehlen?“ oder „Welche meiner Schlussfolgerungen ist am wenigsten belastbar?“ Das zwingt dich dazu, dich mit dem Inhalt auseinanderzusetzen, statt ihn nur abzusegnen.
  4. Prüfe zuerst Inhalt, dann Sprache: Ein elegant formulierter Text wirkt schnell überzeugend. Kontrolliere deshalb zunächst Kernaussagen und Schlussfolgerungen und erst danach Stil und Formulierungen.
  5. Mach den Erklär-Test: Schließe den KI-Text gedanklich kurz weg und frage dich: Kann ich in zwei oder drei Sätzen erklären, was das Management wissen muss und warum? Wenn nicht, solltest du dich mit dem Inhalt noch einmal selbst beschäftigen.

Der Erklärt-Test

Könntest du die Kernaussage des Texts auch ohne die fertige KI-Zusammenfassung erklären und begründen?

Wenn die Antwort Ja lautet, übernimmst du weiterhin einen großen Teil der Denkarbeit – sehr gut.
Wenn du hingegen den Text überzeugend findest, du aber selbst nicht genau weißt, warum bestimmte Punkte darin stehen, solltest du noch einmal genauer hinschauen.

Fazit

KI darf dir beim Schreiben einer Management Summary ruhig Arbeit abnehmen – allerdings nicht dein Urteil. Als Minimum solltest du vor dem Absenden drei Dinge hinterfragen:

  • Sind wirklich die wichtigsten Informationen enthalten?
  • Sind sie aus Sicht des Empfängers richtig gewichtet?
  • Und könnte ich selbst erklären, warum genau diese Aussagen und Schlussfolgerungen in der Summary stehen?

Wenn du diese Fragen sicher beantworten kannst, nutzt du KI als Werkzeug und nicht als „ausgelagertes Gehirn“. Wenn nicht, klingt der Text vielleicht überzeugend, aber du hast einen entscheidenden Teil deiner Verantwortung an die KI abgegeben.

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