6 Quellen für Projektrisiken

Dieser Artikel ist Teil 4 von 11 der Serie Risiken

Quellen für Risiken im ProjektWas passiert ganz zu Beginn der Risikoanalyse?

Richtig.

Das Sammeln von Risiken. Ziel ist die Erstellung einer Liste von möglichen Risiken, die im Projekt eintreten könnten.

Doch wo fängt man an?

Die folgenden Punkte geben einen Überblick über mögliche Quellen von Risiken:

Konkurrierende Ziele

Im Idealfall beeinflussen sich Projektziele gegenseitig positiv. Häufig gibt es aber auch Ziele, die miteinander konkurrieren oder sich sogar ausschließen.

Und das kann zu Risiken führen.

Beispiel:

Das Projekt soll innerhalb von zwei Monaten fertiggestellt werden. Das Budget von 150.000 Euro soll nicht überschritten werden. Um den Termin zu halten, müssten den Projektmitarbeitern allerdings nicht eingeplante Überstundenzuschläge gezahlt werden.

Projektumfeld

Viele Faktoren aus dem Projektumfeld wirken einschränkend auf das Projekt. Beispiele: Ein vorgegebener Zeitrahmen, Regularien, klimatische Bedingungen usw. Stellt man die Fragen, was bei Nichtbeachtung dieser Faktoren geschieht, stößt man schnell auf Risiken.

Beispiel:

Für die Entwicklung eines neuen Medikaments sind umfangreiche Genehmigungsverfahren zu durchlaufen. Dieser Umfeldfaktor birgt das Risiko, dass diese Genehmigung nicht erteilt wird.

Stakeholder

Stakeholder können Projekte zum Scheitern bringen. Insbesondere Stakeholder mit hohem Einfluss auf das Projekt sind zu beachten. Vor allem dann, wenn sie dem Projekt gegenüber nicht gerade positiv eingestellt sind.

Beispiel:

Der Vorsitzende des Betriebsrates hat ein hohes Mitspracherecht bei Personalthemen und steht der Einführung einer neuen Arbeitszeitregelung sehr negativ gegenüber.

Projektstrukturpläne

Der Projektstrukturplan (PSP) beinhaltet alle Arbeitspakete, die im Projekt abgearbeitet werden müssen. Ein Blick auf diesen Plan führt oft zu Erkenntnissen, welche Arbeitspakete potenziell kritisch sind.

Beispiel:

Erst nach Erstellung des PSP´s wird sichtbar, dass das Arbeitspaket „System einführen“ risikobehaftet ist, da hier besonders viele Schnittstellen betroffen sind.

Ablaufpläne

Projekte sind potenziell immer zeitkritisch. Erst nach Erstellung eines Ablaufplanes wird allerdings der kritische Pfad sichtbar. Und mit ihm die Arbeitspakete, die das Projekt verzögern können.

Beispiel:

Im Ablaufplan wird deutlich, dass das Arbeitspaket „Konstruktionszeichnungen erstellen“ nur von einer Schlüsselressource durchgeführt werden kann, die allerdings nicht ständig verfügbar ist.

Eigene Erfahrungen

Die eigene Erfahrung und die Ideen „aus dem Bauch“ sind ungemein wichtige und nützliche Quellen für Risiken.

Beispiel:

Der Projektleiter hat ähnliche Software-Projekte schon vorher geleitet und hat beim Arbeitspaket „Abnahmetest durchführen“ schon von Beginn an das Gefühl, dass die Abnahme Probleme bereiten könnte.

Andrea Windolph ist als freiberufliche Autorin und Trainerin tätig, konzipiert Online-Trainings und unterstützt Unternehmen bei der Planung und Umsetzung von Projekten. Seit 2014 betreibt sie das Portal „Projekte leicht gemacht“, auf dem sie PM-Wissen vermittelt, das sowohl fundiert als auch leicht verständlich ist.
Andrea Windolph ist studierte Betriebswirtin und verfügt über langjährige Erfahrung in der IT-Branche und der Software-Entwicklung.
Weitere Artikel der Serie:<< Die 7 Schritte des RisikomanagementsRisiken bewerten – So funktioniert´s! >>
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