Auf den Punkt gebracht:
Positive Leadership ist ein Führungskonzept, in dem Mitarbeiter ermutigt, zu eigenem Handeln ermächtigt und mit Mitgefühl behandelt werden. Das Ziel: Zufriedene Mitarbeiter, höhere Produktivität, bessere Leistungen – und damit ein erfolgreicheres Unternehmen.

Hohe Fluktuation, schlechtes Betriebsklima, Mikromanagement, schlechte oder nicht vorhandene Kommunikation, Misstrauen, geringe Produktivität, ineffektive Teams.

Soll ich weiter machen? Besser nicht. Die Liste mit Merkmalen negativer Arbeitsumgebungen könnte ich endlos fortsetzen – möchte ich aber nicht. Viel lieber konzentriere ich mich in diesem Artikel auf ein Führungskonzept, das ein Unternehmen nicht nur dynamisch und profitabel macht, sondern auch eine hohe Zufriedenheit unter den Mitarbeitern schafft – Positive Leadership.

Ein Hinweis: Ich bleibe im Artikel bei der englischen Formulierung, da diese häufiger in der Literatur angewendet wird. Falls du englische Begriffe nicht magst: Tu so, als würdest du überall von „Positiver Führung“ lesen ;-)

Was ist Positive Leadership?

Gleich vorab: Es gibt keine eindeutige Definition des Begriffes. Deshalb kann „Positive Leadership“ als ein Überbegriff für verschiedene Arten von Führungstheorien angesehen werden, unter anderem Transformation Leadership, Charismatic Leadership oder Servant Leadership.

Das sind viele abstrakte Begriffe – die dahinterstehenden Theorien einigen sich jedoch auf folgende Gemeinsamkeiten:

  • Im Rahmen von Positive Leadership werden positive Emotionen gezielt erlebt, modelliert und verstärkt.
  • Eine positive Führungskraft ist sowohl an der Weiterentwicklung der Mitarbeiter als auch am Arbeitsergebnis interessiert.
  • Eine positive Führungskraft weist oft ein hohes Maß an Selbstbewusstsein, Optimismus und persönlicher Integrität auf (Avolio & Gardner, 2005).

Die Arbeit an Positive Leadership wurde zu großen Teilen von Kim Cameron geprägt.

Die 3 Ebenen von Positive Leadership

  1. Individuelle Ebene: Stell dir vor, du arbeitest mit einem inspirierenden Menschen, der mitfühlend und enthusiastisch ist – oder aber mit einem negativ eingestellten Schwarzseher. Je positiver das Klima, desto besser die Stimmung und desto höher die Leistung – egal ob es um einen Vertriebsmitarbeiter, einen Top-Manager oder en einzelnes Team-Mitglied geht.
  2. Team-Ebene: Können wir große Dinge erreichen, wenn wir uns gegenseitig unterstützen? Yes, we can! Im Rahmen von Positive Leadership werden Teams dazu befähigt, sich gegenseitig zu unterstützen, angemessene Risiken einzugehen und aus Misserfolgen zu lernen. Wodurch werden positive Teams motiviert? Nicht durch Angst, sondern indem Chancen kommuniziert werden.
  3. Organisationsebene: Im Idealfall zieht sich Positive Leadership durch das gesamte Unternehmen: Die Kernpunkte fließen in die Mission und langfristigen Strategien ein, positive Mitarbeiter werden eingestellt. Alle Entscheidungen orientieren sich an den positiven Werten – an dem, was erreicht werden kann.

Positive Leadership ist kein Instrument zum Selbstzweck, das nur eingesetzt wird, weil es so schön klingt – im Gegenteil. Stattdessen sollen sowohl für den Einzelnen als auch für das Gesamtunternehmen bessere Leistungen ermöglicht werden, bessere Produkte entstehen, Kunden zufriedener gestimmt werden und damit das Unternehmen stark am Markt positioniert werden.

