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Murphys Gesetz im Projektmanagement

Mindset ist alles: So brichst du Murphys Gesetz im Projektmanagement

Auf den Punkt gebracht

Murphys Gesetz besagt: Alles was schiefgehen kann, wird auch schiefgehen. Dieses Wissen sollten Projektmanager so in ihrem Mindset verankern, dass sie sich mit Hilfe von Risikobetrachtungen optimal auf Unvorhergesehenes vorbereiten – und zugleich akzeptieren, dass trotzdem Dinge nicht nach Plan verlaufen werden.

Ertappst du dich auch manchmal bei dem Gefühl, dass es immer dich trifft? Dass immer alles schiefläuft und du nichts dagegen tun kannst? Willkommen im Leben: So geht es uns allen mal. Leider ist ein solches Mindset nicht förderlich für einen pragmatischen Projektmanager. Wer trotzdem gern das beliebte „Murphy’s Law“ zitiert und sich schmollend in eine Ecke zurückzieht, sollte unbedingt weiterlesen.

Murphys Gesetz im Überblick

Einen ausführlichen Artikel über Murphy’s Law haben wir hier veröffentlicht. Das sagt das Gesetz aus:

“Anything that can go wrong will go wrong.”

„Alles, was schiefgehen kann, wird auch schiefgehen.“

Stößt du sofort ein „Ja, genau so ist es!“ aus? Dann schau mal, in welcher der zwei Interpretationen des Gesetzes du dich wiederfindest:

Warum Murphys Gesetz für Projektmanager so wichtig ist

Bereits im letzten Artikel haben wir genauer hingeschaut, welche Auswirkungen es hat, wenn wir die Aussage von Mister Murphy positiv bzw. negativ interpretieren. Zusammengefasst:

  • Positive Interpretation: Wir akzeptieren, dass Dinge schiefgehen werden. Dies passiert unabhängig davon, wie sehr wir uns anstrengen. Anpacken und weitermachen. That’s Life!
  • Negative Interpretation: Wir glauben, wir können nichts bewegen, weil sowieso alles schiefgeht. Wir fühlen uns der Welt ausgeliefert und schielen heimlich auf andere, bei denen scheinbar immer alles super läuft.

Jetzt rate mal, welche Interpretation Projektmanagern besser steht? Den Menschen, die komplexe Vorhaben vorantreiben und erfolgreich abschließen wollen? Da braucht es positive Macher!

Besonders wenn du dich in der negativen Interpretation wiederfindest, ist ein starkes Mindset gefragt. Genau daran kannst du mit folgenden fünf Ansätzen arbeiten:

1. Ansatz: Optimismus trainieren

Optimistisch in die Zukunft zu schauen bedeutet, positive Dinge zu erwarten. Was so einfach klingt, hat nachgewiesen eine Menge Vorteile, wie bessere Stimmung, höhere Stresstoleranz bei unvorhergesehenen Ereignissen und sogar bessere Genesung von Krankheiten.

Beispiele im Projektmanagement:

  • „Der Kollege A macht doch sowieso wieder die gleichen Fehler.“ vs. „Ich bin sicher, dass wir das dieses Mal gemeinsam hinbekommen.“
  • „Ich glaube, wir bekommen den Auftrag nicht.“ vs. „Das klappt! Wir sind gut und schnappen uns den Kunden!“

Heißt das, dass alle positiven Gedanken auch eintreffen? Absolut nicht. Aber nur wegen Murphys Gesetz alles von Beginn an negativ zu sehen, drängt dich als Projektmanager in eine passive Rolle und fühlt sich deutlich anstrengender an.

Übrigens: Optimistische Menschen leben nicht in einer rosaroten Wolke. Sie ziehen einfach eine Menge Energie daraus, nicht ständig negativ zu denken.

2. Ansatz: Wahrscheinlichkeiten betrachten

Übertreibungen und Denken in Extremen tut uns nicht gut! Zwar kannst du jede Kleinigkeit als Bestätigung für Murphys Gesetz ansehen, meist entspricht das aber nicht der Realität und den Fakten.

