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Die Nutzwertanalyse Schritt für Schritt

Auf den Punkt gebracht

Die Nutzwertanalyse ist eine einfache Methode, die sich besonders zur Bewertung verschiedener Handlungsalternativen eignet und somit als Entscheidungshilfe dient. Die Methode spielt besonders dann ihre Stärken aus, wenn bei der Bewertung von Alternativen auch subjektive Einflüsse eine Rolle spielen.

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Geschäftseröffnung in der Innenstadt – oder doch besser am Stadtrand? Wenn du entscheiden musst und die Alternativen ähnlich gut oder schlecht erscheinen, dann sind fundierte Entscheidungen gar nicht so einfach. Good News: Mit der Nutzwertanalyse kannst du eine einfache Entscheidungshilfe nutzen, um folgende Herausforderungen zu meistern:

  • Es liegen mehrere Alternativen vor.
  • Es müssen unterschiedliche Randbedingungen berücksichtigt werden.
  • Die Vor- und Nachteile sind nicht einfach gegeneinander abzuwägen.

Besonders als Projektmanager ist Entscheidungsstärke wichtig Warum? Das kannst du in diesem Artikel noch einmal nachlesen.

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Die Ausgangssituation

Schau dir folgendes Beispiel an:

laufschuhe-nutzwertanalyse

Eine Pro- und Contra-Liste als Hilfsmittel?

Der Marketingleiter schlägt vor, eine Pro- und Contra-Liste zu erstellen. Es soll geprüft werden, welche Faktoren für und welche gegen die beiden Produkte sprechen.

Pro- und Contra-Listen sind eine tolle Sache. Sie führen dazu, dass ein Problem strukturiert betrachtet und dokumentiert wird. Doch sie haben ein Problem: Kennst du die Situation, in der die eine Seite der Liste deutlich länger als die andere ist, und die Entscheidung trotzdem nach Gefühl anders aussehen sollte?

Das liegt daran, dass die einzelnen Punkte zwar aufgelistet, aber nicht bewertet werden. Was, wenn einer der negativen Faktoren so wichtig ist, dass er alle anderen auf der Pro-Seite aufwiegt? Genau für solche Probleme gibt es eine Lösung – die Nutzwertanalyse kommt ins Spiel.

Was ist die Nutzwertanalyse?

Die Nutzwertanalyse ist eine Methode zur Auswahl von Optionen. Sie eignet sich besonders zur Bewertung verschiedener Handlungsalternativen und dient somit als Entscheidungshilfe – auch im Projektmanagement. Sie wird auch als Punktwertverfahren oder Scoring-Model bezeichnet.

Die Methode kann immer dann eingesetzt werden, wenn die Bewertung von Alternativen nicht in erster Linie anhand von konkreten Zahlen und Fakten geschieht, sondern auch subjektive Einflüsse eine Rolle spielen.

Der Ablauf: Die Nutzwertanalyse Schritt für Schritt

Die Nutzwertanalyse wird in folgenden Schritten durchgeführt:

Die Schritte der Nutzwertanalyse

  1. Festlegung der Alternativen bzw. Entscheidungsvarianten:

    Die verschiedenen Varianten werden gesammelt und festgehalten. Es ist hilfreich, wenn diese Liste nicht allzu lang wird, weil die Methode sonst sehr aufwändig wird. Mit 2-5 Alternativen bist du gut aufgestellt.

  2. Definition von Bewertungskriterien:

    Es werden die Kriterien festgelegt, anhand derer eine Entscheidung getroffen werden soll. Diese Kriterien sind häufig Anforderungen an das Produkt oder zu erreichende Ziele. Hier entsteht meist eine Liste von bis zu 10 Kriterien.

  3. Gewichtung der Bewertungskriterien:

    Jedem Kriterium wird ein Prozentsatz hinterlegt, der die Wichtigkeit des Kriteriums belegt. Die Summe der Einzelgewichtungen muss 100% ergeben.

  4. Festlegung des Bewertungsmaßstabs:

    Die einzelnen Kriterien werden mit Punkten bewertet. Um hier eine Eindeutigkeit sicherzustellen, muss der Bewertungsmaßstab genau definiert werden, z.B. 5 Punkte = sehr gut, 1 Punkt = mangelhaft.

  5. Bewertung der Alternativen:

    Hier erfolgt die eigentliche Bewertung: Pro Kriterium und Alternative werden Punkte vergeben und die gewichteten Punkte berechnet.

