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Artikel zum Double Diamond im Design Thinking

Design Thinking: Der Double Diamond einfach erklärt

Auf den Punkt gebracht

Der Double Diamond ist ein Prozessmodell im Design Thinking, in dem das Vorgehen mit divergentem und konvergentem Denken grafisch in Form von zwei Rauten bzw. Diamanten dargestellt wird. Der Double Diamond besteht aus den vier Bestandteilen Discover, Define, Develop und Deliver. Als PDF herunterladen

Was hat Design Thinking mit Diamanten zu tun? In diesem Artikel erhältst du einen Überblick über den sogenannten „Double Diamond“, das grundlegende Vorgehen und den vier Bestandteilen, die ein Design-Thinking-Projekt ausmachen.

Hinweis:
Du bist noch neu im Design Thinking? Dann findest du in unserem Überblicksartikel zum Thema alle wichtigen Informationen für den Einstieg.

Was ist der Double Diamond im Design Thinking?

Im Design Thinking haben sich in den vergangenen Jahren und Jahrzehnten verschiedene Prozessmodelle herausgebildet. Auch wenn sie sich im Detail unterscheiden, orientieren sie sich an den gleichen Prinzipien:

  • Zunächst wird ein Thema breit betrachtet bzw. tief ins Thema eingetaucht.
  • Anschließend werden die Informationen strukturiert und zielgerichtete Maßnahmen abgeleitet.

Dieses Vorgehen kann schön grafisch in Form von zwei Rauten bzw. „Diamanten“ dargestellt werden und sieht so aus:

Design Thinking: Double Diamond

Zugegeben: Das sind sehr vereinfachte Diamanten, aber es geht schließlich lediglich um ein anschauliches Modell. Der eigentliche Begriff des „Double Diamonds“ wurde vom British Design Council geprägt. Zwar stammt der schöne Name von den Briten, diese haben sich allerdings am Divergenz-Konvergenz-Modell des Linguisten Béla H. Bánáthy orientiert.

Exkurs: Divergentes und konvergentes Denken

Um den Double Diamond richtig zu verstehen, solltest du die Begriffe des divergenten und konvergenten Denkens kennen. Der Persönlichkeits- und Intelligenzforscher Joy Paul Guilford hat die Bezeichnungen für zwei verschiedene Arten des Denkens geprägt:

  • Divergentes Denken: In dieser Denkweise werden viele Ideen und Lösungsansätze gesucht und dabei möglichst frei, unsystematisch, spielerisch und experimentierfreudig gedacht. Typische Stichworte: Du denkst “über den Tellerrand” oder “out of the box”.
  • Konvergentes Denken: Dieses Denken wird auch als „gleichgerichtetes“ Denken bezeichnet, das auf eine möglichst genaue Lösung oder richtige Antwort abzielt. Hier wird systematisch, rational-logisch und planmäßig gedacht.
Divergentes und konvergentes Denken im Design Thinking

Im Design-Thinking-Prozess wird diese Tatsache berücksichtigt und beide Denkweisen in unterschiedlichen Phasen abwechselnd eingesetzt. Mit etwas Fantasie siehst du in diesem Bild bereits einen der beiden Diamanten.

Die Bestandteile des Double Diamond im Design Thinking

Schauen wir uns die vier Bestandteile des Double Diamonds im Detail an:

  • Discover (Entdecken): Dies ist einer der wichtigsten Schritte im Design Thinking. Statt Annahmen zu treffen, wird hier tief in die Welt der Nutzer oder Kunden eingetaucht. Um den entscheidenden Schritt voranzukommen, werden große Mengen an Informationen gesammelt, beispielsweise durch Beobachten von Betroffenen oder durch Interviews.
  • Define (Definieren): In dieser Phase werden die Informationen aus der vorherigen Phase sortiert und strukturiert. Welche Muster werden entdeckt? Gibt es wiederkehrende Probleme der Nutzer oder Kunden? Genau hier wird angesetzt und das konkrete Problem dieses Design-Thinking-Projekts definiert.
  • Develop (Entwickeln): Probleme sind da, um gelöst zu werden – und dafür braucht es gute Ideen. In dieser Phase wird wieder breit gedacht, um möglichst viele Lösungsansätze und Ideen zu entwickeln. Oft werden in dieser Phase Brainstormings eingesetzt und anschließend die besten Ideen ausgewählt.
  • Deliver (Umsetzen): Ideen sind schön und gut – aber funktionieren sie auch in der Praxis? Genau diese Frage wird in der Deliver-Phase beantwortet. Hierfür bieten sich Prototypen an, die an echten Nutzern getestet werden. Dabei werden oft kleine Tests durchgeführt, Funktionierendes weiterentwickelt und nicht-funktionierende Lösungen verworfen.

Fazit

Der interessante Begriff „Double Diamond“ ist eigentlich eine ganz einfache Sache: Kombiniere divergentes Denken (breit und spielerisch) und konvergentes Denken (rational und zielgerichtet) in verschiedenen Phasen eines Design-Thinking-Projekts und stelle den Prozess grafisch dar – schon hast du einen doppelten Diamanten.

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