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Design-Thinking-Workshop: Alles Wichtige auf einen Blick

Auf den Punkt gebracht

In einem Design-Thinking-Workshop wird der gesamte Prozess in komprimierter Form durchlaufen, beispielsweise innerhalb weniger Stunden. Ein solcher Workshop eignet sich, wenn vage Projektideen konkretisiert, Teams in grundlegende Design-Thinking-Prinzipien eingeführt werden sollen oder auch, um gemeinsam mit Betroffenen Arbeitsabläufe und Prozesse zu optimieren oder zu erarbeiten.

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Design Thinking wird immer beliebter, über alle kommerziellen Branchen hinweg, bis hin zum sozialen Bereich, Bildungseinrichtungen und Non-Profit-Organisationen. Wenn erfolgreiche Design-Thinking-Projekte über Wochen oder Monate verlaufen, stellt sich bei vielen die Frage: Geht das nicht auch kürzer? Können wir die Vorteile von Design Thinking nutzen, ohne ein komplettes Projekt starten zu müssen?

Natürlich, das geht – und zwar mit einem Design-Thinking-Workshop.

Was ist ein Design-Thinking-Workshop?

Kurz gesagt: So ein Workshop ist der Design-Thinking-Prozess im Kurzformat, aber mit den gleichen Prinzipien, typischen Methoden und dem gleichen Mindset.

Stell dir einen Design-Thinking-Workshop wie die kompakte Form eines großen Design-Thinking-Projekts vor: Die Phasen werden in komprimierter Form durchlaufen, weshalb ein Workshop (wie der Name schon sagt) deutlich kürzer als ein vollständiges Projekt ist.

Wie läuft ein Design-Thinking-Workshop ab?

Wie genau ein Design-Thinking-Workshop abläuft, kommt auf die Problemstellung, den Zeitrahmen und die Erfahrung der Teilnehmer an. Die folgende Grafik zeigt einen groben Ablauf für einen Workshop, der ein paar Stunden dauert und so viele Teilnehmer hat, dass sich mehrere Arbeitsgruppen bilden können:

Design-Thinking-Workshop: Ein möglicher Ablauf

  1. Die Problemstellung benennen

    Allen muss klar sein, welches Problem näher betrachtet werden soll. Geh auch auf den Ablauf und Spielregeln des Workshops ein.

  2. Empathize-Phase

    In dieser Phase des Design-Thinking-Workshops werden in Arbeitsgruppen Bedürfnisse und Wünsche der Kunden oder Anwender genau hinterfragt. Falls noch keine Informationen vorliegen oder keine echten Anwender vor Ort sind, können in dieser Phase Rollenspiele helfen, tief in die Welt der Anwender einzutauchen. Anschließend werden die Erkenntnisse aus den Arbeitsgruppen in der großen Gruppe besprochen.

  3. Define-Phase

    Wieder ziehen sich Arbeitsgruppen zurück – und diese können durchaus durchgemischt werden. Die Erkenntnisse der Empathize-Phase werden strukturiert und ein klares (Haupt-)Problem identifiziert. Welches Problem soll in diesem Workshop konkret gelöst werden? Du siehst hier: Das spezifische Problem sollte nicht schon vor Start des Workshops stattfinden, sondern erst nach der Empathize-Phase. Ansonsten wird oft vorschnell von Annahmen ausgegangen. Die gesamte Gruppe sollte sich auf ein spezifisches Problem einigen.

  4. Ideate-Phase

    Wieder ziehen sich die Beteiligten in Arbeitsgruppen zurück und sammeln Ideen zur Lösung des Problems, oft in Form von einem Brainstorming. Die besten Ideen werden ausgewählt und in der großen Gruppe besprochen.

  5. Prototype- und Testphase

    Nicht immer findet diese Phase in so einem Workshop statt – aber es ist sinnvoll. Falls keine physischen Prototypen erstellt werden können, eignet sich beispielsweise ein Storyboard, um die geplante Umsetzung der Idee aus Nutzersicht zu beschreiben. Oft können daraus wertvolle Erkenntnisse abgeleitet werden.

  6. Lösung formulieren

    Im Idealfall findet die Gruppe eine spezifische Lösung und leitet nächste Schritte ab.

