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Konflikte visualisieren mit der Konfliktlandkarte

konfliktlandkarte-kleinIrgendwas läuft nicht rund.

Vielleicht reden in deinem Team die Leute nicht miteinander, vielleicht gibt es sogar offene Konfrontationen.

Das mag keiner.

Und das behindert auch deine Projektarbeit.

Oft zeigen sich schwelende Konflikte an diffusen Signalen, die nicht klar benannt werden können.

Falls du eine solche Situation kennst, dann solltest du den Artikel unbedingt weiterlesen. Und wenn nicht: dann natürlich auch! Schließlich weißt du nie, wann du genau in so eine Lage gerätst. Heute zeige ich dir nämlich ein einfaches und praktisches Werkzeug, wie du schnell einen Konflikt darstellen kannst.

Werfen wir einen Blick auf die Konfliktlandkarte!

Nutzen und Ziel einer Konfliktlandkarte

Stelle dir den Konflikt wie eine geografische Karte vor: Statt Orten gibt es Konfliktparteien und statt Straßen gibt es Beziehungen, über die die Akteure miteinander verbunden sind.

So eine Konfliktlandkarte ist eine praktische Sache. Denn mit ihr kannst du Folgendes erreichen:

  • Die Beteiligten und ihre Machtverhältnisse darstellen.
  • Schauen, wie sie miteinander in Verbindung stehen.
  • Konflikte zwischen den Beteiligten verdeutlichen.

Das Hauptziel ist es, die Beziehungen zwischen den Akteuren darzustellen. Und das auf wunderbar grafische Art auf einem Blatt Papier, sodass sich das alle Beteiligten gut vorstellen können.

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Und wofür brauchst du das?

Manche Konflikte sind einfach zu erkennen. Andere schwieriger, besonders wenn viele verschiedene Parteien beteiligt sind. Es wird nicht leichter durch den Fakt, dass alle Beteiligten vermutlich ein unterschiedliches Bild von der Lage haben.

Mit der Konfliktlandkarte kannst du erreichen, dass dieses gemeinsame Bild entsteht – und im Idealfall Ideen zur Konfliktlösung entstehen.

Was kann eine Konfliktlandkarte nicht?

Keine Methode kann alles leisten. Also was kannst du aus der Konfliktlandkarte nicht ablesen?

  • Sie zeigt nicht die Phase eines Konflikts: Wie stark ist er bereits eskaliert?
  • Du siehst nicht die Entwicklung über die Zeitdauer.
  • Direkt kannst du keine Ursachen oder Motivationen ablesen – allerdings ist eine solche Landkarte eine gute Grundlage, um sich genau diese Punkte näher anzusehen.

Aufbau einer Konfliktlandkarte

Es gibt ein paar Elemente, die du für deine Konfliktlandkarte nutzen kannst:

Akteur / Beteiligter

Die Größe des Kreises sagt etwas über die Macht aus, die ein Beteiligter besitzt.

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Linien

Linien sagen viel darüber aus, wie die Konfliktparteien miteinander in Beziehung stehen und ob sich Allianzen bilden.

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Konfliktsymbole

Konflikte kannst du mit gezackten Linien oder auch speziellen Symbolen kennzeichnen, die sofort Aufmerksamkeit wecken.

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Vorgehen: So entsteht eine Konfliktlandkarte

Nehmen wir an, du möchtest diese Methode auch einmal ausprobieren. Nichts leichter als das! Am besten funktioniert die Methode im Team, da es meist unterschiedliche Sichtweisen auf einen Konflikt gibt.

1. Konflikt festlegen

Klar: Zunächst musst du festlegen, welchen Konflikt du analysieren möchtest. Das sollte kein Problem sein, da du ohne Konflikt vermutlich nicht auf die Idee gekommen wärst, die Methode überhaupt anzuwenden.

Spannend könnten aber mögliche Grenzen sein: Willst du einen Konflikt in deinem Team analysieren, solltest du nicht unzählige Beteiligte aus anderen Abteilungen, anderen Führungsebenen oder Unternehmensbereichen einfügen – außer sie spielen in diesem Konflikt eine große Rolle.

2. Beteiligte identifizieren

Nun werden die Beteiligten identifiziert. Schreibe sie in einem ersten Schritt auf Karten oder eine ungeordnete Liste. Die Sortierung und Anordnung kommt im nächsten Schritt.

Denke nicht nur an die offensichtlichen Beteiligten, sondern auch an indirekte Akteure, die auf den ersten Blick nicht sichtbar sind, aber einen Einfluss auf den Konflikt haben können. Beispiel: Vielleicht gibt es ja einen unbeteiligten Kollegen, der durch die Allianz mit einer Konfliktpartei doch indirekt Druck ausübt?

3. Machtverhältnisse darstellen

Jetzt geht es an die Machtverhältnisse: Nutze große Kreise für Beteiligte, die viel zu sagen haben und kleine Kreise für Akteure, die nur geringe Macht ausüben können. Du kannst für diesen Schritt auch unterschiedlich große Karten verwenden.

4. Beziehungen ergänzen

Dies ist der vielleicht wichtigste Punkt: Wie stehen die Akteure miteinander in Beziehung? Wer kommt mit wem gut klar – und mit wem gar nicht?

Durch Pfeile kannst du darstellen, in welche Richtungen Weisungsbefugnisse vorhanden sind.

5. Konflikte visualisieren

Durch das Einzeichnen der Beziehungen werden die Konflikte meist schon sehr deutlich. Du kannst noch einen oben draufsetzen, indem du sprechende Symbole nutzt, wie den typischen Blitz oder eine Gewitterwolke. Auch Smileys machen sich an dieser Stelle gut.

6. Diskutieren

Oft gibt es bereits während der Erstellung der Landkarte Diskussionen darüber, wie die Beziehungen ausgeprägt sind und welche Allianzen es gibt. Die Visualisierung und das gemeinsame Erarbeiten der Landkarte allein können schon einen erhellenden Effekt haben.

Mit der fertigen Konfliktlandkarte kann nun in der Gruppe über mögliche Ursachen und Lösungen diskutiert werden.

Tipp

In sehr konfliktgeprägten Umgebungen kann das Zeichnen der Landkarte schon wieder neue Konflikte heraufbeschwören – oft gibt es sehr unterschiedliche Sichtweisen auf die Dinge, die gerade schief laufen.

Eine Lösungsmöglichkeit: Lasse mehrere Beteiligte ihre eigene Landkarte zunächst unabhängig voneinander bestellen und vor dem gesamten Team vorstellen. So wird sichergestellt, dass jeder zumindest zu Beginn zu Wort kommt und seine Sicht der Dinge darlegen kann.

Nutze die unterschiedlichen Landkarten als Ausgangsbasis für eine gemeinsame Diskussion.

Fazit

Die Konfliktlandkarte ist eine hervorragende Möglichkeit, diffuse Konflikte klar zu visualisieren. Allein das Darstellen hilft oft dabei, Probleme zu erkennen und führt zu Lösungsideen, die beinahe von allein kommen.

Empfehlung: Unbedingt ausprobieren, wenn es Konflikte in Teams gibt!

Andrea Windolph ist als freiberufliche Autorin und Trainerin tätig, konzipiert Online-Trainings und unterstützt Unternehmen bei der Planung und Umsetzung von Projekten. Seit 2014 betreibt sie das Portal „Projekte leicht gemacht“, auf dem sie PM-Wissen vermittelt, das sowohl fundiert als auch leicht verständlich ist.
Andrea Windolph ist studierte Betriebswirtin und verfügt über langjährige Erfahrung in der IT-Branche und der Software-Entwicklung.
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