Es klingt beinahe abgedroschen.

Ziele müssen SMART formuliert sein. Immer wieder höre ich, dass diese Methode ein alter Hut sei.

Eigenartig.

Warum wird sie dann nicht regelmäßig angewendet?

Eine Studie von Project Management Solutions nennt unklare und ungenaue Anforderungen und Ziele als den Top-Faktor für problematische Projekte, dich gefolgt von Ressourcenmangel und zu kleinen Projektbudgets. Von den drei genannten Faktoren ist eine genaue Definition von Zielen die am einfachsten zu erreichende! Schau dir die folgenden Beispiele an:

Smarte Ziele: Ein erstes Beispiel

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Ist das ein Ziel?

Vielleicht. Gut formuliert ist es jedenfalls nicht. Smarte Ziele klingen anders!

Um welchen Marktanteil geht es denn? Für welche Produkte? In welchem Marktsegment? Wie stark genau soll der Marktanteil denn steigen? Im Vergleich wozu? Und in welchem Zeitraum? Bis wann? Und wer misst ihn? Und überhaupt?

Wenn dieses Ziel im Projekt definiert wird, braucht sich niemand wundern, wenn

  • der Marktanteil um 0,0001% steigt und diese Steigerung als Erfolg angesehen wird
  • das falsche Marktsegment betrachtet wird
  • der Marktanteil für einen nicht relevanten Zeitraum gemessen wird (z.B. nur für einen Tag)

Unscharf formulierte Ziele sind wirklich eine Quelle für Frustrationen. Besonders am Abschluss eines Projektes. Da kann es schnell zu Streitereien kommen, weil der Auftraggeber mit dem Ergebnis nicht zufrieden ist. Als Projektleiter willst du aber deine 0,0001% aber als Erfolg verkaufen. Dann machen wir es doch lieber gleich richtig! Schau mal, was man aus dem obigen „Ziel“ so alles machen kann:

Smarte Ziele: Ein zweites Beispiel

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Aha.

Mal ganz davon abgesehen, dass dieses Ziel nicht einmal annähernd SMART ist, wurden hier auch die Tipps zur Zielformulierung nicht beherzigt. Es wird kein Zustand nach Abschluss des Projektes beschrieben, sondern eher ein grobes Vorhaben. In keinster Weise ist bei Projektabschluss messbar, ob das Ziel erreicht wurde:

Welches System soll denn dokumentiert werden? Das ganze – oder nur Teilbereiche? In welcher Form? Wie umfangreich soll die Dokumentation denn sein? Und bis wann soll die Dokumentation denn vorliegen? Reicht es auch noch in 5 Jahren?

Das muss besser gehen! Zum Beispiel so:

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Smarte Ziele: Die wichtigen Kontrollfragen

ZIELKRITERIUMKONTROLLFRAGEN
SspezifischWas genau soll erreicht werden? Welche Eigenschaften werden angestrebt? Wo soll das Ziel erreicht werden? Wer ist beteiligt?
MmessbarWoran kann die Zielerreichung gemessen werden? Wie viel genau? Wann weiß ich, dass ich das Ziel erreicht habe?
Aangemessen, akzeptiert, aktiv, attraktiv, ambitioniertWirkt das Ziel motivierend? Wird es von den Beteiligten akzeptiert? Ist es aktiv durch das Projekt erreichbar? 
RRealistischIst das gewünschte Ziel im Rahmen des Projektes erreichbar? Ist es machbar?
Tterminierbar, terminiertBis wann soll das Ziel erreicht werden? In welchem Zeitrahmen soll das Ziel erreicht werden? Ist das Ziel innerhalb der Projektlaufzeit erreichbar?

Die Anwendung von SMART

Muss jedes Ziel alle Kriterien vollständig erfüllen?

Nein, natürlich nicht. Nutze die SMART-Formel als Schablone, als Vorlage. Als Hilfsmittel zur Formulierung und zur Prüfung deiner formulierten Ziele.

Ist es nicht unübersichtlich, wenn die Ziele so lang ausformuliert werden?

Niemand zwingt dich, ausschließlich die ausformulierten Ziele zu verwenden! Jedes Ziel kann natürlich auch einen knackigen Kurztitel bekommen. Zum Laufschuh-Beispiel oben: „Steigerung Marktanteil 20%“. Es ist nicht wichtig, bei jeder Gelegenheit alle Ziele langatmig zu präsentieren. Es ist ganz einfach wichtig, dass sie existieren!

Gibt es zwischen den einzelnen Kriterien nicht Überlappungen?

Natürlich! Wird beispielsweise für ein Ziel „bis zum 31.07.2015“ formuliert, ist das sowohl spezifisch und terminiert, als auch angemessen und realistisch. Es muss also nicht immer krampfhaft versucht werden, noch eine zusätzliche realistische oder attraktive Komponente einzubauen. Wichtig ist lediglich, dass das Gesamtziel den Kriterien entspricht.

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