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Ein konkretes Beispiel für die Nutzwertanalyse

Auf den Punkt gebracht

Rechts lang oder links lang – mehr arbeiten oder weniger arbeiten – mehr Sport oder gesünder Essen… Der Alltag steckt voller kleiner Entscheidungen. Entscheidungen können aber schnell komplex werden und spielen vor allem im Job eine große Rolle. Schauen wir uns eine Methode in einem Beispiel an, die dir genau dabei hilft – die Nutzwertanalyse.

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Im Artikel „Fundierte Entscheidungen treffen mit der Nutzwertanalyse“ hast du schon gelernt, was die Nutzwertanalyse ist und wo du sie besonders gut anwenden kannst. Hier schauen wir uns nun Schritt für Schritt an, wie die Nutzwertanalyse am Beispiel funktioniert. Wenn du momentan eine Entscheidung treffen musst, kannst du gerne Schritt für Schritt mit deinem Beispiel mitmachen.

Festlegung der Alternativen bzw. Entscheidungsvarianten

Der erste Schritt ist wahrscheinlich der Einfachste. Schreibe zunächst auf, welche Varianten bzw. Entscheidungsalternativen du hast. Das können nur zwei sein oder aber auch mehr. Allerdings solltest du nicht mehr als 5 Alternativen in eine Nutzwertanalyse packen, weil sonst die nachfolgenden Schritte schnell zu komplex werden.

Wir halten es mal nach dem Motto „Keep it simple“ und arbeiten in diesem Beispiel mit 2 Alternativen:

Wir müssen uns entscheiden, ob lieber das Fitnessarmband „Multisport 100“ oder die Alternative „Rowing Extreme XCS“ entwickelt werden soll.

Die Möglichkeit 1 „Multisport 100“ ist eher massentauglich, die Möglichkeit 2 „Rowing Extreme XCS“ dagegen eine sehr innovative Uhr speziell für Ruderer.

Innovativ oder massentauglich? Keine leichte Entscheidung.

Deine Entscheidungsalternativen packst du in die Kopfzeile einer Tabelle. Das kann dann so aussehen:

Definition von Bewertungskriterien

Jetzt wird es schon etwas anspruchsvoller. Lass dir bei diesem Schritt gerne Zeit, denn hier legst du fest, woran du deine Entscheidungen bewerten möchtest. Stell dir die Frage: „Woran kann ich messen, dass die Alternative gut ist?“. Schreibe hier auf, welche Kriterien du in deine Bewertung reinpacken möchtest. Achte dabei darauf, dass sich die Kriterien nicht überlappen (z.B. Kosten anstatt Herstellkosten und Materialkosten) und es max. 10 Kriterien sind.

Bei unseren 2 Fitnessarmbändern haben wir uns 4 Kriterien herausgesucht. Diese Kriterien schreibst du in die jeweiligen Zeilen deiner Tabelle:

Hinter jedes Kriterium kannst du schreiben, was der Idealzustand ist. Im Beispiel: Der Innovationsgrad sollte möglichst hoch sein, wohingegen die Herstellkosten natürlich eher niedrig sein sollten.

Gewichtung der Bewertungskriterien

Im nächsten Schritt des Beispiels für die Nutzwertanalyse füllen wir die Spalte daneben – die Gewichtung. Du musst dir dazu nur deine Kriterien ansehen und entscheiden, welche dir wichtiger sind als andere. Im Beispiel spielt es also eine größere Rolle, dass das Produkt massentauglich ist als die Time-to-Market. Dabei kannst du gern wie hier mit einer 100% Skala arbeiten oder aber auch mit einer 1-n Skala – je nachdem wie viele Kriterien du hast.

Lass dir gerne Zeit bei diesem Schritt. Damit legst du nämlich die Basis für die spätere Bewertung.

Festlegung des Bewertungsmaßstabs

Jetzt geht’s gleich ans Punkte vergeben – der Spaß an der ganzen Geschichte! Dafür musst du nur noch entscheiden, auf welcher Skala du Punkte vergeben möchtest. Das kann klassisch von 1 (schlecht) bis 5 (sehr gut) sein oder auch von 1-10, falls du detaillierter vorgehen möchtest. Abraten würden wir von Skalen, die größer sind, also z.B. 1-100. Damit machst du dir das Leben unnötig schwer und es bringt kein genaueres Ergebnis.

Bewertung der Alternativen

Jetzt geht’s ans Eingemachte. Wie gut erfüllen die einzelnen Alternativen deine Kriterien? Das ist keine Wissenschaft – du darfst hier gerne aus deiner Erfahrung heraus schätzen.

In unserem Beispiel haben wir die beiden Fitnessarmbänder so bewertet:

Beispiel Nutzwertanalyse

Die Rowing Extreme XSC hat also einen sehr hohen Innovationsgrad, dafür aber eine lange Time-to-Market, eher hohe Herstellkosten und ist nicht massentauglich.

Summierung und Auswahl

Jetzt sind wir gleich am Ende. Dein letzter Schritt ist reine, einfache Mathematik. Multipliziere zunächst deine Gewichtung mit deiner Bewertung in den einzelnen Zeilen. Im Beispiel für das Kriterium Innovationsgrad:

0,25 * 2 = 0,5

0,25 * 5 = 1,25

Usw.

Wenn du das geschafft hast, sollte deine Tabelle ca. so aussehen

Beispiel Nutzwertanalyse

Letzter Schritt: Addiere die Spalten deiner Entscheidungsalternativen auf.

Im Beispiel:

Multisport 100: 0,5 + 0,4 + 0,75 + 2 = 3,65

Rowing Xtreme XCS: 1,25 + 0,1 + 0,5 + 0,4 = 2,25

Nutzwertanalyse Beispiel

Ergebnis: Das Beispiel für die Nutzwertanalyse sagt uns, dass unter diesen Kriterien die Multisport 100 entwickelt werden sollte, da wir hier einen höheren Spaltenwert haben.

Was ist bei dir herausgekommen? Stimmt dein Ergebnis mit deinem ersten Bauchgefühl überein? Wenn nicht, ist es auch nicht schlimm. Du musst dem Ergebnis nicht zwanghaft folgen. Es ist aber eine sehr gute Hilfestellung. Dir können auch im Nachgang noch weitere Punkte einfallen oder du diskutierst das Ergebnis einfach mal offen in einem Team.

Fazit

Wenn du eine systematische Entscheidungshilfe brauchst, bist du bei der Nutzwertanalyse genau richtig. Egal ob im Job oder privat – die Nutzwertanalyse ist ein universelles Tool, was du jetzt beherrschst.

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