Auf den Punkt gebracht
Du willst auf der Karriereleiter nach oben klettern und suchst die richtigen Unterstützer auf deinem Weg? Nutze die bekannten Schritte der Stakeholder-Analyse und wende sie auf deine persönliche Situation an: Wer kann mich unterstützen? Wie stark können diese Personen mir helfen und wie kann ich eine gute Beziehung zu ihnen aufbauen? Die ausführliche Anleitung gibt es in diesem Artikel!

Du magst deinen Job, schielst aber bereits nach dem nächsten Schritt? Besonders, wenn du deine Zukunft bei deinem aktuellen Arbeitgeber siehst, solltest du einen guten Blick darauf haben, wer deine Karriere positiv beeinflussen könnte. Dein aktueller Chef ist oft die logische erste Option – doch meist gibt es noch deutlich mehr Entscheider, auf die du achten solltest.

Doch was ist der Schlüssel, um mit mächtigen Personen zu arbeiten? Ganz einfach: Baue eine gute Beziehung auf – allerdings ohne dich anzubiedern oder gar zum Ja-Sager auf Kosten der Kollegen zu werden. Doch wie geht das am besten, ohne aufdringlich oder nervig zu sein?

Praktischerweise kannst du die Methoden der klassischen Stakeholderanalyse auch auf deine eigene Karriere anwenden: Wer sind deine Unterstützer? Was wollen diese von dir – und was willst du von ihnen? Wie kannst du konkret auf sie eingehen? Nachfolgend werden diese vier Schritte ausführlich erklärt:

  1. Wer sind meine Karriere-Stakeholder?
  2. Welchen Einfluss haben sie und welche Interessen verfolgen sie?
  3. Was sind ihre Bedürfnisse?
  4. Welche Maßnahmen kann ich ergreifen, um gute Beziehungen mit ihnen aufzubauen?

Auf gehts: Schauen wir auf die Schritte im Detail:

1. Identifiziere deine Karriere-Stakeholder

Überleg mal, welche Personen in deinem Umfeld einen direkten oder indirekten Einfluss auf deine Karriere haben – sowohl positiv als auch negativ. Wahrscheinlich fallen dir schnell direkte Vorgesetzte oder Manager in deiner Organisation ein – aber auch Lieferanten, Kunden oder sogar private Kontakte können infrage kommen.

Der erste Schritt ist erledigt – nun folgt der zweite:

2. Bewerte deine Karriere-Stakeholder

Du erinnerst dich an eine „normale“ Stakeholder-Analyse im Projekt: Hier gehst du genau so vor. Stelle dir folgende Fragen:

  1. Wie hoch ist der Einfluss der Person auf meine Karriere?
  2. Welches Interesse hat die Person an meiner Karriere?

Wenn du magst, trage das Ergebnis grob in ein Matrix ein. Auf diese Weise kannst du deine Stakeholder leicht priorisieren und herausfinden, wer am wichtigsten ist:

Je nach Position in der Matrix solltest du unterschiedlich viel Energie in die Kontaktpflege mit den Karriere-Stakeholdern investieren:

  • Ein netter Abteilungsleiter, mit dem du ein Hobby teilst, der sich aber wenig für deinen Job interessiert und nichts zu sagen hat? Kontaktpflege auf persönlicher Ebene ist sicher schön – deine Karriere wird er vermutlich nicht voranbringen.
  • Ein Manager in starker Position mit hohem Interesse an deiner Arbeit – ein ganz anderes Kaliber!
  • Dein Partner zu Hause mit großem Interesse an deinem Job, aber ohne Einfluss? Ihn wirst du sicher informiert halten wollen.

Hier die Ergebnisse noch einmal übersichtlich dargestellt:

BewertungBeschreibung
Hoher Einfluss, hohes InteresseDiese Personen sollten deine volle Aufmerksamkeit erhalten. Dein Chef könnte so ein Kandidat sein. Investiere hier deine Energie und versuche, die Bedürfnisse dieser Personen zu erfüllen.
Hoher Einfluss, geringes InteresseInvestiere genügend Zeit, um diese Personen zufrieden zu stimmen, aber übertreibe es nicht: Sie sollten von deinen Bemühungen nicht gelangweilt oder belästigt fühlen.
Geringer Einfluss, hohes InteresseInformiere diese Personen regelmäßig über Arbeitsfortschritte, Projekte und Stolpersteine. Sie können besonders hilfreich sein, wenn du doch irgendwann ihre Unterstützung brauchst.
Geringer Einfluss, geringes InteresseDiese Personen kannst du im Blick behalten, jedoch solltest du keine Mühe investieren und nicht mit Aufmerksamkeit überschütten.

