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Artikel: Der Design-Thinking-Prozess im Überblick

Design-Thinking-Prozess: Die Phasen einfach erklärt

Für Eilige: Alles Wichtige auf einen Blick

Was ist ein Design-Thinking-Prozess?
Ein strukturierter Ansatz, um Design Thinking in klar Phasen zu durchlaufen – wie eine Schritt-für-Schritt-Anleitung.
Warum ist das wichtig?
Du erhältst eine klare Hilfestellung und Orientierung, um komplexe Probleme strukturiert anzugehen und dabei kreative Lösungen zu entwickeln, die wirklich funktionieren.
Die wichtigsten Learnings:
➜ Es gibt nicht den einen Prozess, sondern mehrere Ansätze mit ähnlichen Prinzipien.
➜ Nutzer stehen immer im Mittelpunkt – ohne sie keine Lösung.
➜ Kreativität und Struktur wechseln sich ab und sorgen für kreative Ergebnisse.

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Im vorigen Artikel hast du schon einiges über die Grundlagen von Design Thinking erfahren – heute wird es konkreter. Nehmen wir mal an, du sollst ein Design-Thinking-Projekt aufsetzen, wie gehst du dann vor? Praktischerweise gibt es eine klare Anleitung, an der du dich entlang hangeln kannst – den Design-Thinking-Prozess.

Wobei … im Grunde gibt es sogar mehrere.

Dieser Artikel ist Teil 2 der Serie über Design Thinking. Du willst mehr erfahren? Dann schau gern in die anderen Teile rein:
Teil 1: Grundlagen Design Thinking
Teil 2: Der Design-Thinking-Prozess
Teil 3: Design-Thinking-Workshop
Teil 4: Personas im Design Thinking
Teil 5: Der Double Diamond

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Mehr Informationen

Es gibt nicht den einen Design Thinking Prozess

Falls du jetzt dachtest, es gäbe nur den einem Prozess, müssen wir dich leider enttäuschen. Seit den späten 1960er Jahren haben sich verschiedene Schulen und Ansätze entwickelt, die jeweils einen eigenen Prozess nutzen und dabei zwischen 3 und 6 unterschiedliche Phasen durchlaufen:

ProzessPhasen
d.schoolEmpathize, Define, Ideate, Prototype, Test
Deutsche TelekomUnderstand, Ideate, Create, Develop, Rollout
ideoDiscovery, Interpretation, Ideation, Experimentation, Evolution
Darden SchoolWhat is? What if? What wows? What works?
IBMObserve, Reflect, Make

Diese Prozesse klingen auf den ersten Blick sehr unterschiedlich, haben jedoch folgende Gemeinsamkeiten:

  • Alle Prozesse bestehen aus mehreren Schritten.
  • Sie werden nicht linear durchlaufen, sondern iterativ und mit Rückschritten auf vorige Schritte.
  • Sie beinhalten eine Mischung aus konvergentem und divergentem Denken.

Divergentes und konvergentes Denken? Darüber gibt es bereits hier beim Thema Kreativität Informationen. Ein kleiner Exkurs ist hier angebracht, um den Design-Thinking-Prozess besser zu verstehen.

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Egal welchen Ansatz du wählst, alle Design-Thinking-Prozesse folgen demselben Prinzip: Sie sind flexibel, iterativ und wechseln zwischen kreativen Ideenfindungen und klaren Entscheidungen – der perfekte Mix, um jedes Problem anzugehen.

Exkurs: Konvergentes und divergentes Denken

Der Persönlichkeits- und Intelligenzforscher Joy Paul Guilford hat die Bezeichnungen für zwei verschiedene Arten des Denkens geprägt:

  • Divergentes Denken: In dieser Denkweise werden viele Ideen und Lösungsansätze gesucht und dabei möglichst frei, unsystematisch, spielerisch und experimentierfreudig gedacht. Typische Stichworte: Du denkst “über den Tellerrand” oder “out of the box”.
  • Konvergentes Denken: Dieses Denken wird auch als „gleichgerichtetes“ Denken bezeichnet, das auf eine möglichst genaue Lösung oder richtige Antwort abzielt. Hier wird systematisch, rational-logisch und planmäßig gedacht.
Divergentes und konvergentes Denken

Im Design-Thinking-Prozess wird diese Tatsache berücksichtigt und beide Denkweisen in unterschiedlichen Phasen abwechselnd eingesetzt.

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Design Thinking verbindet das Beste aus zwei Welten: Erst sprudelst du vor Ideen und denkst „out of the box“ (divergent), dann bringst du Struktur rein und arbeitest dich zur besten Lösung vor (konvergent) – so geht kreatives Problemlösen mit System.

