Zielbeziehungen: Wie Ziele miteinander harmonieren (oder auch nicht)

Auf den Punkt gebracht
Alle Projektziele harmonieren miteinander und führen zum großen Projektgesamtziel? So einfach funktioniert es oft nicht: Dieser Artikel beschreibt die Begriffe der Zielidentität, Zielkomplementarität, Zielneutralität, Zielkonkurrenz und Zielantinomie – und was sie für die Praxis bedeuten.

Dies ist Artikel 9 von 9 der Serie Projektziele

Man könnte ja meinen, dass alle Ziele im Projekt dazu dienen, das Projekt zum Erfolg zu führen. Und dass sie schon allein dadurch harmonieren.

Das kann sein – muss aber nicht.

Ein Beispiel

Beide Ziele klingen für sich allein schlüssig – können aber in Kombination ein Problem ergeben. In diesem Fall handelt es sich um zwei konkurrierende Ziele. Was passiert in so einem Fall? Konkurrierende Ziele sind nicht ungewöhnlich und kommen in den meisten Projekten vor. Idealerweise hast du zuvor schon eine Priorisierung der Ziele vorgenommen.Treffen nun zwei konkurrierende Ziele aufeinander, so gewinnt im Zweifel das mit der höheren Priorität.

Eine andere Alternative ist die Korrektur des Ziels, sodass die Ziele sich von da an zumindest neutral gegenüberstehen.

Zielbeziehungen

Neben den konkurrierenden Zielen gibt es noch weitere Zielbeziehungen. Schau dir die folgende Tabelle an:

ZIELBEZIEHUNGBESCHREIBUNGAUSWIRKUNGBEISPIEL
ZielidentitätEs handelt sich um identische Ziele.Eines der Ziele sollte aus der Zielliste entfernt werden.Ziel 1: Der Projektendtermin wird nicht überschritten.
Ziel 2: Projektendtermin ist der 30.8. 
ZielkomplementaritätWenn ein Ziel erreicht wird, unterstützt dies auch das Erreichen des anderen Ziels. keine besonderen AuswirkungenZiel 1: Die Finanzierung ist gesichert.
Ziel 2: Pünktlicher Baubeginn am 1.5.
ZielneutralitätDie Ziele beeinflussen sich nicht gegenseitig.keine besonderen AuswirkungenZiel 1: Das Dach hat rote Dachziegel.
Ziel 2: Einweihungsfeier am 10.9.
ZielkonkurrenzWenn ein Ziel erreicht wird, behindert dies die Erreichung des anderen Ziels.Konkurrierende Ziele sind Quellen für Risiken!Ziel 1: Qualitativ hochwertige Bodenbeläge
Ziel 2: Kosten für Bodenbeläge <3.000 Euro
ZielantinomieDie Ziele schließen sich aus.Die Zieldefinition muss überdacht bzw. korrigiert werden. Das Projektergebnis ist so nicht erreichbar. Ziel 1: Balkon mit Südausrichtung
Ziel 2: Keine direkte Sonneneinstrahlung auf den Balkon

Analyse von Zielbeziehungen

Wie also werden Zielbeziehungen analysiert?

Am besten nutzt du eine Matrix. In den Kreuzungspunkten der Ziele markierst du die Kästchen mit praktischen Symbolen: 0 für neutral, — für antinom usw. So hast du einen schnellen Überblick, der sich sogar in einer Projektpräsentation gut macht:

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Smarte Projektziele – aber wie?
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Fazit

Aus diesen Gründen solltest du deine Zielbeziehungen näher betrachten:

  • Du entdeckst, ob dein Projekt überhaupt so durchführbar ist (wenn es keine antinomen Ziele gibt)
  • Du kannst Stellen für mögliche Risiken aufdecken (bei konkurrierenden Zielen).
  • Du findest überflüssige Ziele, die bereits mit anderen Zielen abgedeckt sind (und schaffst dadurch Übersicht)

In der Praxis erlebe ich selten, dass Zielbeziehungen analysiert werden. Dabei ist dieses Werkzeug sehr nützlich und steigert das Gefühl für das Projekt. Ist es schlüssig? Lauern Probleme? Dieser einmalige Aufwand zu Beginn des Projektes lohnt sich – und du kannst mit dem Ergebnis vor deinen Vorgesetzten prahlen ;-)

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