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Flipchart gestalten: Eine Kurzanleitung für Nicht-Zeichenkünstler

Auf den Punkt gebracht

Wenn du ein Flipchart gestaltest, kannst du deiner Kreativität freien Lauf zu lassen und Themen übersichtlich und professionell gestalten. Was du dabei dann doch falsch machen kannst, wie du es richtig machst und dass du dafür kein Zeichenkünstler sein musst, erfährst du in diesem Artikel.

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Enthält Werbelinks Eigentlich soll doch alles papierlos werden, oder? Das Fax gehört der Vergangenheit an und wir versuchen, wann immer möglich digital zu werden. Aber ein Hilfsmittel kommt offenbar nie aus der Mode: das Flipchart! 

Wozu eignen sich Flipcharts?

Egal ob du eine Idee oder ein Produkt präsentieren, gemeinsam mit deinen Kollegen etwas erarbeiten möchtest oder einen Workshop veranstaltest: Flipcharts können dich dabei unterstützen. Besonders Menschen, die viel interaktiv präsentieren, greifen bewusst immer wieder zu Flipcharts statt zu den immer wiederkehrenden PowerPoint-Präsentationen. 

Hier eine kleine Übersicht, wofür du Flipcharts nutzen kannst: 

  • Gemeinsame Erarbeitung von Ideen in der Gruppe (z. B. im Rahmen eines Brainstormings
  • Präsentationen und Vorträge 
  • Workshops (z. B. Gruppenübungen) 
  • Messen 
  • In der Lehre (z. B. Gruppenarbeiten in Vorlesungen) 
  • Pitches von neuen Innovationsideen (z. B. vor dem Management) 
  • Konfliktlösungen im Projektteam 

Neugierig geworden? Bevor wir uns anschauen, wie du ein Flipchart leicht und professionell gestalten kannst, haben wir ein paar Vorteile gesammelt.

Die größten Vorteile von Flipcharts

  • Kompetenz zeigen: Sobald du komplexe Inhalte mithilfe von Methoden oder visuellen Hilfsmitteln präsentierst, wirkst du professioneller und kompetenter. Es ist eine Kunst, wichtige Inhalte kurz und knapp zusammenzufassen. Der Ansatz: Prägnante Aussagen und Grafiken statt langer Texte.
  • Gemeinsame Erstellung: Flipcharts wirken besonders professionell, wenn du sie zusammen mit deinem Publikum erstellst, zum Beispiel deinen Kollegen oder Projektmitarbeitern. Anders als bei fertigen PowerPoint-Folien erleben dann nämlich alle im Raum den Entstehungsprozess, wodurch auch der Inhalt besser vertieft wird. Alles, was visualisiert wird, ist „gehirngerechter“ und kann sich leichter gemerkt werden. Das Publikum bleibt so länger am Ball. 
  • Etwas Dauerhaftes: Du kannst das Papier nach der Erstellung weiter nutzen. Hänge die Ergebnisse an die Wand oder hole sie wieder hervor, wenn ihr später an dem Thema weiterarbeitet.
  • Etwas zum Anfassen: Etwas auf Papier zu zeichnen oder aufzumalen, ist immer interaktiver und greifbarer, als es per PC in ein Word-Dokument zu tippen. 
  • Bilder sind älter als Worte: Bilder und Symbole sind kultur- und sprachübergreifend verständlich – und das oft auf einen Blick. 
  • Unabhängig von Strom und Internet: Auch das hast du sicher schon erlebt: Der Vortrag geht los und auf einmal geht der Beamer nicht oder die Verbindung zum Internet fehlt. Das kann dir mit einem Flipchart nicht passieren. Es ist mobil und du kannst es überall anwenden. 
  • Kostenfaktor: Im Vergleich zu IT-Ausrüstung oder Softwarelizenzen können Flipcharts eine kostengünstige Methode sein. Du kannst beispielsweise wunderbar Mindmaps auf Flipcharts erstellen, ohne dir vorher teure Software anschaffen zu müssen. Apropos Mindmaps: Hier findest du übrigens einen Überblick über die besten kostenlosen Mindmapping-Tools.

Flipchart gestalten: Vermeide typische Fehler

Bevor wir darüber reden, wie du es richtig machst, beginnen wir beim Gegenteil: Es folgt eine Liste von typischen Fehlern, die beim Gestalten von Flipcharts passieren können.

