Hilfe beim Priorisieren und Entscheiden benötigt? Diese Methode hilft!

paarweiser-vergleichTust du dich schwer beim Priorisieren? Oder beim Treffen von Entscheidungen?

Dann habe ich in dieser Woche eine kleine, aber feine Methode für dich, die dir dabei helfen kann, beim nächsten Mal nicht stundenlang zu grübeln, was in welcher Reihenfolge bearbeitet werden soll.

Schau dir den Paarweisen Vergleich mal an!

Was ist der Paarweise Vergleich?

Wie der Name schon sagt: Beim Paarweisen Vergleich werden verschiedene Kriterien paarweise miteinander verglichen und entschieden, welches von beiden wichtiger ist. Wenn du das für alle möglichen Kombinationen von Kriterien tust, erhältst du eine Rangfolge, mit der du weiterarbeiten kannst.

Klingt irgendwie noch zu abstrakt? Dann schau dir an, wann die Methode nützlich ist:

Wann kann ich den Paarweisen Vergleich einsetzen?

Diese Methode ist universell einsetzbar und eignet sich für verschiedene Einsatzzwecke. Sie hilft dir besonders dann, wenn du verschiedene Alternativen oder Kriterien ordnen musst, die nicht eindeutig messbar sind.

Beispiele:

  • Du hast ein Brainstorming durchgeführt und musst die vielen Ideen ausdünnen, die wichtigsten identifizieren.
  • Es gibt eine Liste von Dingen, die zu tun ist – und du musst sie irgendwie priorisieren.
  • Es stehen Aufgaben an, deren Wichtigkeit gewichtet werden muss.

Klar: All diese Entscheidungen könntest du einfach aus dem Bauchgefühl heraus treffen – das ginge vermutlich am schnellsten. Doch was, wenn du deine Entscheidung vor anderen fundierter begründen möchtest? Oder der Bauch vorübergehend streikt und eine Hilfestellung braucht?

Dann hilft dir diese Methode.

Wie funktioniert der Paarweise Vergleich?

Wir spielen das mal an einem Praxisbeispiel durch. Stell dir vor, du willst dir einen Hund anschaffen, bist dir aber unsicher, welche Rasse es werden soll. Ein Brainstorming hat folgende Auswahl ergeben:

  • Pudel
  • Mops
  • Bernhardiner
  • Border Terrier
  • Schäferhund

Der Einfachheit halber nehmen wir nur fünf Alternativen, das macht die Erläuterung anschaulicher. In der Realität wird die Methode auch bei deutlich mehr Alternativen eingesetzt.

1. Zeichne eine Matrix

Hier trägst du die Alternativen ein, die du vergleichen bzw. ordnen möchtest. Die Schnittpunkte graust du aus. Das sieht für unser Hundebeispiel so aus:

paarweiser-vergleich-1

2. Vergleiche die Alternativen paarweise

Jetzt kommt das eigentliche Vergleichen. Du wählst jeweils ein Paar aus und stellst dir die Frage: Ist der Zeilenwert weniger wichtig, gleich wichtig oder wichtiger als der Spaltenwert? Je nach Antwort vergibst du Punkte:

0: Der Zeilenwert ist weniger wichtig.
1: Der Zeilenwert ist gleich wichtig.
2: Der Zeilenwert ist wichtiger.

Machen wir es konkret: Der Mops ist wichtiger als der Pudel und erhält dadurch 2 Punkte.

Und so könnte die Matrix nach dem Ausfüllen aussehen:

paarweiser-vergleich-2

Gehe beim Vergleichen ruhig ein wenig nach Bauchgefühl. Diese Methode ist ohnehin subjektiv. Durch die Vielzahl der Einzelvergleiche bekommst du trotzdem ein aussagekräftigeres Ergebnis, als wenn du das Problem ohne die Methode betrachtet hättest.

3. Bilde Summen und erstelle eine Rangfolge

Wenn du fertig vergleichen hast, steht auch schon die Auswertung auf dem Programm: Summiere die Punktzahlen zeilenweise auf. Eine Rangfolge ergibt sich dann automatisch:

paarweiser-vergleich-3

4. Interpretiere das Ergebnis

Nicht vergessen: Jede Methode ist nur so gut wie das, was du daraus machst. Stelle dir also folgende Fragen:

  • Welche Aussagekraft hat die Rangfolge?
  • Wie wird mit den bewerteten Alternativen weiter umgegangen?
  • Welche nachfolgenden Methoden werden benutzt, um ggf. noch genauere Analysen durchzuführen, z.B. die Nutzwertanalyse?

