Nur 7 Schritte?

Jawohl, das reicht schon aus!

Dieser Artikel beschreibt in Kurzform die 7 Schritte, die im Rahmen des Risikomanagements durchgeführt werden sollten.

1. Identifizieren möglicher Risiken

Zunächst werden Risiken gesammelt. Hierbei geht es darum, mögliche Gefährdungen und Bedrohungen im Projekt zu identifizieren.

Kernfragen:

  • Was kann alles schiefgehen?
  • Welche Gefahren lauern?
  • Wo gab es früher schon einmal Probleme?

2. Risiken bewerten

Wurde eine Sammlung von Risiken erstellt, kommt der zweite wichtige Schritt: Die Bewertung der Risiken. Sinn und Zweck dieser Bewertung ist die Identifikation der wirklich wichtigen Risiken. Nicht alle Risiken gefährden das Projekt gleichermaßen. In der Folge kommt es darauf an, sich auf die bedrohlichsten Risiken zu konzentrieren.

Kernfragen:

  • Mit welcher Wahrscheinlichkeit tritt das Risiko ein?
  • Welcher Schaden entsteht, wenn das Risiko eintritt?

3. Strategien entwickeln

Im Idealfall stellst du fest, dass einige Risiken zwar vorhanden sind, aber weder sehr wahrscheinlich eintreten noch einen sonderlich großen Schaden anrichten. Mit diesen Risiken wirst du vermutlich anders umgehen wollen, als mit wirklich bedrohlichen Gefahren.

Es heißt nun also, unterschiedliche Strategien für die einzelnen Risiken anzuwenden.

Kernfragen:

  • Welche Risiken will ich vermeiden?
  • Welche Risiken will ich reduzieren?
  • Welche Risiken will ich abwälzen?
  • Welche Risiken kann ich akzeptieren?

4. Maßnahmen definieren

Risiken, die nicht akzeptiert werden, sollten mit Maßnahmen belegt werden. Ziel: Vermeidung oder zumindest eine Reduzierung der Risiken.

Kernfragen:

  • Welche Maßnahmen kann ich einsetzen, um die Eintrittswahrscheinlichkeit des Risikos zu reduzieren?
  • Welche Maßnahmen kann ich einsetzen, um den Schaden zu reduzieren, falls das Risiko doch eintritt?

5. Maßnahmen umsetzen

Kurz und knapp: Wurden Maßnahmen definiert, so sollten sie auch umgesetzt werden. Häufig ist es sinnvoll, separate Arbeitspakete für diese Risiken zu definieren.

Kernfragen:

  • In welchen Arbeitspaketen werden die Maßnahmen umgesetzt?
  • Wer ist verantwortlich für die Umsetzung?

6. Auswirkungen prüfen

In vielen Projekten hört das Risikomanagement an dieser Stelle auf (falls man überhaupt so weit gekommen ist).

Aber nun kommt ein sehr wichtiger Teil: Nachhalten und Prüfen. Schließlich soll auch ermittelt werden, ob das Risikomanagement erfolgreich war. Auch für das Reporting spielt diese Auswertung eine große Rolle.

Kernfragen:

  • Wurden die definierten Maßnahmen umgesetzt?
  • Waren die ergriffenen Maßnahmen erfolgreich?
  • Konnten Risiken reduziert oder vermieden werden?

7. Risiken überwachen

Ja, es gibt tatsächlich noch einen 7. Punkt! Erinnerst du dich? In Schritt 2 und 3 wurden Risiken bewertet und anschließend Strategien festgelegt.

Was passiert aber, wenn sich die Eintrittswahrscheinlichkeit eines zunächst geringen Risikos deutlich erhöht, du aber zuvor entschieden hast, das Risiko zu akzeptieren?

Ein regelmäßiger Blick auf die Risiken schadet nicht. Im Gegenteil.

Kernfragen:

  • Hat sich die Bewertung von Risiken geändert?
  • Sind neue Risiken aufgetaucht?

Fertig!

Obwohl … nicht so ganz. Denn im Grunde ist es ein Kreislauf. So richtig fertig ist das Risikomanagement also erst beim Projektabschluss. Aber 7 Punkte klingen immerhin recht übersichtlich :-)

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