7 einfache Punkte, um deine Mitarbeiter zu motivieren

Motivation im ProjektIch habe eine Frage an dich:

Wenn du an dein aktuelles Projekt denkst: Bist du motiviert? Und gleich die zweite Frage hinterher:

Ist dein Team motiviert?

Im Idealfall lautet auf beide Fragen die Antwort „Ja!“. Und das ist auch gar nicht so ungewöhnlich, denn Projekte haben grundsätzlich ein hohes Motivationspotenzial:

Neuartige und spannende Vorhaben versprechen positive Herausforderungen. Gepaart mit komplexen Begleitumständen kann die Gesamtsituation für das Team oder den Einzelnen als sehr motivierend empfunden werden.

Und das ist eine gute Sache!

Hohe Motivation führt im Team zu höherer Leistungsfähigkeit und Zufriedenheit. Ein Projektleiter sollte daher die Bedeutung der Motivation kennen und wissen, was er tun kann, um die Motivation hochzuhalten.

Das Dumme ist:

Die Motivationslehre geht davon aus, dass man Menschen nicht motivieren kann. Motivation muss immer aus der Person selbst herauskommen.

Heißt das, dass du die Motivation des Teams gar nicht beeinflussen kannst? Zum Glück nicht! Denn als Projektleiter hast du die Möglichkeit, die richtigen Rahmenbedingungen zu schaffen. Dies geschieht durch:

  • Steigerung der Selbstmotivation:
    Gestalte die Rahmenbedingungen des Projektes so, dass die Teammitglieder von sich aus heraus den Antrieb haben, ihr Bestes für die Erreichung der Projektziele zu geben.
  • Vermeidung von Demotivation:
    Gestalte das Projekt so, dass negative Rahmenbedingungen ausgeschaltet werden. Rahmenbedingungen, die dazu führen, dass das Team keinen Antrieb entwickelt, das Projekt voranzutreiben.

Was also kannst du konkret tun?

1. Den Projektnutzen hervorheben

Wer arbeitet schon gern für etwas, was er als sinnlos erachtet? Vermutlich keiner.

Wenn ich weiß, dass mein derzeitiges Vorhaben nur Zeitverschwendung ist, sinkt meine Motivation sofort ins Bodenlose. Und damit stehe ich ganz sicher nicht allein da.

Deine Aufgabe: Betone immer wieder den Nutzen des Projektes, verleihe den Aufgaben Sinn! Hierbei gibt es zwei Ausprägungen:

  • Nutzen für die Organisation:
    Das kann eine Umsatzsteigerung des Unternehmens, eine Optimierung der Prozesse oder ein hervorragendes Dastehen der Abteilung sein.
  • Nutzen für den Einzelnen:
    Erweiterte Kenntnisse und Erfahrungen und die Sammlung von Qualifikationen sind Punkte, die für den Einzelnen positiv sein können.

2. Realistische Ziele vorgeben

Nehmen wir ein kleines Beispiel.

Wenn dir jemand sagt, dass du am kommenden Sonntag einen Marathon laufen sollst – bist du dann motiviert?

Vermutlich nur, wenn du entweder ein super-fitter Langstreckenläufer bist, der gerade voll im Training steht, oder wenn du generell auf verrückte Herausforderungen positiv reagierst 😉

Die meisten Menschen reagieren jedoch nicht motiviert, sondern ablehnend und mit einer „völlig unrealistisch“-Haltung.

In Projekten ist das ganz ähnlich.

Ziele, die kaum oder nicht erreicht werden können, ersticken die Motivation. Gar nicht so viel anders verhält es sich mit Zielen, die zu niedrig gesteckt sind: Auch hier ist der Antrieb gering, sie unbedingt erreichen zu wollen.

Das richtige Maß liegt also in der Mitte: erreichbar – aber ambitioniert.

Vermutlich wirst du nicht immer in der Lage sein, die Ziele komplett selbst zu bestimmen. Aber innerhalb des Projektes kannst du Zwischenziele vorgeben – und die ambitioniert, aber erreichbar sein.