Design Thinking: Kickstart

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Wann immer Prozesse oder Produkte optimiert oder neu gedacht werden müssen, stehen Out-of-the-Box-Denken und strukturiertes Problemlösen auf der Tagesordnung. Design Thinking ist eine genial-einfache Methodik mit der idealen Kombination aus agilem Mindset, kreativ-intuitivem Vorgehen und robustem Prozess. Das interaktive Praxis-Programm schafft den entscheidenden Vorteil, wenn es dir auf echte Innovationen und maßgeschneiderte Problemlösungen ankommt. In fokussierten Micro-Learning-Modulen erhältst du alle Werkzeuge, um eigene Design-Thinking-Projekte durchzuführen.

Egal ob alter Hase oder Design-Thinking-Neuling: Nur mit der nötigen Expertise und Praxiswissen in Kreativität, Empathie und Moderation gelingt dir ein Design-Thinking-Projekt, in dem echte Innovationen erarbeitet werden. Klar, den gesunden Menschenverstand musst du schon selbst mitbringen – aber das nötige Know-How für erfolgreiche Design-Thinking-Projekte bekommst du von uns. Die innovative ittp-Lernplattform bietet dir fundiertes Grundlagenwissen, wertvolle Praxistipps und reichlich Gelegenheit zum Üben – damit du selbst in kniffligsten Projektsituationen gelassen bleibst und kompetent agierst.

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Der Design-Thinking-Prozess der d.school

In diesem Artikel betrachten wir den Prozess der Standford d.school näher. Die seit 2005 als „Hasso Plattner Institute of Design“ bekannte Einrichtung ist die Heimat von einigen der prominentesten Vordenker im Design Thinking, so auch Terry Winograd, Larry Leifer und David Kelley. Diese haben einen Prozess aus fünf Phasen geprägt:

  1. Empathize
  2. Define
  3. Ideate
  4. Protoype
  5. Test
Der Design-Thinking-Prozess der d.school mit divergentem und konvergentem Denken

Schauen wir mal genauer hin, was es mit diesen Phasen auf sich hat.

Empathize

Ganz am Anfang steht die Empathize-Phase – hier geht es um Empathie bzw. Einfühlungsvermögen.

Warum ist das so wichtig? Ganz einfach: In vielen Projekten werden vorschnell Lösungen favorisiert, ohne die wichtigsten Beteiligten bzw. Betroffenen wirklich zu verstehen, nämlich die Kunden, Anwender, Nutzer oder auch beteiligte oder betroffene Mitarbeiter.

In dieser Phase des Design-Thinking-Prozesses werden daher folgende Fragen gestellt:

  • Wer sind die Nutzer? (So nennen wir die Betroffenen ab jetzt.)
  • Was benötigen diese genau? 
  • Was sind deren Erwartungen an das Produkt, den Prozess oder die Dienstleistung?
  • Mit welchen Rahmenbedingungen, Herausforderungen und Problemen sind die Nutzer konfrontiert? 

In dieser Phase verbringst du viel Zeit damit, dich in echte Nutzer hineinzuversetzen oder dich direkt mit ihnen auszutauschen. Dafür gibt es eine Reihe bewährter Methoden, wie zum Beispiel Interviews, Video-Dokumentationenoder auch das Hineinschlüpfen in die Rolle des Nutzers.

Stell dir vor, du könntest so richtig in die Erfahrung des Nutzers oder Kunden eintauchen: So gelingt es dir, deine eigenen Annahmen beiseite zu schieben und offen für neue Erkenntnisse und andere Perspektiven zu sein.

In dieser Phase dominiert das divergente Arbeiten: Es wird breit gedacht und große Mengen an Informationen gesammelt.

Empathize-Phase im Design-Thinking-Prozess
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In der Empathize-Phase tauchst du tief in die Welt der Nutzer ein, lernst ihre Bedürfnisse und Herausforderungen kennen und schiebst deine eigenen Annahmen beiseite – so legst du die perfekte Grundlage für die nächsten Schritte.

Define

In dieser zweiten Phase des Design-Thinking-Prozesses definierst du das konkrete Nutzerproblem, das im Projekt gelöst werden soll – die Design Challenge.

In der vorigen Phase hast du eine gute Basis gelegt – es gibt eine große Menge an Daten und Informationen aus der Empathize-Phase. Nun geht es darum, diese Informationen zu sortieren und strukturieren:

  • Welche wiederkehrenden Themen und Muster gibt es?
  • Welche Nutzerbedürfnisse und Herausforderungen tauchten immer wieder auf?

Oft ergibt sich ein klares Bild, aus dem das sogenannte „Problem Statement“ abgeleitet wird. In diesem wird präzise und „auf den Punkt“ das Nutzerproblem formuliert, das in diesem Projekt gelöst werden soll.