Beispiele im Projektmanagement:

  • Ja: Der Beamer ist im entscheidenden Moment ausgefallen. Nur … wie oft hat er vorher funktioniert, ohne dass du es wahrgenommen hast?
  • Bei einem wichtigen Testlauf hat ein Techniker aus Unachtsamkeit einen Fehler gemacht. Ist das eine Bestätigung, dass immer alles schiefgeht – oder ist das in den letzten drei Jahren zum ersten Mal vorgekommen?

3. Ansatz: Akzeptanz und Erwartungshaltung anpassen

Wollen wir nicht alle, dass unser Projekt reibungslos und nach Plan verläuft? Mag sein – das ist nur leider nicht realistisch. Viel eher entspricht folgendes der Realität:

  • Dinge werden super laufen.
  • Andere werden gnadenlos schiefgehen.
  • Und eine Menge werden sich irgendwo dazwischen bewegen.

Mit diesem Wissen fällt es leichter, mit Rückschlägen umzugehen. Selbst wenn in einer Pechsträhne wirklich alles schiefgeht, weißt du: Es geht auch wieder aufwärts – so funktioniert nun einmal die (Projekt-)Welt.

4. Ansatz: Die Negativitätsverzerrung erkennen

Erinnerst du dich an die Negativitätsverzerrung? Falls nicht lies gern hier oder hier noch einmal nach. In Kurzform: Wir Menschen nehmen negative Dinge schneller und stärker wahr als positive und erinnern uns auch stärker an negative Ereignisse.

Allein das Wissen über diesen Mechanismus kann uns zeigen, dass eben nicht alles immer schiefläuft, sondern auch eine Menge positive Dinge passieren, die wir leider als Selbstverständlichkeit annehmen.

5. Ansatz: Vorausschauen und Risiken erkennen

Gute Nachrichten: Projektmanager können (und sollten!) Murphys Gesetz an einer Stelle ganz bewusst anwenden:

Wann solltest du über mögliche Probleme in der Zukunft nachdenken? Überlegen, was alles schieflaufen könnte? Richtig: in der Risikoanalyse. Murphys Gesetz hilft beim Anerkennen der Wahrheit, dass im Projekt vermutlich nichts nach Plan laufen wird. Sinnvolle Denk- und Verhaltensmuster sehen wie folgt aus:

  • Du überlegst vorher, wo es Probleme geben könnte und führst eine Risikoanalyse durch.
  • Du ergreifst sinnvolle Maßnahmen, um die Risiken zu verringern.
  • Du leitest dein Projekt vorausschauend und bist immer wachsam in dem Wissen, dass auch unvorhergesehene Probleme auf der Tagesordnung stehen.
  • Vermutlich gehen Dinge schief, mit denen du nicht gerechnet hat – und auch das siehst du als Normalität und nicht als bösartiges Zeichen des Universums an.

Worst-Case-Szenarien zu durchdenken fällt nicht immer leicht – genau hier sind sie jedoch angebracht. Auf diese Weise bereitest du dich, dein Team und dein Projekt auf Dinge vor, die schiefgehen könnten. Hier können sich die Pessimisten dieser Welt mal so richtig austoben!

Fazit

Im Grunde spielt Murphys Gesetz Projektmanagern in die Karten: Sollen sie sich nicht so gut wie möglich auf Eventualitäten vorbereiten und Risiken voraussehen? Mit dem Wissen, dass ohnehin alles schiefgehen kann, sollten die Übervorsichtigen oder Pessimisten unter uns im Vorteil sein.

Dies funktioniert auch so lange gut, bis die Interpretation von Murphy’s Law übertrieben negativ ist und sich Projektmanager in eine passive Opferrolle begeben. In diesem Fall sollten die Ansätze 1-4 dieses Artikels noch einmal gelesen werden. Und noch einmal.

Zusammengefasst: Ja, viele Dinge werden schiefgehen – aber auch viele Dinge gut laufen. Wenn du dein Projekt von beiden Seiten mit einer wachsamen Gelassenheit betrachtest, dann hast du das optimale Mindset gefunden.

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Andrea Windolph & Dr. Alexander Blumenau...

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