Endlich übersichtliche Notizen: Die Cornell-Methode

cornell-notesIch weiß ja nicht, wie du tickst: Aber was ich mir nicht aufschreibe, verschwindet irgendwo im … Nirvana. Ist verschwunden, bevor ich „Denk dran!“ sagen kann.

Also mache ich Notizen. In meinem hübschen kleinen Notizblock, der leider ab und zu einem bunten Sammelsurium ähnelt, in dem ich nichts mehr finde.

Vor kurzem bin ich auf eine Technik gestoßen, die zu den effektivsten Methoden für Notizen gehört, und habe sie ausprobiert. Gleich vorab: Ich finde sie wirklich praktisch!

Einsatzgebiete

Die Cornell-Methode eignet sich immer dann, wenn Informationen aufgenommen werden sollen, zum Beispiel:

  • in Seminaren und Weiterbildungen
  • in Meetings
  • in Vorlesungen beim Studium
  • beim Lesen eines Fachbuches
  • bei der Online-Recherche

Du siehst: Sehr flexibel!

Wann ist die Technik weniger geeignet? Immer dann, wenn die Notizen 1:1 anderen zugänglich gemacht werden sollen. Wie andere handschriftliche Notizen sollten auch Cornell-Notes aufbereitet werden – in den seltensten Fällen sind solche Scribbles für Dritte lesbar.

Ablauf der Cornell-Methode

Wie funktioniert die Technik denn nun genau? Sehr simpel:

Vorlage vorbereiten

Das Kernstück der Methode ist der definierte Aufbau des Notizblattes. Du hast Platz für

  • eine Überschrift
  • einen großen Notizenbereich rechts
  • einen Bereich für Fragen links und
  • eine Zusammenfassung am Fuß des Blattes.

Die folgende Grafik zeigt den Aufbau sehr schön:

cornell-notizen-aufbau

Eine Word-Vorlage findest du am Ende des Artikels. Ein vorgefertigtes Notizbuch  gibt es ebenfalls.

Titelzeile einfügen

Du sitzt nun also in einem Seminar oder Meeting und möchtest dir Notizen machen. Nichts leichter als das!

Nutze die Kopfzeile für allgemeine Informationen: Thema, Datum, Beteiligte, Seitenzahl – was immer dir hilft, die Notizen einordnen zu können.

Notizen machen

Im großen Abschnitt des Blattes tust du nun das, was du immer getan hast: du machst Notizen!

Folgende Tipps gelten unabhängig von der Cornell-Methode:

  • Versuche, die wichtigsten Informationen zu extrahieren.
  • Betrachte deine Notizen als eine Art grobe Gliederung statt eines vollständigen Textes. Richtig: Big Picture. Falsch: Jedes kleine Detail.
  • KISS – Keep It Short and Simple: Nutze Schlagworte statt ganzer Sätze. Achte nur darauf, dass du die Informationen später noch verwerten kannst.
  • Grenze Themen voneinander ab: Blättere um, zeichne eine Linie oder lasse etwas Platz, um Übersicht zu schaffen.
  • Notiere bereits jetzt Fragen, die dir einfallen.

Notizen überarbeiten

Überarbeite deine Notizen so bald wie möglich! Kurz nach dem Aufschreiben sind die Gedanken noch frisch und die Gefahr ist geringer, etwas zu vergessen.

Folgendes solltest du tun:

  • Hebe besonders wichtige Informationen hervor.
  • Arbeite mit Farben, Symbolen und Pfeilen, um den Text leichter durchdringen zu können.
  • Streiche Notizen, die irrelevant sind. Dies hilft, das eigene Bild des Themas in deinem Kopf klarer zu gestalten.

Bisher bewegst du dich ausschließlich im großen Notizenbereich des Blattes. Das ändert sich im nächsten Schritt:

Fragen formulieren

Formuliere nun potenzielle Fragen, die zu deinen Notizen passen. Spielen wir das anhand eines Beispiels durch:

Stell dir vor, du sitzt in einer Besprechung, in der die nächste Firmenfeier geplant werden soll. In der linken Spalte könnten folgende Fragen eingetragen werden:

  • Für wie viele Leute muss die Location Platz bieten?
  • Hat der bevorzugte Schlagersänger an diesem Termin Zeit?
  • Müssen wir auf vegetarisches, veganes und glutenfreies Catering achten?

Nutze den Platz für Fragen, die geklärt werden müssen, oder auch für Themen, über die du dich weiter informieren möchtest. Dies trifft besonders dann zu, wenn du dich in einer Weiterbildung oder ähnlichem befindest.

Notizen zusammenfassen

Nun ist das Cornell-Notizblatt schon ziemlich voll – fehlt nur noch die Fußzeile. Diese nutzt du für eine knappe Zusammenfassung der aktuellen Seite, für die Kernaussage.

Notizen auswerten

In den meisten Fällen machst du Notizen nicht nur, weil du so gern Worte zu Papier bringst. Was also kannst du nun mit den Notizen anfangen?

Du kannst sie zum Beispiel zum Lernen nutzen, wenn du dich auf eine Prüfung vorbereitest. Decke den Notizenbereich ab und beantworte die Fragen der linken Spalte.