In dieser zweiten Phase dominiert also das konvergente Denken: Breite und umfassende Informationen werden auf eine klar formulierte Problemstellung eingedampft. Oft bietet es sich an, Personas zu erstellen, um die Zielgruppe noch greifbarer zu machen.

Define-Phase im Design-Thinking-Prozess
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In der Define-Phase bündelst du all die gesammelten Infos und formulierst ein glasklares Problem Statement – so weiß dein Team genau, worauf es ankommt und kann zielgerichtet an die Lösung gehen.

Ideate

Eine klare Problemstellung ist gut – Ideen zur Lösung sind besser! In dieser dritten Phase wollen Teams schlaue Ideen entwickeln.

Es wird bewusst frei gedacht: Alle Beteiligten werden dazu ermutigt, vom Standard abzuweichen, neue Blickwinkel zu erkunden und über den Tellerrand zu schauen. Der Grundansatz: Masse statt Klasse.

Du merkst schon: Bei der Ideenfindung sind wir wieder divergent. Der Prozess wird breiter, es wurden (hoffentlich) viele Ideen gesammelt. Aber welche ist nun die richtige, die das Problem am besten löst? Um die Favoriten auszuwählen, muss getestet werden.

Ideate-Phase
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In der Ideate-Phase darfst du und dein Team so richtig kreativ werden: Masse statt Klasse ist das Motto – denn aus einer Vielzahl verrückter Ideen entsteht oft die beste Lösung.

Damit kommen wir schon zur nächsten Phase:

Prototyping

Hier geht es um Prototypen! Ein Prototyp ist eine verkleinerte, vereinfachte oder vorläufige Version eines Produkts oder einer Funktion.

Prototypen können komplett unterschiedlich aussehen: Das kann ein einfaches Papiermodell sein, aber auch ausgefeilte Diagramme, klickbare Websites oder sogar begehbare Kulissen sind möglich. Immer die Idee: Die angedachten Lösung für alle zu veranschaulichen bzw. zu visualisieren. 

Die Arbeitsweise ist hier wieder konvergent: Nur eine oder wenige Ideen werden als Prototyp umgesetzt.

Prototype-Phase

In dieser Phase verwandelst du Ideen in etwas Greifbares, das an echten Nutzern getestet werden kann. Stichwort „Test“ – schon geht es zur fünften und letzten Phase.

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In der Prototyping-Phase wird’s greifbar: Aus Ideen werden handfeste Modelle, die du mit deinem Team und echten Nutzern testen kannst – egal ob aus Papier, digital oder sogar begehbar!

Test

In dieser Phase des Design-Thinking-Prozesses werden die Prototypen getestet. Du stellst sie echten Nutzern vor und findest heraus, wie sie damit interagieren. Auf diese Weise kannst du früh Feedback sammeln und herausfinden, ob alles so funktioniert, wie ihr es euch gedacht habt. Du wirst schnell feststellen, an welchen Stellen es Probleme gibt.

Irgendetwas funktioniert noch nicht so richtig? Kein Problem: Du springst einfach zurück zur Empathize- oder Ideate-Phase. Die Phasen werden so lange durchlaufen, bis ihr mit einem guten Gefühl das Projekt ausrollen oder das Produkt auf den Markt bringen könnt.

Übrigens: Den gesamten Prozess in komprimierter Form kannst du im Rahmen eines Design Thinking Workshops durchführen. 

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In der Test-Phase heißt es: Feedback einsammeln! Echte Nutzer zeigen dir, was funktioniert und was nicht – und wenn’s hakt, springst du einfach zurück in eine frühere Phase, bis alles passt.

Fazit

Selbst wenn es nicht den einen Design-Thinking-Prozess gibt: Sie alle nutzen ein ähnliches Prinzip:

Es geht um die Entwicklung neuer Ideen, um ein klar definiertes Problem zu lösen – nicht nur im Rahmen der Produktentwicklung. Der Ansatz fordert dich und deine Teammitglieder heraus, die Fragestellung aus der Perspektive der Nutzer zu betrachten, kreative Lösungen zu entwickeln und diese kontinuierlich zu verbessern. Die iterative Arbeitsweise ermöglicht es, flexibel auf Erkenntnisse aus Tests und Prototypen einzugehen, Rücksprünge in frühere Phasen einzubauen und so eine Lösung zu schaffen, die nicht nur innovativ ist, sondern auch den tatsächlichen Bedürfnissen entspricht.

Klingt einfach? Ist im Detail aber herausfordernd. Je nach Problemstellung, Branche und Möglichkeiten steht für die einzelnen Phasen des Innovationsprozesses eine Vielzahl von Methoden zur Verfügung. Wie all das funktioniert, lernst und trainierst du in unserem Kurs:

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