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Stakeholder-Bremser

7 Stakeholder, die fast jedes Projekt ausbremsen

Für Eilige: Alles Wichtige auf einen Blick

Was sind Stakeholder?
Stakeholder sind alle Personen oder Gruppen, die Einfluss auf ein Projekt haben, von dessen Ergebnissen betroffen sind oder sich dafür interessieren.
Warum ist das Thema wichtig?
Weil selbst die beste Projektplanung wenig hilft, wenn wichtige Stakeholder Entscheidungen verzögern, Prioritäten verändern oder Veränderungen nicht mittragen.
Die wichtigsten Learnings:
➜ Projekte scheitern oft eher an Menschen als an Technik.
➜ „Schwierige“ Stakeholder haben meist nachvollziehbare Motive.
➜ Wer Verhaltensmuster früh erkennt, kann auch frühzeitig gegengsteuern.

Artikel-Highlights

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Buch zum Thema

Frau Meier antwortet schon wieder nicht auf deine E-Mail? Und Herr Müller kommt mit „noch einer Idee“, die alle Planung über den Haufen wirft? Wir alle wissen: Projekte werden von Menschen gemacht – mit all ihren Stärken und Schwächen.

In diesem Artikel lernst du typische Stakeholder-Typen kennen, wie sie in der Praxis immer wieder vorkommen. Du erfährst, wie mögliche Blockade-Strategien aussehen können (bewusst oder unbewusst) und wie du am besten damit umgehst.

Entscheider auf Tauchstation

„Ich schaue mir das die Tage mal an.“
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Diese Stakeholder sind trotz ihrer Wichtigkeit fürs Projekt erstaunlich schwer erreichbar, sobald eine Entscheidung ansteht. Mails bleiben liegen, Termine werden verschoben und notwendige Freigaben ziehen sich in die Länge – das kann unendlich frustrierend sein!

Beispiel

Das Team hat wochenlang drei Konzeptvarianten ausgearbeitet, eine Entscheidungsvorlage auf zwei Seiten verdichtet und den Meetingraum gebucht. Doch die Abteilungsleiterin sagt kurzfristig wegen „dringender Prioritäten“ ab und verweist auf einen neuen Termin in zwei Wochen. Das Projekt steht de facto still, obwohl das Team Vollgas gibt.

Mini-Maßnahme: Kommuniziere nicht nur die benötigte Entscheidung, sondern auch die Folgen einer Verzögerung: „Ohne Freigabe bis Mittwoch verschiebt sich der Go-Live um mindestens zwei Wochen.“

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Wer auf eine Entscheidung wartet, sollte nicht nur den Termin kommunizieren, sondern auch die Folgen des Nicht-Entscheidens. So wird aus einer beliebigen offenen Aufgabe eine echte Priorität.

Menschen passen selten in nur eine Schublade

Die hier vorgestellten Typen sind bewusst vereinfacht dargestellt. In der Realität zeigen die wenigsten Stakeholder nur ein einziges Verhaltensmuster und können als mehrere Typen auftreten. Nimm mit: Es geht nicht darum, Menschen ein Etikett zu verpassen, sondern typische Muster früh zu erkennen und angemessen darauf zu reagieren.

Ewige Bedenkenträger

„Bevor wir entscheiden, sollten wir das noch einmal gründlich prüfen.“
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Diese Stakeholder entdecken zuverlässig Risiken, Nebenwirkungen und mögliche Probleme. Das ist grundsätzlich wertvoll – schließlich sollen Entscheidungen nicht leichtfertig getroffen werden. Schwierig wird es allerdings, wenn auf jeden gelösten Einwand sofort der nächste folgt und Entscheidungen dadurch immer weiter verschoben werden.

Beispiel

Das Team hat eine fertige Roadmap präsentiert und eigentlich sollte heute die Freigabe kommen. Doch dann meldet sich der Kollege aus dem Rechtsbereich: Ob man auch Szenario D durchdacht habe? Und was passiert eigentlich, wenn sich die Marktlage verändert? Und wäre es nicht sinnvoll, vorher noch eine externe Einschätzung einzuholen? Drei Wochen später diskutiert das Team immer noch.

Mini-Maßnahme: Bitte die Bedenkenträger frühzeitig und explizit um ihren Input. Wer seine Bedenken aktiv einbringen kann, hat in späteren Projektphasen deutlich weniger Munition.

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Bedenkenträger werden lauter, je näher Entscheidungszeitpunkte rücken. Die beste Strategie: Einbindung statt Konfrontation: Wer früh gehört wird, bremst später deutlich weniger.