Möglicher Ablauf eines Design-Thinking-Workshops

In so einem Ablauf gibt es natürlich viele Variablen:

  • Die Anzahl der Teilnehmer entscheidet darüber, ob die Methoden in kleinen Gruppen umgesetzt werden.
  • Die Erfahrung der Teilnehmer entscheidet darüber, wie viel Moderation und Anleitung benötigt wird.
  • Die Art der Problemstellung entscheidet darüber, ob beispielsweise Prototypen gebastelt werden können.
  • Ob und welche Informationen von echten Kunden oder Anwendern vorliegen, entscheidet darüber, wie intensiv die Empathize-Phase bearbeitet wird.

Eine generelle Aussage: Jeder Workshop sollte auf das Umfeld, die Teilnehmer und die jeweilige Problemstellung angepasst sein.

Wie lange dauert ein Design Thinking-Workshop?

Wie so oft: Es kommt darauf an! Ein Design-Thinking-Workshop hingegen folgt zwar dem gleichen Prozess wie ein komplettes Projekt, ist aber deutlich kürzer: Von wenigen Stunden bis hin zu maximal einer Woche sind typische Zeiträume.

Wie lange ein Workshop dauert, hängt von der Zielstellung ab. Soll es um eine kurze Einführung ins Thema Design Thinking gehen? Dann reichen ein paar Stunden aus. Soll der Prozess für ein konkretes Projekt intensiv durchlaufen werden? Dann sind ein paar Tage angemessen.

Was sind die Vorteile und Einsatzzwecke?

So ein Workshop eignet sich für unterschiedliche Einsatzzwecke:

  • Einführung in das Mindset: Stell dir vor, dein Team kennt Design Thinking noch nicht und soll die Grundprinzipien kennenlernen. So ein Workshop eignet sich hervorragend, um einen Einblick zu geben und Neulinge mit der Methodik vertraut zu machen.
  • Demonstration einer neuen Problemlösungstechnik: Im Design Thinking ist praktisch immer ein zu lösendes Problem die Basis, egal ob es um die Neuentwicklung eines Produkts oder die Optimierung eines Prozesses geht. In einem Workshop bringst du deinem Team bei, wie es mit Design Thinking unterschiedlichste Probleme lösen kann.
  • Förderung der Zusammenarbeit: Stell dir eine einzelne Person vor, die Design Thinking allein vom Schreibtisch erledigt – das funktioniert nicht! Erst durch Zusammenarbeit und kreativen Austausch über Abteilungsgrenzen hinweg werden Annahmen hinterfragt und gemeinsam Lösungen erarbeitet. Besonders in Organisationen, in denen diese Art der Zusammenarbeit in heterogenen Teams noch nicht verbreitet ist, bietet sich ein Design-Thinking-Workshop an – sozusagen zum Üben und Ausprobieren.
  • Kick-off für Projekte: Neue Projektideen stehen im Raum, sind aber noch nicht klar umrissen? Im Rahmen eines Design-Thinking-Workshops kannst du im Team vage Ideen konkretisieren und erste Lösungsansätze sammeln.
  • Schnelle Problemlösung: Nicht für alle Problemstellungen muss ein komplettes Design-Thinking-Projekt aufgesetzt werden. Wenn alle bereits Erfahrung mit Design Thinking haben, kannst du auch in einem kurzen Workshop schon echte Lösungen oder zumindest Fortschritte erarbeiten. Besonders gut funktionieren Workshops dieser Art, um gemeinsam mit betroffenen Mitarbeitern Arbeitsabläufe und Prozesse zu optimieren oder zu erarbeiten.

Wo liegen die Grenzen in einem Design-Thinking-Workshop?

Ein komplettes Design-Thinking-Projekt in ein paar Stunden abbilden? Klingt schön – funktioniert aber dann doch nicht. Ein Workshop kann nicht alles leisten, was in wochen- oder monatelanger intensiver Recherche- und Ideenfindungsarbeit geleistet wird.

Im folgenden Webinar haben wir zusammengestellt, welche Stolperfallen es gibt und wie du sie umschiffst – damit du vom kompakten Workshop-Format profitierst und trotzdem kein Pseudo-Design-Thinking betreibst.

Fazit

Ein Design-Thinking-Workshop ist eine tolle Sache – wenn er richtig durchgeführt wird. Wenn du glaubst, ein komplettes Projekt aus Zeitgründen in Kurzform abzuspulen, wird das kaum funktionieren. Möchtest du hingegen bewährte Design-Thinking-Prinzipien nutzen, um entscheidende Schritte voranzukommen oder erste Ideen zu sammeln, dann kann so ein Workshop genau der richtige Ansatz sein.

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