  • Denken, dass man dazu Künstler sein muss: Nein, du brauchst kein Designstudium, um eine professionelle Visualisierung hinzubekommen. Mit den untenstehenden Tipps reicht es völlig aus, wenn du auf dem Niveau von Strichmännchen bist. 
  • Zu klein schreiben: Auch die hinteren Reihen wollen sehen, was auf dem Flipchart passiert. Schreibe möglichst leserlich und schön groß. 
  • Weniger ist mehr: Flipcharts sind keine Word-Dokumente aus Papier. Reduziere dich auf Stichpunkte oder Symbole, aber schreibe nicht das gesamte Blatt voll – sonst verlierst du den großen Vorteil der Übersichtlichkeit. 
  • Unleserlich schreiben: Mit einer Arztschrift wirst du keinen Beifall ernten auf deinem Flipchart. Nutze großen Druckbuchstaben, um leserlich zu bleiben. 
  • Von vorne schreiben: Wenn du während des Schreibens direkt vor dem Flipchart stehst, verdeckst du den Entstehungsprozess – aber besonders der ist wichtig für die Zuschauer. Schreibe also wenn möglich von der Seite. Dabei ist es nicht schlimm, wenn dein Schriftbild dadurch schief wird. Beim Flipchart gilt: schön ist schön schief. 
  • Dem Flipchart deinen Vortrag erzählen: Du kennst das bestimmt von Vorträgen mit PowerPoint-Folien – der Redner dreht sich ständig zur Folie. Das gilt es auch bei Flipchartvorträgen zu vermeiden. Denke daran: Du bist der Mittelpunkt, das Flipchart ist nur dein Assistent. 
  • Eintönig werden: Ja, schwarz auf weiß lässt sich wunderbar lesen. Aber du darfst auch gerne Farbe einsetzen, um das Flipchart interessanter zu machen. Das geht immer: Grün für Positives, Rot für Negatives, Blau zum Hervorheben von Details.

10 Tipps bei der Gestaltung von Flipcharts 

So, jetzt geht’s aber los: Wir schauen uns an, wie du deine Flipcharts am besten gestalten kanns.

Hinweis:
In diesem Artikel geben wir nur einen groben Überblick. Über das perfekte Gestalten von Flipcharts werden ganze Bücher geschrieben. Nutze diesen Artikel als Einstieg und vertiefe dein Wissen mit den empfohlenen Büchern weiter unten, falls du tiefer einsteigen möchtest.

  1. Nutze die richtigen Stifte: Keine klassischen Whiteboardmarker, sondern Marker mit Keilspitze mit voller Tintenfüllung. 
  2. Such dir dein passendes Flipchart heraus: Sollen es auf Beinen oder Rollen stehen? Soll es leicht transportierbar sein? Generell zahlt sich eine Investition in gute Qualität aus.
  3. Wenn du karierte Blätter hast, dreh sie um. Auf weißen Hintergrund lässt es sich freier gestalten und es sieht am Ende übersichtlicher aus. Du siehst meist die Karierung durch das Blatt und kannst dich an den leicht sichtbaren Linien orientieren. 
  4. Nutze für Schriften und Konturen immer Schwarz, das ist auf Entfernung besser sichtbar.. Andere Farben kannst du eher für die Gestaltung nutzen, zum Beispiel Positives in grün oder Negatives in rot. Auch einzelne Worte oder kurze Sätze dürfen gern farbig sein, solange die Lesbarkeit dabei erhalten bleibt.
  5. Es darf auch schief sein (von der Seite schreiben, damit Flipchart beim Gestalten für das Publikum nicht verdeckt wird). 
  6. Lasse genug freien weißen Raum. Falls es eng wird, nutze besser das nächste Blatt .
  7. Deckblatt erwünscht – packe den Titel deines Themas aufs Deckblatt. 
  8. Schrift darf auch ein Bild sein: Besonders wichtige Worte kannst du gern grafisch darstellen – das wirkt kreativ und hebt Wichtiges besonders hervor. 
  9. Falls du eine saubere Flipchart-Schrift nicht beherrschtet: Schreibe wichtige Aussagen durchgehend in Großbuchstaben. Versalien kann man auch aus der Entfernung gut sehen. 
  10. Falls du ein komplexes Flipchart gestalten möchtest: Fange klein mit einer Skizze an, zum Beispiel auf DIN A3 oder DIN A4. Wenn die Skizze so passt, übertrage das Konzept auf das Flipchart oder zeichne es mit Bleistift vor.