Dieser Schritt ist wichtig, um herauszufinden, in welche Karriere-Stakeholder du besonders investieren solltest. Doch wie genau? Solltest du bei allen gleich vorgehen? Sicher nicht, denn vorher erledigst du den nächsten Schritt:

3. Analysiere deine Karriere-Stakeholder

Wie genau möchtest du mit den einzelnen Stakeholdern umgehen? Was genau kannst du tun? Nutze die folgenden Fragen als Anhaltspunkt:

  • Was hat die Person für Fachgebiete und Interessen?
  • Was erwartet die Person von mir?
  • Was kann ich der Person bieten?
  • Wie kann mir die Stellung des anderen helfen?
  • Ist die Einstellung der Person mir gegenüber unterstützend, neutral oder eher kritisch?
  • Sollte ich versuchen, diese Einstellung zu verändern?

Mache dir über die Fragen Gedanken und halte die Antworten bei Bedarf in einem Notizbuch oder in einer Tabelle fest.

4. Leite Maßnahmen ab

Wissen ist gut – Handeln ist besser! Überlege nun, wie genau du mit den erarbeiteten Informationen umgehst. Stelle dir folgende Frage: Wie kann ich sowohl deren Interessen als auch meine befriedigen?

Schauen wir kurz auf einige Strategien, um eine gute Beziehung zu Schlüsselpersonen aufzubauen:

  • Arbeite effektiv: Warum sollte sich jemand für dich einsetzen, wenn du statt leerer Worte nichts zu bieten hast? Ein guter Job deinerseits ist die Basis für eine Unterstützung. Erfülle Erwartungen, halte Deadlines ein, arbeite unabhängig und liefere herausragende Ergebnisse. Wenn du diesen Punkt nicht erfüllen kannst, werden die folgenden Tipps ins Leere laufen.
  • Schenke Anerkennung: Fast alle Menschen reagieren positiv auf Lob und Anerkennung – bestimmt auch deine Karriere-Stakeholder. Mache Komplimente, gib positives Feedback, bedanke dich.
  • Baue eine Beziehung auf: Du kannst am besten auf andere eingehen, wenn zwischen euch eine Beziehung besteht. Kommuniziere regelmäßig, finde heraus, was den anderen interessiert, teile Informationen und frage nach Meinungen.
  • Kommuniziere selbstbewusst: Menschen neigen dazu, sich mit ähnlichen Persönlichkeitstypen leicht zu identifizieren. Wer es also auf der Karriereleiter nach oben geschafft hat, wird dich eher akzeptieren, wenn du selbstbewusst auftrittst und an dich glaubst. Du bist nicht der Typ dafür? Daran kannst du arbeiten – zur Not tut es hier auch „mehr Schein als Sein“!

Ein wichtiger Hinweis:
Besonders die drei letztgenannten Punkte können schnell mit „Einschleimen“, „Verstellen“ und „Blenden“ assoziiert werden. Doch genau das darf nicht passieren! Du lobst jemanden über den grünen Klee oder zeigst plötzlich intensives Interesse an jemandem, nur damit er dich unterstützt? So klappt das nicht! Diese Strategien funktionieren nur, wenn sie aufrichtig und ehrlich sind.

Wenn du magst, halte auch diese Überlegungen auf Papier fest.

Noch ein Hinweis:
Deine wichtigsten Karriere-Stakeholder werden vermutlich einen vollen Schreibtisch und wenig Zeit haben – investiere deine Bemühungen also gut! Achte auch darauf, vorgegebene Kommunikationskanäle nicht zu verlassen oder deinen eigenen Chef zu übergehen, nur um an die „richtige“ Person heranzukommen.

Fazit

Du willst deiner Karriere einen Schub verpassen und nach vorn kommen? Dann nutze die gleichen Schritte, die du bereits von einer Projekt-Stakeholderanalyse kennst. Auch hier dreht sich alles darum, die richtigen Personen zu identifizieren und herauszufinden, wie du optimal mit ihnen umgehst. Die bereits bekannten Methoden kannst du so für deinen eigenen beruflichen Fortschritt anwenden – smart, oder?

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