Manage your Boss: Wie du erfolgreich mit deinem Chef umgehst

Auf den Punkt gebracht
Dieser Artikel führt durch 5 Schritte, mit denen du eine gute Beziehung zu deinem Vorgesetzten aufbaust, effektiv mit ihm arbeitest und welche Strategien dir dabei helfen, erfolgreich „nach oben“ zu managen.

Falls du nicht selbst ein Unternehmen leitest, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass du einen Vorgesetzten hast – ob du es magst oder nicht. Egal, ob du aktuell mit deinem Chef zufrieden bist oder nicht: Früher oder später wirst du auf einen treffen, mit dem du einfach „nicht so richtig kannst“ – sei es aufgrund unterschiedlicher Kommunikationsstile, Persönlichkeiten oder inhaltlicher Vorstellungen.

Fakt ist: Die Zusammenarbeit läuft immer besser, sofern man sich zumindest halbwegs auf der gleichen Wellenlänge bewegt und unnötige Reibungspunkte vermeidet. Jetzt könntest du mit dem Finger auf deinen Chef zeigen nach dem Motto „Soll er sich doch ändern!“ – aber du kannst auch schauen, was du selbst zu einer guten Zusammenarbeit beitragen kannst.

Hinweis: Wir sehen bereits einige Leser zynische Kommentare vor sich hin murmeln, während sie den Artikel lesen. Ganz ehrlich: Wenn die Beziehung zu deinem Chef vollkommen zerstört und nichts mehr zu reparieren ist, dann ruf dir das berühmte „Change it, love it or leave it“ in Erinnerung. Vielleicht bleibt dir nur die Variante „Leave it“. Wer allerdings Hoffnung sieht und „Change it“ eine Chance geben will – der wird von den folgenden Tipps profitieren.

Akzeptiere, dass dein Chef dein Chef ist

Ob du es willst oder nicht: Dein Chef ist dein Chef. Punkt. Im Grunde sollte diese Aussage offensichtlich sein, ist sie aber für viele Menschen nicht, z.B.

  • wenn der Mitarbeiter ehrgeizig ist und den Vorgesetzten für inkompetent hält
  • wenn der Mitarbeiter es nicht mag, für einen Jüngeren zu arbeiten
  • wenn der Mitarbeiter das Gefühl hat, selbst die Position des Chefs verdient zu haben
  • wenn der Vorgesetzte neu im Unternehmen ist

Es gibt also eine Vielzahl von Gründen, warum die Autorität des Chefs oftmals nicht anerkannt wird. Was also sollst du tun, wenn du selbst schwierigkeiten hast, deinen Chef als solchen zu akzeptieren? Die blöde Situation einfach ertragen?

Effektives Handeln besteht immer aus zwei Komponenten: Ändere die Dinge, die in deiner Kontrolle liegen und nehme die Umstände an, die du nicht beeinflussen kannst. Schau dir die folgende Tabelle an:

Was kann ich beeinflussen?Was kann ich nicht beeinflussen?
Wie ich über meinen Chef denke
Welche Schritte ich für meine eigene Karriere einleite
Ob ich mich gegen meinen Chef wehre oder versuche, die Beziehung produktiv zu gestalten
Dass mein Chef aktuell mein Chef ist

Was würde passieren, wenn du die Situation nicht akzeptierst? Zum einen wirst du dich vermutlich ständig ärgern und über die ungerechte oder unhaltbare Situation beschweren. Stellst du dich quer, kannst dies sogar im Team schlechte Stimmung schaffen und die Produktivität beeinträchtigen – und das kann auf dich selbst zurückfallen.

Also: Akzeptiere, halte dein Ego im Zaum und schaue, was du konkret tun kannst – wie du das Beste aus der Situation machen kannst:

Wie arbeitet dein Chef? Und wie kannst du dich daran anpassen?

Die Basis für eine gute Zusammenarbeit liegt im Verständnis füreinander: Wie tickt dein Chef? Fährt er eine lockere Schiene, oder beharrt er auf „Befehl und Gehorsam“? Eine kurze Analyse kann erheblich dabei helfen:

  • deinen Chef besser zu verstehen
  • Gemeinsamkeiten zu identifizieren
  • Möglichkeiten zu finden, wie du dich auf die Arbeitsweise einstellen kannst
  • die Erwartungen deines Chefs zu erfüllen
  • die Zufriedenheit alle Beteiligten zu erhöhen

Lade dir das folgende Arbeitsblatt herunter und folge den zwei Schritten:

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  1. Analysiere zunächst die bevorzugten Arbeitsweisen von dir und deinem Chef und finde Möglichkeiten, auf einen gemeinsamen Nenner zu kommen.
  2. Gehe anschließend auf mögliche Reibungspunkte näher ein und überlege, was konkret du dagegen tun kannst.

Wichtig: Es geht nicht darum, deinen eigenen Arbeitsstil komplett über den Haufen zu werfen und sich „auf Teufel komm raus“ an die Eigenheiten deines Chefs anzupassen. Aber denke immer daran: Er ist nun einmal dein Chef – und vielleicht findest du kleine Stellschrauben, die dir nicht weh tun aber die euch beiden helfen.