Perfektionisten

„Fast fertig – ich würde das nur noch an zwei, drei Stellen etwas schärfen.“
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Diese Stakeholder haben hohe Qualitätsansprüche und entdecken selbst kleinste Schwäche. Das kann Projektergebnisse deutlich verbessern und je nach Projekttyp sogar eine sehr wertvolle Eigenschaft sein. Problematisch wird es nur dann, wenn Ergebnisse immer noch ein bisschen besser, schöner oder vollständiger werden sollen und Aufwand und Nutzen in keinem sinnvollen Verhältnis stehen.

Beispiel

Das Marketingkonzept sollte bis Ende der Woche stehen, damit die technische Umsetzung beginnen kann. Der verantwortliche Kollege arbeitet noch daran: Die Struktur stimmt, aber die Wortwahl in Abschnitt drei gefällt ihm noch nicht. Eine Woche später gibt es eine neue Version, die er ebenfalls zurückzieht, weil inzwischen ein Wettbewerber eine ähnliche Kampagne gestartet hat und das Konzept „nochmal überdacht“ werden müsste.

Mini-Maßnahme: Einigt euch früh darauf, wann ein Ergebnis als ausreichend gut gilt, und vereinbart explizite Fertigstellungskriterien wie zum Beispiel: „wenn diese drei Punkte erfüllt sind, gilt es als abgenommen“. Das gibt dem Perfektionisten Sicherheit und bremst das Projekt nicht aus.

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Perfektion kann die Qualität erhöhen, aber auch Projekte ausbremsen. Entscheidend ist nicht, ob etwas perfekt ist, sondern ob es seinen Zweck erfüllt. Nicht jede Aufgabe braucht die bestmögliche Lösung – oft reicht die beste Lösung innerhalb der verfügbaren Zeit.

Dauer-Berater

„Nur mal als Idee in den Raum geworfen …“
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Diese Stakeholder haben zu allem eine Meinung und bringen regelmäßig neue Ideen, Hinweise oder Verbesserungsvorschläge ein – und das kann wertvolle Impulse liefern! Anstrengend wird es allerdings, wenn ständig neue Gedanken in die Diskussion geworfen werden, die vom eigentlichen Inhalt ablenken und Entscheidungen verzögern.

Beispiel

Das Projektteam hat sich nach mehreren Workshops auf eine Lösung geeinigt und möchte mit der Umsetzung starten. Kurz vor dem Startschuss meldet sich ein Stakeholder mit dem Hinweis, man könne alternativ auch noch einen ganz anderen Ansatz verfolgen. Die Diskussion beginnt praktisch wieder von vorne.

Mini-Maßnahme: Unterscheide konsequent zwischen projektrelevanten Entscheidungen und „guten Ideen“. Nicht jeder Vorschlag muss automatisch eine neue Diskussion oder Planänderung auslösen.

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Gute Ideen sind wertvoll. Wenn allerdings ständig neue Optionen in den Raum geworfen werden, die sich nicht an bestehenden Plänen oder Entscheidungen orientieren, entsteht schnell Stillstand statt Fortschritt.

Bevor du mit dem Finger auf andere zeigst …

… hinterfrage dich selbst: Nicht immer sind die „schwierigen Stakeholder“ das Problem – manchmal entstehen die beschriebenen Verhaltensweisen erst durch das Projekt oder deine Kommunikation:

➔ Fehlende Entscheidungen fördern den Bedenkenträger.
➔ Unklare Ziele laden den Dauer-Berater für „noch eine Idee“ ein.
➔ Zu späte Einbindung kann stille Saboteure erzeugen.
➔ Mangelnde Transparenz kann Revierwächter stärken.

Deshalb lohnt sich immer eine ehrliche Frage: „Ist dieser Stakeholder wirklich das Problem – oder liefert das Projekt gerade den perfekten Nährboden für dieses Verhalten?“

Prioritäten-Wechsler

„Ja … aber nach dem Workshop letzte Woche sehe ich das jetzt anders.“
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Diese Stakeholder wissen genau, was gerade am wichtigsten ist. Das Problem: Diese Einschätzung ändert sich regelmäßig. Was gestern noch höchste Priorität hatte, wird heute von einem neuen Thema verdrängt. Für Projektteams bedeutet das häufiges Umplanen, obwohl sie gerade erst Fahrt aufgenommen haben.

