Wie kann ich mit Risiken im Projekt umgehen?

Im vorigen Schritt haben wir die Risiken zunächst bewertet. In diesem Artikel werden nun Strategien vorgestellt, mit denen Risiken bearbeitet werden können.

Vermeiden

Manchmal ist es ratsam, Risiken komplett aus dem Weg zu gehen. Dafür ist allerdings meist eine Änderung des Projektplanes notwendig.

Sinnvoll ist das dann, wenn das Risiko als besonders schwerwiegend eingestuft wird und den Gesamterfolg des Projektes bedrohen kann.

Beispiel:

Für eine Go-Live-Veranstaltung werden Transporte für die Besucher organisiert. Da gerade zu dieser Zeit ein Großereignis stattfindet, ist es wahrscheinlich, dass Transportunternehmen ausgebucht sind und keine Transporte zur Verfügung stehen. Eine Möglichkeit wäre es, die Veranstaltung auf einen anderen Termin zu verlegen, um das Risiko zu vermeiden.

Reduzieren

Diese Strategie ist sicherlich die am häufigsten angewendete. Wird diese Strategie gewählt, wird versucht, entweder

a) die Eintrittswahrscheinlichkeit des Risikos zu senken oder
b) die Tragweite (den Schaden) bei Eintritt des Risikos zu reduzieren.

Beispiel:

Dem vorher genannten Beispiel folgend, könnte man Transporte frühzeitig buchen, um die Eintrittswahrscheinlichkeit des Risikos zu minimieren.

Verlagern

Ein Verlagern von Risiken bietet sich manchmal an, wenn mehrere Beteiligte gemeinsam an einem Projekt arbeiten. Ziel ist es, das Risiko nicht selbst zu tragen, sondern an einen Beteiligten zu übergeben. Diese Methode sollte wohl überlegt sein, da das Risiko auf das Gesamtprojekt nicht immer gemindert wird.

Beispiel:

Für die Go-Live-Veranstaltung ist ein Eventmanagement-Unternehmen beauftragt worden. Es könnte festgelegt werden, dass alle Transportfragen von diesem Unternehmen gelöst werden müssen.

Eine weitere Möglichkeit der Verlagerung ist das „Schieben“ des speziellen Problems in ein Folge- oder Parallelprojekt.

Beispiel:

In einem Forschungsprojekt herrscht Unklarheit über die Entwicklung eines bestimmten Materials. Es wird beschlossen, dieses Risiko in einem Folgeprojekt zu bearbeiten.

Akzeptieren

Für Risiken, die den Projekterfolg nur in geringem Maße gefährden, bietet sich diese Strategie an: Nichts tun! Zumindest für den Moment.

Doch aufpassen: Risiken können sich im Projektverlauf durchaus ändern. Man sollte also auch auf momentan wenig gefährlichen Risiken immer mal wieder einen Blick werfen!

Beispiel:

Das Transport-Risiko für die Go-Live-Veranstaltung wird akzeptiert und nichts weiter unternommen. Sollte das Risiko eintreffen, kann aufgrund der kurzen Distanz den Teilnehmern ein kleiner Fußmarsch zugemutet werden.

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