Beispiele von Positive Leadership im Alltag

Gehen wir von der Unternehmensperspektive runter in den Arbeitsalltag. Wie sieht Positive Leadership praktisch aus? Schauen wir uns ein paar Bespiele an:

  • Ein Positive Leader geht mit einem seltenen Fehler seines produktivsten Mitarbeiters mit Mitgefühl und Verständnis um. Er weiß: Wir alle sind Menschen und machen irgendwann Fehler. Vermutlich gibt es eine Ursache, der man gemeinsam auf den Grund gehen kann.
  • Ein Positive Leader räumt seinen Mitarbeitern möglichst viel Entscheidungsfreiheit ein. Weg von „Ich gebe eine Anweisung“ – hin zu „Ich stelle Leitlinien zur Verfügung, in deren Rahmen meine Leute bestmöglich arbeiten können“.
  • Ein Positive Leader lässt ermutigt sein Team, sich eigenständig um Weiterbildung und persönliche Entwicklung zu kümmern.
  • Ein Positive Leader unterstützt seine Mitarbeiter wann immer möglich: Wenn Not am Mann ist, wenn ein Puffer zwischen Team und dem Management benötigt oder wenn ein Mitarbeiter in einem Meeting an die Wand gestellt wird.

Dies sind nur wenige Beispiele, die in die gleiche Richtung zeigen: Ein Positive Leader kümmert sich, unterstützt und befähigt sein Team, bestmögliche Leistungen zu vollbringen.

Eigenschaften eines Positive Leaders

Wie also sieht eine positive Führungspersönlichkeit aus? Welche Eigenschaften oder Fähigkeiten sollte sie aufweisen? Die Liste kann lang werden, also konzentrieren wir uns hier auf die wichtigsten Eigenschaften:

  • Positives Verhalten: Ein Positive Leader zeigt regelmäßig Emotionen wie Freude, Zufriedenheit, Interesse, Engagement oder Stolz.
  • Achtsamkeit: Achtsamkeit im Job? Was für viele noch immer esoterisch angehaucht ist, ist nichts anderes als der Grad, in dem der Einzelne in seinem Arbeitsumfeld achtsam ist (Dane & Brummel, 2013). Ein Positive Leader grübelt nicht über die Vergangenheit nach oder macht sich Sorgen über die Zukunft, stattdessen achtet er auf das, was aktuell geschieht und zu tun ist.
  • Hoffnung: Ein Positive Leader schaut zielorientiert und entschlossen in die Zukunft und plant, um seine Ziele zu erreichen.
  • Selbstvertrauen: Ein Positive Leader vertraut auf seine Fähigkeiten und sein Urteilsvermögen und glaubt fest daran, den Aufgaben gerecht werden zu können.
  • Selbstwertgefühl: Ein Positive Leader hat ein positives Bild über sich selbst und glaubt an sich und seine Werte.
  • Selbstwirksamkeit: Ein Positive Leader glaubt daran, Dinge mit eigenen Mitteln in der Hand zu haben und verändern zu können.
  • Emotionale Stabilität: Ein Positive Leader fühlt sich innerlich stabil und lässt sich von äußeren Einflüssen selten mitreißen.
  • Resilienz: Ein Positive Leader passt sich leicht an geänderte Bedingungen an und erholt sich schnell von Misserfolgen oder Rückschlägen.

Diese Eigenschaften bringen einige Menschen bereits mit – doch jeder kann sie trainieren und weiterentwickeln.

Gibt es auch Negative Leadership?

Obwohl dieser Begriff nicht geläufig ist und nicht erforscht wird, eignet er sich schön, um den Gegensatz zu Positive Leadership hervorzuheben. Einfach gesagt kannst du dir drei Fragen stellen, um positive und negative Führungskräfte zu identifizieren:

  • Werden Mitarbeiter ermutigt oder entmutigt?
  • Werden Mitarbeiter zu eigenem Handeln ermächtigt oder demoralisiert?
  • Werden Mitarbeiter mit Energie versorgt oder ausgelaugt?

Ein Negative Leader wird eher dazu tendieren, seine Mitarbeiter zu entmutigen, demoralisieren und auszulaugen.

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Fazit

Positive Leadership ist ein Führungskonzept, in dem Mitarbeiter ermutigt, zu eigenem Handeln ermächtigt und mit Mitgefühl behandelt werden. Das Ziel: Zufriedene Mitarbeiter, höhere Produktivität, bessere Leistungen – und damit ein erfolgreicheres Unternehmen.

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