Beispiel

Das Team arbeitet seit drei Wochen fokussiert an Modul A – genau wie es priorisiert und abgestimmt war. Dann kommt der Projektsponsor aus einem Führungskräfte-Workshop zurück: Modul B ist jetzt viel relevanter, das wird jetzt vorgezogen! Zwei Wochen später deutet vieles darauf hin, dass Modul A doch wieder nach oben rutscht.

Mini-Maßnahme: Lass dir jeden Prioritätswechsel schriftlich freigeben, inklusive Datum, Begründung und der konkreten Folgekosten für das Projekt. Wer Richtungswechsel unterschreiben muss, denkt meistens zweimal darüber nach.

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Keine Frage: Prioritäten können sich Projekten häufig ändern. Gefährlich wird es erst, wenn immer mehr Aufgaben dazukommen, ohne dass bewusst entschieden wird, was dafür weniger wichtig wird. Wer Richtungswechsel nachvollziehbar dokumentiert, schafft eine gesunde Hemmschwelle.

Stille Saboteure

„Das war so aber nicht abgestimmt – zumindest nicht mit uns.“
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Diese Stakeholder wirken nach außen oft unauffällig. In Meetings nicken sie zustimmend, äußern kaum Einwände und wirken grundsätzlich mit dem Projekt einverstanden. Erst später zeigt sich, dass sie Entscheidungen nicht mittragen, Informationen zurückhalten oder das Vorhaben im Hintergrund kritisch kommentieren.

Beispiel

Nach einem langen Abstimmungsprozess ist endlich klar, wie die neue Schnittstelle zwischen zwei Abteilungen funktionieren soll. Doch in der Umsetzung zieht sich die zuständige Teamleiterin bei jeder Rückfrage auf formale Zuständigkeiten zurück, liefert Daten in einem Format, das niemand verwenden kann, und verweist bei Nachfragen auf „ungeklärte Voraussetzungen“, die im Meeting kein Thema waren.

Mini-Maßnahme: Fehlender offener Widerspruch heißt nicht automatisch komplette Unterstützung. Suche aktiv das Gespräch mit kritischen Stakeholdern und frage gezielt nach Bedenken, Vorbehalten und offenen Fragen.

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Schweigen bedeutet nicht automatisch Zustimmung. Manchmal zeigen sich die größten Widerstände erst dann, wenn die eigentliche Umsetzung beginnt.

Revierwächter

„Das klingt gut, aber bei uns läuft das etwas anders.“
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Diese Stakeholder sehen sich als Hüter ihres Bereichs, ihrer Prozesse oder ihrer Ressourcen. Veränderungen werden daher oft erst einmal kritisch betrachtet – besonders dann, wenn das Projekt Einfluss auf bestehende Zuständigkeiten nimmt.

Beispiel

Ein Projekt soll einen Prozess vereinfachen, der bisher von einer einzelnen Abteilung gesteuert wird. Obwohl die Vorteile offensichtlich sind, kommen immer neue Einwände auf. Die Diskussion dreht sich zunehmend um die Interessen des Fachbereichs statt um das eigentliche Projektziel.

Mini-Maßnahme: Jemand könnte etwas zu verlieren haben? Dann suche früh das Einzelgespräch. Wer vorab eingebunden wird und aktiv mitgestalten kann, verteidigt später seltener sein Revier.

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Hinter sachlichen Einwänden stecken oft berechtigte Interessen. Erkennst und adressierst du diese früh, kannst du das Risiko eines späteren Machtkampfs verhindern.

Fazit

Zugegeben: Dieser Artikel ist bewusst etwas überspitzt geschrieben. Die meisten Stakeholder würden sich vermutlich selbst nicht als reine „Bedenkenträger“, „Revierwächter“ oder „Prioritäten-Wechsler“ bezeichnen – und das meist auch völlig zu Recht nicht. Die grundlegenden Verhaltensmuster sind allerdings oft zu beobachten. Und dabei haben diese auch positive Auswirkungen:

  • Bedenkenträger schützen durch ihre kritische Art auch vor Fehlentscheidungen.
  • Perfektionisten achten auf Qualität.
  • Revierwächter schützen bewährte Lösungen und bringen oft Fachwissen mit.
  • Dauer-Berater möchten helfen und neue Perspektiven einbringen.

Problematisch wird es nur dann, wenn eine eigentlich sinnvolle Stärke überhandnimmt und zum Selbstzweck wird. Erfolgreiche Projektmanager versuchen deshalb nicht, solche Stakeholder zu verändern oder „loszuwerden“, sondern sie erkennen solche Verhaltensmuster früh und lernen, konstruktiv damit umzugehen.

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