Ich muss etwas gestehen.

Ich nutze relativ häufig die Begriffe „Effektivität“ und „Effizienz“. Spreche vom „effizienten Arbeiten“ und „effektiven Ergebnissen“.

Und dann frage ich mich im Nachhinein manchmal, was eigentlich genau der Unterschied ist.

Dieser Artikel ist somit eine Art „öffentliches Selbststudium“.

Und ich lasse dich daran teilhaben.

Bereit? Dann legen wir los!

Effektivität

Bei der Effektivität geht es darum, die Dinge zu tun, die dich einem Ziel näher bringen. „Effektives Arbeiten“ bedeutet also, nur die Maßnahmen zu ergreifen, die dich auch wirklich weiter bringen. Wenn zum Beispiel die Bekanntheit eines Unternehmens bei einer jungen Zielgruppe gesteigert werden soll, dann gibt es vielfältige Maßnahmen. Wäre das Schalten einer Anzeige in einer Zeitschrift für Fliegenfischen effektiv? Vermutlich nicht. Es gilt also herauszufinden, welche Maßnahmen dich wirklich voranbringen!

Hilfsfragen:

  • Bringt uns die Maßnahme dem Ziel näher?
  • Tun wir die Dinge, die uns voranbringen?

Effizienz

Beim Thema Effizienz geht es darum, dein Handeln so zu optimieren, dass du das gewünschte Ziel auch möglichst schnell und mit wenig Aufwand erreichst. Hier ist es noch viel einfacher, vom rechten Weg abzukommen! Erinnerst du dich an die letzte Situation, in der du ewig im Internet nach Themen recherchiert hast, obwohl ein Anruf bei einem Kollegen viel schneller und erfolgsversprechend gewesen wäre? Genau darum geht es bei mangelnder Effizienz.

Hilfsfragen:

  • Gehen wir den Weg des geringsten Aufwandes, um unser Ziel zu erreichen?
  • Tun wir die Dinge richtig?

Die richtige Reihenfolge

Du kannst das Ganze also durchaus als Schrittfolge betrachten:

  1. Was müssen wir überhaupt tun, um unser Ziel zu erreichen? (Oder: Wie arbeiten wir effektiv?)
  2. Wie können wir das Ziel möglichst optimal erreichen? (Oder: Wie arbeiten wir effizient?)

Eselsbrücke: Oft dauert es viel länger, überhaupt die Maßnahmen zu definieren, die zum Ziel führen können. Also die richtigen Dinge zu identifizieren. Mehr Zeitaufwand – mehr Buchstaben: „Effektivität“ ist auch das längere der beiden Worte. Ich zumindest kann mir das so ganz gut merken.

Ein paar Beispiele

EFFEKTIVITÄTEFFIZIENZ
Fällen eines BaumesWir nutzen eine Nagelfeile, um den Baum zu fällen. Diese Maßnahme bringt uns dem Ziel näher.Wir nutzen eine Kettensäge, um den Baum zu fällen. Wir fällen den Baum also mit möglichst geringem Aufwand.
Reise nach BerlinWir starten in München und setzen uns in unser Auto. Wir fahren über Stuttgart, Düsseldorf und Hamburg nach Berlin. Das ist effektiv, denn das bringt uns unserem Ziel näher. Wir setzen uns in einen Zug und fahren auf direktem Wege mit dem ICE. Das ist schnell und ohne Umwege (wenn die Bahn nicht gerade streikt). Könnte ein Flug noch effizienter sein? Vielleicht! 
Ermittlung der KundenzufriedenheitEin Mitarbeiter geht von Haus zu Haus und besucht nacheinander alle Kunden. So bekommen wir direktes Feedback. Ein Online-Formular wird zur Verfügung gestellt, um möglichst viele Kunden zeitgleich zu erreichen.
Evaluierung von Software-SystemenVerschiedene Maßnahmen bringen uns dem Ziel näher. Internet-Recherchen, Probezugänge, Anforderungs-Abgleiche usw. Welche Maßnahmen sind wohl am effizientesten? Könnte es die Beauftragung einer unabhängigen Agentur sein, die mit ihrem Knowhow schnell eine Evaluierung durchführt?

Viele Wege führen nach Rom … aber nicht alle sind effizient!

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Muss es immer effektiv UND effizient sein?

Schauen wir uns noch einmal eines der Beispiele von oben an: Bei der Ermittlung der Kundenzufriedenheit ist das „von Haus zu Haus gehen“ sicher nicht die effizienteste Vorgehensweise.

Was aber, wenn das Unternehmen eine sehr enge Kundenbeziehung aufbauen will und die Kunden für die Befragung sehr selektiv auswählt? Dann kann die weniger effiziente Lösung durchaus sinnvoller sein!


Gut. Ich für meine Verhältnisse habe jetzt Klarheit. Ich hoffe, dir geht es ähnlich :-)

P.S. Laut Duden können die beiden Begriffe synonym verwendet werden. Du musst dir also gar keine Gedanken machen, einen Begriff falsch zu verwenden. Macht dich jemand darauf aufmerksam, dann kannst du ganz einfach auf den Duden verweisen. Na, wenn das mal nicht beruhigend ist!

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