In der Analyse hast du vermutlich mögliche Reibungspunkte entdeckt, Themen oder Verhaltensweisen, in denen ihr wenig kompatibel seid. Betrachte diese näher:

Unterstütze deinen Chef dabei, gut dazustehen (und lass ihn nicht schlecht dastehen)

Im Grunde sollte es selbstverständlich sein: Alle arbeiten in einem Team, also sollten sich alle gegenseitig unterstützen – auch du deinen Vorgesetzten. Egal, welche Meinungsverschiedenheiten es gibt: Letztendlich wird es das Management und die Kunden nur interessieren, wie das Endergebnis aussieht. Indem du deinen Beitrag leistest, kannst du nicht nur die Leistung des Teams steigern, sondern dich im Idealfall auch im Gedächtnis deines Chefs als wertvoller Teamplayer etablieren.

Sorge dafür, dass du deinen Chef nicht vor anderen schlecht dastehen lässt. Sicher, manchmal mag das verführerisch sein – doch meist fällt es irgendwann auf dich zurück.

Halte deinen Chef informiert

Hinter dem Rücken reden? Eine Management-Ebene überspringen, um eine gute Idee zu platzieren? Kann funktionieren – aber auch oft schiefgehen. Wenn ein Manager seine Arbeit gut machen soll, muss er fundierte Entscheidungen treffen. Das gelingt nur, wenn er alle nötigen Informationen bekommt:

  • Leite neue Informationen an deinen Chef weiter: Es gibt Entwicklungen, die sich auf dein Projekt auswirken können? Dann informiere deinen Chef so früh wie möglich. Das hilft ihm oder ihr dabei, frühzeitig richtige Entscheidungen treffen zu können.
  • Scheue keine schlechten Nachrichten: Niemand ist gern der Bote für „Bad News“, doch nur ein frühzeitiges Erkennen hilft beim Reagieren und Gegensteuern.
  • Halte dich an Fakten: Regelmäßige Kommunikation bedeutet nicht, jedes Gerücht aus der Kaffeeküche weiterzutragen. Halte dich an die Sachinformationen und prüfe, welche Themen relevant für Entscheidungen sind.
  • Sei proaktiv: Vordenken ist erlaubt! Fällt dir eine kreative Lösung für ein Problem ein, dann kommuniziere diese auch.
  • Thematisiere deine eigene Karriere: Dies ist besonders wichtig für all die, die mit ihrer aktuellen Position nicht zufrieden sind. Stelle sicher, dass dein Chef deine persönlichen Ziele und Wünsche kennt – er wird dir sonst nicht helfen können, dich zu entwickeln.

Erlaube deinem Chef, Fehler zu machen (und stehe für Hilfe bereit)

Jeder macht Fehler: du, deine Kollegen – und auch dein Chef. Viele verfallen schnell in eine Denkweise „Na, wenn er schon über mir sitzt, muss er zumindest Leistung abliefern.“ Mag sein – trotzdem können Fehlentscheidungen getroffen werden, besonders wenn dein Chef noch unerfahren ist.

Was kannst du tun? Wirf einen Blick auf die Stärken und Schwächen deines Chef und versuche, letztere zu kompensieren. Vielleicht gibt es ja Dinge, die dir leicht fallen, ihm das Leben aber sehr erleichtern?

  • Seine Meetings sind unstrukturiert? Schlage eine Agenda vor!
  • Er kann oder will nicht priorisieren? Liefere Entscheidungsvorlagen!
  • Er vernachlässigt den Blick auf die Entwicklung am Markt? Schicke ihm regelmäßig Kurzberichte und Statistiken!
  • Er ist fachlich auf deinem Spezialgebiet schwach? Dann steh ihm mit Rat und Tat zur Seite!

Doch Achtung: Je nach Persönlichkeit des Chefs ist da einiges an Fingerspitzengefühl gefragt und nicht alles wird funktionieren. Außerdem muss man aufpassen, sich so nicht eine Menge an Zusatzarbeit aufzuladen.

Doch klappt es mit der ein oder anderen Unterstützung, dann schaffst du eine Win-Win-Situation für alle Beteiligten: Dein Chef steht gut da, und er sieht dich als wertvolles Teammitglied. Die tägliche Arbeit wird dadurch angenehmer und effizienter. Selbst ein gewisser Mehraufwand kann sich so sehr schnell rechnen!

Fazit

Schauen wir noch einmal auf das berühmte „Change it, love it or leave it“:

  • Change it: Du bist mit der Situation nicht zufrieden, willst die Sache aber selbst in die Hand nehmen? Dann kannst du aus diesem Artikel sicher eine Menge Anregungen ziehen!
  • Love it: Für alle die Kandidaten, die ihren Chef zwar für eine inkompetente Pappnase halten, aber die Situation mit einer Art humoristischen Akzeptanz betrachten können. Oder du erkennst, dass alles gar nicht so schlimm ist und vielleicht sogar Vorteile für dich selbst hat.
  • Leave it: Dein Chef ist ein echter Kotzbrocken, handelt menschlich inakzeptabel und ist die Inkompetenz in Person! Manchmal besteht die einzig sinnvolle Lösung darin, sich konsequent zu trennen.

Viel Spaß beim Umgang mit deinem Chef! Denke immer daran: Vieles kannst du nicht ändern, also konzentriere dich auf die Dinge, die in deiner Hand liegen. Hier findest du noch einmal das kostenlose Arbeitsblatt:

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