Dies ist Artikel 6 von 9 der Serie Projektziele

Dass beim Aufsetzen eines Projektes Ziele formuliert werden müssen, sollte mittlerweile jedem klar sein.

Nun gibt es aber auch spezielle Ziele, die weitaus weniger häufig formuliert werden:

Nicht-Ziele.

In der Projektausführung ist die Kenntnis der Nicht-Ziele häufig sogar noch wichtiger, als die eigentlichen Ziele. Die Ziele sind nämlich den meisten Beteiligten bekannt – in mehr oder weniger konkreter Form. Aber zumindest herrscht über die Ziele meist eine einheitliche Meinung.

Nicht-Ziele hingegen sind oft weitaus weniger klar: Was genau soll im Projekt eigentlich NICHT erreicht werden? Worauf wird verzichtet?

Schau dir an, warum die Formulierung der Nicht-Ziele so wichtig ist:

Nicht-Ziele grenzen das Projekt ab

Im Rahmen der Zieldefinition wird klar formuliert, was als Ergebnis des Projektes entstehen soll.

Trotzdem bleiben häufig nicht ausgesprochene Erwartungen (insbesondere der Auftraggeber) im Raum stehen und werden nicht thematisiert. Häufig gehen Projektbeteiligte einfach davon aus, dass bestimmte Ziele im Projektumfang enthalten sind.

Eine klare Formulierung von Nicht-Zielen kann dieses Risiko auflösen: Allen Beteiligten wird verdeutlicht, an welcher Stelle das Projekt begrenzt ist.

Nicht-Ziele verhindern ein Ausufern des Projektes

Viele Projekte sind von Beginn an nicht klar umrissen. Und werden dann mit der Laufzeit immer größer. Weil von dieser Seite noch ein Wunsch kommt oder man Punkt x „noch schnell mit erledigen“ kann.

Dummerweise schlägt sich das meist sowohl in der Projektlaufzeit als auch im Budget nieder.

Nicht Ziele können dieses Problem zumindest eingrenzen.

Nicht-Ziele formulieren klaren Verzicht

Nun könnte man davon ausgehen, dass alle nicht explizit formulierten Ziele automatisch Nicht-Ziele sind.

Nur ist es in der Praxis ganz einfach so, dass klar formulierte Aussagen ein Statement abgeben: Es wurde sich zu dem Thema Gedanken gemacht und eine klare Entscheidung getroffen. Nicht-Ziele gehören nicht zum Projektinhalt.

Und das ist viel besser, als ein unscharfes „Es ist nicht formuliert, also könnte es eventuell nicht Projektinhalt sein.“.

Nicht-Ziele vereinfachen die Argumentation

Wurde sich auf verschiedene Nicht-Ziele geeinigt, kann diese Einigung in späteren Projektsituationen wieder auf den Tisch gelegt werden.

Statt vagen Aussagen wie „Aber das wollten wir doch nicht im Projekt umsetzen.“ gibt es eindeutige Aufzeichnungen: „Wir hatten uns auf diese Nicht-Ziele geeinigt.“

Und das kann manchmal Gold wert sein.

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Nicht-Ziele: Ein Beispiel

Ein Beispiel aus dem Bereich Marketing:

Eine Marketing-Agentur wird mit dem Redesign eines Webauftritts eines mittelständischen Unternehmens beauftragt.

Ziele:

  • Entwurf und Implementierung eines modernen Internet-Auftritts im angesagten Flat-Design
  • Einbindung von Formularen für Kundendienst und Kontaktanfragen
  • Austausch aller Website-Fotos mit hochauflösendem Bildmaterial

Nicht-Ziele:

  • Anpassung der Website-Texte
  • Aufsetzen von Social Media-Kanälen

Die Verantwortung für die Nicht-Ziele verbleibt beim Auftraggeber.

Wurden für dein aktuelles Projekt Nicht-Ziele formuliert? Wenn nicht, solltest du dir mal darüber Gedanken machen – und das Thema beim nächsten Projekt auf jeden Fall berücksichtigen :-)

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