In unserem Beispiel haben die kleinen Hunderassen deutlich besser abgeschnitten, mit einem knappen Sieger. Ob demnächst wirklich ein Border Terrier einzieht, wird sich noch zeigen – die endgültige Antwort wird dir der Paarweise Vergleich nicht geben.

Tipps

Gar nicht so schwierig, oder? Hier kommen noch ein paar Tipps, die dir bei der Umsetzung helfen:

  • Baue die Matrix nicht zu groß bzw. nutze nicht zu viele Alternativen. Spätestens, wenn du zum ersten Mal zwanzig Kriterien miteinander verglichen hast, weißt du warum.
  • Falls du noch strenger mit dir sein möchtest oder du immer zu einer Bewertung von 1 (gleich wichtig) tendierst: Lasse diese Bewertung einfach weg! Das zwingt dich, eine eindeutige Entscheidung zu treffen.
  • Noch aussagefähiger wird die Methode, wenn du sie im Team anwendest: Lasse dann mehrere Personen unabhängig voneinander die Matrix ausfüllen und summiere danach die Ergebnisse.

Fazit

Der Paarweise Vergleich ist eine einfach einzusetzende Methode, die du immer nutzen kannst, wenn du eine Rangfolge erstellen oder eine Auswahl treffen möchtest. Sicher: Hier geht es nicht um eine exakte Wissenschaft. Aber ein Hilfsmittel bei Entscheidungsschwierigkeiten ist doch auch schon eine gute Sache, oder?


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Andrea Windolph ist als freiberufliche Autorin und Trainerin tätig, konzipiert Online-Trainings und unterstützt Unternehmen bei der Planung und Umsetzung von Projekten. Seit 2014 betreibt sie das Portal „Projekte leicht gemacht“, auf dem sie PM-Wissen vermittelt, das sowohl fundiert als auch leicht verständlich ist.
Andrea Windolph ist studierte Betriebswirtin und verfügt über langjährige Erfahrung in der IT-Branche und der Software-Entwicklung.
4 Kommentare
  1. Marty
    Marty says:

    Vielen Dank für die Vorlage!
    Eine Frage kommt mir dabei jedoch auf: Was ist mit Reihenfolgeeffekten? Das wird hier gar nicht berücksichtigt, oder? Also dass z.B nur gefragt wird, ob der Mops besser ist als der Pudel, aber nicht, ob der Pudel besser ist als der Mops?

    Würde man bei einer größeren Befragung mit dieser Methode beide Reihenfolgemöglichkeiten durchexerzieren?

    Viele Grüße!

    Antworten
    • Alexander
      Alexander says:

      Hallo Marty.
      Reihenfolgeneffekte werden vor allem bei der Konzeption von Umfragen wichtig, wo die Befragten in der Regel spontan und aus dem Bauch heraus antworten. Wenn der Mops in der Frage vorn steht, hat dies einen Effekt, da eine bestimmte Antwort unterschwellig suggeriert wird.
      Befragt man lediglich „sich selbst“, so weiss man um die Wichtigkeit der Antworten und wird in der Regel jede Einzelfrage von allen Seiten beleuchten, d.h. symmetrisch betrachten. Wobei man selbstverständlich auch bei der Selbstbefragung in die Falle mit der Reihenfolge tappen kann. Aber es ist unwahrscheinlicher.

      Das schöne an der Matrixmethode wie sie oben beschrieben wird, ist, dass sie BEIDE Reihenfolgen berücksichtigt: In der ersten Zeile wird Pudel mit Mops verglichen, in der zweiten dann symmetrisch Mops mit Pudel.

      Eine kleine Spielerei, um auszuwerten, ob es Reihenfolgeneffekte gibt: von allen Werten in der Matrix „1“ abziehen. Im Anschluss alle Werte unterhalb der Diagonalen (das Dreieck links unten) mit „-1“ multiplizieren. Gibt es keine Reihenfolgeeffekte, so muss die Matrix nun symmetrisch bezüglich der Diagonalen als Spiegelachse sein. Gibt es hier irgendwo Abweichungen, so sehen wir an der Stelle einen Reihenfolgeeffekt.

      Antworten

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