Im Berufsalltag häufiger anzutreffen: Bereite die Mitschrift in einem Dokument auf. Die Zusammenfassung und Fragen helfen dabei, die wichtigsten Punkte für die Kollegen hervorzuheben.

Vorteile und Nachteile

Du siehst, die Methode ist leicht anzuwenden. Schauen wir uns ein paar Vor- und Nachteile an:

Vorteile:

  • Das immer gleiche Layout hilft beim Scannen der Notizen.
  • Das Layout unterstützt dabei, die Notizen zu durchdenken.
  • Fragen und Zusammenfassungen führen dazu, die Kernpunkte herauszuarbeiten.
  • Notizen aus Seminaren usw. müssen in der Regel nicht noch einmal aufbereitet werden.
  • Das Layout kann leicht auch per Hand erstellt werden.

Nachteile:

Gibt es überhaupt welche? Vielleicht … dass in kleinen Notizblöcken der Platz eng werden könnte.

Fazit

Die Cornell-Methode eignet sich wunderbar zum Strukturieren von Notizen. Sie verbindet das eigentliche Notieren mit dem Herausarbeiten der wichtigsten Punkte. Sie lässt sich leicht anwenden und kann daher von jedem ohne langwierige Vorbereitung ausprobiert werden.

Ressourcen

Schau dir das praktische Notizbuch an – wahlweise im A4– oder A5-Format:

Cornell-Notizbuch, 100 A4-Seiten, liniert
  • Andrea Windolph
  • CreateSpace Independent Publishing Platform
  • Taschenbuch: 102 Seiten
Cornell-Notizbuch, 100 A5-Seiten, liniert
  • Andrea Windolph
  • CreateSpace Independent Publishing Platform
  • Taschenbuch: 102 Seiten

Hier kannst du dir eine kostenlose Vorlage herunterladen:

Hol dir die kostenlose Cornell-Vorlage zum Ausdrucken!

Deine Daten werden nicht an Dritte weitergegeben.
Andrea Windolph ist als freiberufliche Autorin und Trainerin tätig, konzipiert Online-Trainings und unterstützt Unternehmen bei der Planung und Umsetzung von Projekten. Seit 2014 betreibt sie das Portal „Projekte leicht gemacht“, auf dem sie PM-Wissen vermittelt, das sowohl fundiert als auch leicht verständlich ist.
Andrea Windolph ist studierte Betriebswirtin und verfügt über langjährige Erfahrung in der IT-Branche und der Software-Entwicklung.
11 Kommentare
  1. Martine Richli
    Martine Richli says:

    Sehr geehrte Andrea Windolph,

    kann ich das Notizbuch auch woanders kaufen? Bei amazon kaufe ich grundsätzlich nicht.

    Mit freundlichen Grüßen

    Martine Richli

    Antworten
  2. Dirk
    Dirk says:

    Hallo, ist wirklich ein gutes System um Notizen strukturiert zu erfassen und auch später übersichtlich zur Verfügung zu haben. Schade das die Word Vorlage ein PDF ist,

    Antworten
      • Dirk
        Dirk says:

        Dankeschön
        Ich besuche eure Seite immer wieder gerne. Und im Gegensatz zu manchen anderen freue ich mich auch immer über eure Mailings. Es ist fast immer etwas interessantes auch für mich mit dabei.
        Großes Lob 🙂

        Antworten
  3. Michael Gerstel
    Michael Gerstel says:

    Hallo Andrea,

    immer wieder bin ich begeistert von deinem Blog. Eigentlich würde ich auch gerne meinen eigenen Blog zu den Themen IT, Change- und Projektmanagement machen, aber der Beruf beansprucht die meiste Zeit. Deshalb ein ganz großes Lob für deine verständlichen Beiträge und die Arbeit die du hier investierst. Respekt!
    Auch die Cornell Methode hilft mir wieder unendlich weiter und ich werde sie bei internen Trainings meinen Usern and Herz legen.

    Danke!

    Antworten
  4. Chrisi
    Chrisi says:

    Hallo Andrea, vielen Dank für den Inhalt dieser Seite Deines Blogs! Cornell- Notizen… merk ich mir und werde diese Methode gleich in der nächsten Beratung oder Fortbildung anwenden. Dann kann ich auch noch einmal ein Feedback geben, wie ich damit klar gekommen bin und ob diese Methode mein Ding wird! Liebe Grüße Chrisi

    Antworten
  5. Martin
    Martin says:

    Hallo zusammen,
    schöner Ansatz, aber immer noch Paperwork :-). Für alle, die OneNote oder Evergreen oder ähnliche Anwendungen nutzen, läßt sich das auch sicherlich gut als digitale Vorlage abbilden. In OneNote kann man bspw. eine Standardvorlage für einen Seitenabschnitt definieren, so dass diese automatisch beim Erzeugen einer neuen Seite geladen wird. Und die Mitschriften – nach Aufbereitung – können so einfacher geteilt und ggf. sogar gemeinsam bearbeitet werden. Am praktischsten ist das sicherlich mit einem Stift-Tablett, und es vermeidet lästiges Tastaturgeklapper 🙂
    Viele Grüße, Martin

    Antworten

Dein Kommentar

Want to join the discussion?
Feel free to contribute!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.