3. Leistungen und Ergebnisse wertschätzen

Ein ganz wichtiger Punkt!

Auch wenn die Meinung „Die Leute werden doch für ihre Arbeit bezahlt.“ noch immer in einigen Köpfen steckt, sollte mittlerweile jedem klar sein, dass Menschen positiv auf Anerkennung und Wertschätzung reagieren.

Engagement und gute Leistungen sind nun einmal nicht selbstverständlich – und so sollten sie auch nicht betrachtet werden. Kleine Anerkennungen und Feedback machen nicht viel Arbeit, bewirken aber so einiges: Eine Steigerung der Selbstmotivation der Mitarbeiter und die Schaffung einer positiven Atmosphäre.

Hier sind die Menschen unterschiedlich: Für manche ist positives Feedback eine Sache, die völlig natürlich und nebenbei „passiert“, andere müssen sich bewusst dazu zwingen. Gehörst du zur zweiten Gruppe, dann achte darauf, dass du ab und zu daran denkst.

4. Passende Aufgaben zuweisen

Ich persönlich wäre völlig unmotiviert, wenn ich den ganzen Tag Belege für die Buchhaltung sortieren müsste. Andere gehen in solchen Aufgaben vollständig auf.

Achte darauf, dass deine Teammitglieder die passenden Rollen einnehmen und passende Aufgaben zugewiesen bekommen.

Auch hier gilt ein ähnlicher Ansatz wie bei den Zielen: Die Aufgaben sollten erreichbar, aber auch fordernd sein. Auch die Übertragung von einem größerem Handlungs- und Entscheidungsspielraum wirkt häufig äußerst motivierend!

5. Strukturen und Abläufe transparent gestalten

Wer arbeitet schon gern in einem Umfeld, in dem nichts sinnvoll geregelt ist?

Vermutlich rufen jetzt einige Leser „Ich!“. Trotzdem: Auch eher „kreative Chaoten“ mögen es mit Sicherheit nicht, wenn

  • ein Entscheidungsvakuum entsteht
  • Ansprechpartner unklar sind
  • Arbeiten doppelt erledigt werden müssen

Oder? Also: Schaffe den Rahmen, der eine möglichst reibungslose Abwicklung des Projektes ermöglicht.

6. Berechenbar sein

Es gibt eine ganz einfache Möglichkeit, deine Leute zu demotivieren:

Gib ihnen heute eine Anweisung und entscheide dich morgen spontan um. Am besten dann, wenn schon einige Arbeit auf Basis deiner ersten Anweisung erledigt wurde.

Das macht niemandem Spaß. Wirklich nicht. Und führt dazu, dass Leute

a) demotiviert sind und
b) in der Zukunft ähnlich demotiviert auf neue Anweisungen von dir reagieren.

Beobachte dich also selbst und achte darauf, dass du transparent handelst und nachvollziehbare und berechenbare Entscheidungen triffst.

7. Stressausgleich schaffen

Projekte sind nun einmal oft stressig. Das kann sicher niemand bestreiten. Umso wichtiger ist es, einen Ausgleich zu schaffen:

  • Achte auf Arbeitszeiten, die auch noch Raum für Freizeit lassen.
  • Streue ruhig mal kleine Team-Rituale ein (Kuchen immer freitags?)
  • Feiere Erfolge!

Klar ist: Das ist alles keine hochkomplizierte Wissenschaft. Aber trotzdem gut, sich bestimmte Dinge einfach mal wieder ins Bewusstsein zu rufen und sich zu fragen, wie es eigentlich mit der Motivation im eigenen Projekt bestellt ist.


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Andrea Windolph ist als freiberufliche Autorin und Trainerin tätig, konzipiert Online-Trainings und unterstützt Unternehmen bei der Planung und Umsetzung von Projekten. Seit 2014 betreibt sie das Portal „Projekte leicht gemacht“, auf dem sie PM-Wissen vermittelt, das sowohl fundiert als auch leicht verständlich ist.
Andrea Windolph ist studierte Betriebswirtin und verfügt über langjährige Erfahrung in der IT-Branche und der Software-Entwicklung.
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