Flipchart gestalten in 5 Schritten

Nun weißt du also, welche Fehler du vermeiden kannst und welche Tipps dir bei der Gestaltung und beim Präsentieren helfen. Aber wie legst du eigentlich los? Was ist die richtige Reihenfolge? Die solltest du besonders dann im Hinterkopf haben, wenn du das Flipchart zusammen mit deinem Publikum erstellst.

Schau dir zur Motivation die folgenden beiden Flipcharts an – das rechte sollte dein Zielbild sein!

Flipchart gestalten: Die besten Tipps

1. Die Überschrift

Notiere die Überschrift möglichst oben auf dem Papier. Stell dir vor, dieses Blatt wird später einzeln an einer Wand hängen: Jeder sollte sofort erkennen, worum es auf diesem Flipchart geht. Grenze die Überschrift klar vom Inhalt ab, beispielsweise durch eine größere Schriftart oder durch eine Schattierung des Hintergrunds.

Falls du mehrere Flipcharts zum gleichen Thema erstellst, kann die Überschrift auch eine Nummerierung enthalten.

2. Container: Struktur für das Flipchart

Container sind Bereiche auf dem Blatt. Teile dir dein Blatt gerne visuell ein, indem zu zum Beispiel Rechtecke mit Nieten in der Ecke oder Banner nutzt. Dabei musst du kein Designer sein. Hier ein wenig Inspiration: 

3. Sprechende Symbole

Wann immer möglich, solltest du Bilder und Symbole zur Visualisierung nutzen. Nichts ist langweiliger als purer Text. Denke immer daran: Unser Gehirn kann sich Bilder häufig viel besser merken als lediglich Buchstaben.

  • Personen: Du kannst Personen einfach zeichnen mit einem Kreis als Kopf und einem Halbkreis als Körper . Dabei kannst du verschiedene Rollen mit kleinen Details kennzeichnen, z. B. den Leiter mit einem Cappy oder einen Manager mit Krawatte (Raute auf dem Körper).
  • Auch Gruppen und Teams kannst du einfach kennzeichnen, indem du die Männchen mit einem Halbkreis verbindest.
  • Gedanken können als Wolken mit Gedankenblasen gezeichnet werden.
  • Risiken lassen sich gut als Bombe darstellen
  • Ideen sind als Glühbirne für alle verständlich
Flipchart gestalten: Nutze sprechende Symbole

Weitere Inspiration kannst du dir auch hier holen.

4. Schattierungen

Nutze Schattierungen für die wichtigsten Überschriften und Bereiche. Hierfür werden häufig Wachsmalblöcke genutzt. Mit denen kannst du Farbflächen über geschriebenen Texten erstellen, wobei die Schrift gut lesbar bleibt – eine Art Textmarker für Flipcharts.

Du willst es besonders schön haben? Überlege, von wo soll das Licht kommen soll und zeichne beispielsweise mit grau die Außenlinien nach. 

5. Etwas Farbe, bitte!

Mit Farbe kannst du das Ganze nun noch abrunden, damit es für das Auge spannend bleibt. Trete ein Ende ein paar Schritte zurück und betrachte das Flipchart aus der Entfernung. Ist es übersichtlich? Sind die wichtigsten Aussagen klar erkennbar? Auch hierfür kannst du gut mit Wachsmalblöcken arbeiten.

Flipchart gestalten: Buchempfehlungen

Falls du zum absoluten Profi werden willst, empfehlen wir dir folgende Lektüre: 

Fazit

Flipcharts sind nicht umsonst so weit verbreitet! Egal, ob du eine Idee kurz niederschreiben, komplexe Sachverhalte erklären oder gemeinsam im Team etwas erarbeiten möchtest: Ein Flipchart ist vielseitig, Inhalte bleiben länger im Kopf und du schaffst ein Ergebnis, dass du wiederverwenden oder aufhängen kannst.

Dabei ist das Gestalten eines Flipcharts gar nicht so schwierig. Unser wichtigste Appell: Fang an und entspann dich! Es geht nicht um das „perfekte“ Ergebnis und nicht darum, einen Design-Preis zu gewinnen. Gehe immer davon aus, dass jede Visualisierung besser als gar keine Visualisierung ist.

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