  6. Summierung und Auswahl:

    Durch Summierung der Einzelgewichtungen ergibt sich die gewichtete Punktzahl pro Alternative. Die Alternative mit der höchsten Punktzahl entspricht den definierten Kriterien am besten.

Wichtig:
Achte darauf, dass sich die Bewertungskriterien in ihrer Konsequenz nicht überlappen. Werden zum Beispiel die Entwicklungskosten und zusätzlich die Komplexität der Entwicklung als Kriterien genutzt, dann laufen beide annähernd auf das gleiche hinaus und zählen somit doppelt – was Schließich die Ergebnisse verfälscht.

Die Nutzwertanalyse am Beispiel erklärt

Laufschuh „Flinke Füße“ vs. „Wie der Blitz“ – welcher soll es werden? Die Entscheidungsalternativen stehen fest. Anhand welcher Kriterien sollen sie nun bewertet werden? Es werden folgende Kriterien festgelegt:

  • Produktionskosten
  • Innovationsgrad
  • Massentauglichkeit

In Absprache mit der Geschäftsführung werden die Produktionskosten mit 45% am höchsten gewichtet, gefolgt von der Massentauglichkeit mit 35% und dem Innovationsgrad mit 20%.

Anschließend erfolgt der wichtige Schritt: die Bewertung! Für beide Laufschuhe werden die Punkte pro Kritierum vergeben:

„Flinke Füße“ weist geringe Produktionskosten auf (4 Punkte = gut), verfügt jedoch über einen recht geringen Innovationsgrad (2 = ausreichend). Bei Produkt B sieht es anders aus: Ihm werden ein höherer Innovationsgrad, höhere Produktionskosten und eine höhere Massentauglichkeit bescheinigt.

nutzwertanalyse

Nach Ermittlung und Aufsummierung der gewichteten Punktzahlen ergibt sich folgendes Ergebnis: Laufschuh „Flinke Füße“ erhält mit 3,25 gewichteten Punkten den höheren Wert und würde nach dieser Analyse als nächstes Produkt auf den Markt gehen – wenn auch der Unterschied zwischen den beiden in diesem Beispiel nicht sehr stark ausgeprägt ist.

Aus dem Ergebnis kann abgeleitet werden, dass es sich hier vermutlich um ein eher konservatives Unternehmen handelt. Ein junges und finanziell gut ausgestattetes Start-Up würde vermutlich den Innovationsgrad deutlich höher bewerten, um im Markt ein Alleinstellungsmerkmal zu besitzen.

Vorteile und Nachteile

Vorteile:

  • Entscheidungen können transparent gefällt werden.
  • Die Entscheidungsfindung liegt schriftlich vor und kann auch in der Zukunft nachvollzogen werden.
  • Die Nutzwertanalyse kann gut im Team und/oder von verschiedenen Personen durchgeführt werden und als Diskussionsgrundlage dienen.
  • Statt mit Geldeinheiten wird mit abstrakten Punkten gearbeitet. So können leichter Faktoren eingezogen werden, die keine direkte Auswirkung auf die Finanzen haben, sondern beispielsweise auf Image oder Kundenzufriedenheit.

Nachteile:

  • Die Bewertung ist subjektiv. Die Festlegung der Gewichtungen und die Vergabe von Punkten sind keine exakt messbaren Vorgänge.
  • Bei sehr vielen Alternativen und/oder Bewertungskriterien wird die Methode schnell zeitaufwändig.
  • Das Festlegen der Kriterien muss sauber und ohne Überlapp erfolgen, um ein Verfälschen der Ergebnisse zu vermeiden.

Praxistipp:
Nimm dir Zeit bei der Festlegung der Wichtungen und richte sie auf die Projekt- oder Unternehmensziele aus. Die Methode nimmt dir nicht die Entscheidung ab, sondern verlagert sie im Grunde auf die Festlegung der Wichtungen. Hier übernimmst du die Verantwortung – das ist der wichtigste Schritt!

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Fazit

Du brauchst eine Methode, wenn du zwischen unterschiedlichen Alternativen auswählen musst, egal im Job oder im Privaten? Dann legen wir dir die Nutzwertanalyse ans Herz. Sie ist einfach, anschaulich und unterstützt durch ihre Wichtungen den Entscheidungsprozess. Musst du dich zwingend an das Ergebnis halten? Natürlich nicht: Die Methode ist eine Entscheidungshilfe, die eine Richtung vorgeben kann – die Verantwortung für die Entscheidung bleibt aber bei dir, denn letztendlich stehst du am Steuerrad.

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